


Buchspezialist Dean Corso soll für den reichen Sammler Boris Balkan die letzten drei Exemplare eines okkulten Buches miteinander vergleichen. Ein brisanter Auftrag, denn angeblich hat Mephisto persönlich das Buch mitverfasst und als Schlüssel zu seinem Reich benutzt. Auf der Suche wird Corso hartnäckig von der Witwe des Mannes verfolgt, den das Buch in den Selbstmord getrieben hat. Mysteriöse, unerklärliche Vorfälle führen den rationalen Wissenschaftler immer wieder in die Irre und eine geheimnisvolle junge Dame scheint jeden seiner Schritte genau zu überwachen…
Originaltitel: The Ninth Gate
Regie: Roman Polanski (Der Mieter).
Drehbuch: John Brownjohn, Enrique Urbizu, Roman Polanski.
Darsteller: Johnny Depp (From Hell), Frank Langella (The Box), Lena Olin (Chocolat), Emmanuelle Seigner (Bitter Moon), Barbara Jefford (Philomena), Jack Taylor (Conan).
Genre: Mystery / Thriller
Land: USA / Spanien / Frankreich
FSK: 12 Jahre.
Laufzeit: 133 Minuten.
Bildformat: 2.35:1 / 16:9 Widescreen (1920x1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Audiokommentar, Making of, Inside Roman Polanski, Im Gespräch mir Roman Polanski, Interviews, Trailer.
Vertrieb: STUDIOCANAL
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Filmbewertung: 5 von 5 Filmklappen.
Wenn es um geheimnisvolle Thriller voller unterschwelliger Bedrohung geht, gehört Roman Polanski zweifellos zu den Regisseuren, die dieses Fach wie kaum ein anderer beherrschen. Mit The Ninth Gate schuf er einen Okkult-Thriller, der sich bewusst von den üblichen Genrekonventionen entfernt und seinen Schrecken nicht aus Schockeffekten oder Gewalt bezieht, sondern aus Atmosphäre, Andeutungen und einer stetig wachsenden Verunsicherung. Schon die Grundidee besitzt einen besonderen Reiz. Bücher, geheime Gesellschaften, mysteriöse Todesfälle und die Suche nach einem Werk, das angeblich mit dunklen Mächten in Verbindung steht – all das bildet die Grundlage für eine Geschichte, die den Zuschauer langsam, aber konsequent in ihren Bann zieht. Dabei entwickelt sich die Handlung weniger als klassischer Horrorfilm, sondern vielmehr als düsteres Rätsel voller Symbole, Hinweise und verborgener Bedeutungen.
Gerade diese Zurückhaltung macht den Film so wirkungsvoll. Während viele Genrevertreter auf plötzliche Schreckmomente oder spektakuläre Effekte setzen, vertraut Polanski vollständig auf die Kraft seiner Inszenierung. Die Spannung entsteht aus dem Ungewissen, aus Blicken, Begegnungen und kleinen Details, die sich erst nach und nach zu einem größeren Ganzen zusammenfügen. Besonders bemerkenswert ist die Atmosphäre. Von der ersten Minute an liegt über dem Film eine eigentümliche Mischung aus Eleganz, Bedrohung und Melancholie. Die Schauplätze wirken gleichzeitig faszinierend und unheimlich, während die Inszenierung stets eine gewisse Distanz wahrt. Dadurch entsteht jene subtile Gänsehaut, die wesentlich länger nachwirkt als jeder plötzliche Schockeffekt. Auch die Besetzung trägt entscheidend zum Gelingen bei. Vor allem Johnny Depp überzeugt als zynischer Buchhändler, der immer tiefer in ein Netz aus Geheimnissen, Manipulationen und dunklen Legenden hineingezogen wird. Seine zurückhaltende Darstellung passt hervorragend zur Atmosphäre des Films und verleiht der Geschichte eine zusätzliche Ebene von Unsicherheit.
Dabei nimmt sich der Film bewusst Zeit für seine Entwicklung. Wer rasante Action oder permanente Spannungsspitzen erwartet, könnte zunächst überrascht sein. „Die neun Pforten“ entfaltet seine Wirkung langsam und methodisch. Gerade dadurch entsteht jedoch eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto stärker verschwimmen die Grenzen zwischen Realität, Mythos und möglicherweise Übernatürlichem. Besonders faszinierend bleibt, dass der Film viele Fragen offenlässt. Polanski liefert keine einfachen Antworten und verweigert sich einer eindeutigen Interpretation. Dadurch bleibt das Geschehen lange nach dem Abspann im Kopf präsent und lädt dazu ein, über einzelne Ereignisse und ihre Bedeutung nachzudenken. Hinzu kommt jener leicht morbide Nachgeschmack, der sich gegen Ende immer stärker bemerkbar macht. Ohne zu viel vorwegzunehmen, hinterlässt die Geschichte ein Gefühl der Unruhe, das perfekt zum gesamten Ton des Films passt. Gerade diese Ambivalenz macht einen großen Teil seiner Faszination aus. Auch Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung hat „Die neun Pforten“ nichts von seiner Wirkung verloren. Die elegante Inszenierung, die meisterhaft aufgebaute Atmosphäre und die subtile Spannung machen den Film zu einem der interessantesten Okkult-Thriller seiner Zeit. Roman Polanski beweist einmal mehr, dass wahrer Schrecken nicht laut sein muss. Manchmal genügt ein Flüstern, ein Blick oder eine offene Tür, um eine unvergessliche Wirkung zu erzielen. Ein faszinierendes Werk, das auch heute noch seine Zuschauer in den Bann zieht.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Anders als bei der Erstauflage wurde das Bild hier endlich überarbeitet, hier sind jetzt viel weniger Bildfehler zu erkennen und insgesamt wirkt alles viel frischer und klarer. Eine gute Farbsättigung, eine stimmiger Kontrast und ausreichend feine Details bei der klaren Schärfe und bei der Auflösung.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Hier stechen vor allen die Dialoge klar hervor, ein Sound recht dynamisch gehalten besonders bei den Bässen. Doch auch bei der Neuauflage bewegt sich hier weiterhin vieles im Frontalbereich. Ein wenig feiner als früher aber immer noch nicht perfekt.
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Bonusbewertung: 3 von 5 Sternen.
Hier wurde erneut das Bonusmaterial von der DVD-Ausgabe übernommen. Standardextras bei denen die Untertitel-Einblendungen abgeschnitten sind.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —-
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 20. Dezember 2018