


1892, Fall River, Massachusetts: Lizzie Borden muss sich vor Gericht gegen die Anschuldigung verteidigen, ihre Familie mit einer Axt brutal umgebracht zu haben. Als der später legendär gewordene Mordfall geschieht, ist Lizzie 32 Jahre alt, unverheiratet und allein dadurch gesellschaftlich eine Außenseiterin. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Schwester, Stiefmutter und einem schier übermächtigen, kontrollwütigen Vater abgeschieden unter klaustrophobischen Bedingungen. Als die junge und schöne Haushaltshilfe Bridget in das Leben der Bordens tritt, findet Lizzie in ihr bald eine intime Vertraute.
Originaltitel: Lizzie
Regie: Craig William Macneill.
Drehbuch: Bryce Kass.
Darsteller: Chloë Sevigny (Love & Friendship), Kristen Stewart (Personal Shopper), Kim Dickens (Fear and the Walking Dead), Jamey Sheridan (Sully), Fiona Shaw (Das perfekte Verbrechen), Denis O’Hare (Milk).
Genre: Biografie / Krimi / Drama / Thriller
Land: USA
FSK: 16 Jahre.
Laufzeit: 106 Minuten.
Bildformat: 2.40:1 / 16:9 Widescreen (1920x1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Featurette, Trailer.
Vertrieb: Concorde Home Entertainment
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Filmbewertung: 3 von 5 Filmklappen.
Kaum ein Kriminalfall der amerikanischen Geschichte fasziniert bis heute so sehr wie der Fall Lizzie Borden. Mehr als ein Jahrhundert nach den berühmten Axtmorden wird noch immer darüber diskutiert, was damals tatsächlich geschah. Genau darin liegt auch das große Problem jeder Verfilmung: Die vollständige Wahrheit kennt vermutlich niemand. Während sich zahlreiche Bücher, Dokumentationen und Filme an unterschiedlichen Theorien versucht haben, schlägt Lizzie von Regisseur Craig William Macneill einen vergleichsweise nüchternen und glaubwürdigen Weg ein.
Wie bereits andere Adaptionen der Geschichte nimmt sich auch dieser Film einige Freiheiten. Doch im Gegensatz zu vielen früheren Umsetzungen wirkt die hier präsentierte Interpretation erstaunlich plausibel. Statt auf sensationshungrige Effekte oder reißerische Enthüllungen zu setzen, konzentriert sich die Inszenierung auf die Figuren und die beklemmende Atmosphäre innerhalb des Hauses. Dadurch entsteht das Gefühl, einem möglichen Ablauf der Ereignisse beizuwohnen, der zumindest nachvollziehbar erscheint. Gerade weil der Film keine endgültigen Antworten liefern möchte, gewinnt er an Glaubwürdigkeit.
Ein wesentlicher Grund dafür ist die hervorragende Besetzung. Chloë Sevigny verkörpert Lizzie Borden mit einer Mischung aus Verletzlichkeit, innerer Wut und emotionaler Kälte, die den Zuschauer ständig im Ungewissen lässt. Ebenso stark präsentiert sich Kristen Stewart, die ihrer Figur eine bemerkenswerte Intensität verleiht. Das Zusammenspiel der beiden Darstellerinnen trägt den Film nahezu vollständig und sorgt dafür, dass selbst die ruhigsten Szenen eine unterschwellige Spannung entwickeln.
Macneill inszeniert die Geschichte dabei fast wie ein Kammerspiel. Die Handlung bleibt überwiegend auf wenige Schauplätze und Figuren konzentriert, wodurch sich die bedrückende Stimmung immer weiter verdichtet. Große Action oder spektakuläre Wendungen sucht man hier vergeblich. Stattdessen lebt der Film von Blicken, Andeutungen, unausgesprochenen Konflikten und einer Atmosphäre permanenter Anspannung. Genau dadurch entwickelt sich aus dem historischen Drama langsam ein psychologischer Thriller, der seine Wirkung nicht durch Lautstärke, sondern durch seine Intensität entfaltet.
Auch optisch überzeugt der Film auf ganzer Linie. Die Ausstattung, Kostüme und die gedämpfte Farbgestaltung erzeugen ein authentisches Bild der damaligen Zeit. Gleichzeitig wirkt alles bewusst kühl und bedrückend, als würde das Haus selbst die Geheimnisse seiner Bewohner bewahren. Diese Inszenierung unterstützt die Geschichte hervorragend und verleiht ihr eine fast schon greifbare Beklemmung.
Lizzie Borden – Mord aus Verzweiflung ist sicherlich keine klassische True-Crime-Verfilmung und auch kein reiner Thriller. Vielmehr handelt es sich um ein eindringliches Drama über Isolation, Unterdrückung und die dunklen Abgründe menschlicher Beziehungen. Spannend, hervorragend gespielt und atmosphärisch dicht erzählt, gehört der Film zu den interessanteren Annäherungen an einen Fall, der vermutlich für immer ein Rätsel bleiben wird.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Ein sehr heller Kontrast, der Schwarzwert ist dennoch ordentlich kräftig. Die Tiefenschärfe und die Details sind hervorragend fein und die Farben sind passend und stimmig kraftlos gehalten.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Die räumliche Akustik erklingt glaubwürdig, fällt aber kaum auf. Denn die Dialoge stehen hier eindeutig im Vordergrund und diese sind mehr als dynamisch und zugleich voller Gefühl.
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Bonusbewertung: 2 von 5 Sternen.
Das zusätzliche Bonusmaterial ist nicht sonderlich erwähnungswert. Mau!
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —-
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 11. Dezember 2018
https://www.concorde-movie-lounge.de