


Wie beseitigt man den Mann mit dem eisernen Herzen? Vor dieser Frage stehen Jozef Gabcik (Jack Reynor) und Jan Kubis (Jack O’Connell), zwei Widerstandskämpfer, die im Rahmen der „Operation Anthropoid“ die Ermordung von Reinhard Heydrich (Jason Clarke) planen. Dieser, angetrieben von seiner Frau Lina (Rosamund Pike), einer glühenden Nationalsozialistin, ist als stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren für die Ermordung vieler Tausend Juden verantwortlich. In dem Wissen, dass jede klitzekleine Unvorsichtigkeit tödlich sein kann, planen Gabcik und Kubis das Attentat. Doch die Nachricht einer geplanten Sabotage sickert bis zu Heydrich durch und ein nervenzerreißendes Katz- und Maus-Spiel nimmt seinen Lauf.
Originaltitel: HHhH
Regie: Cédric Jimenez.
Drehbuch: David Farr, Audrey Diwan, Cédric Jimenez.
Darsteller: Jason Clarke (Everest), Rosamund Pike (Gone Girl), Jack O’Connell (Money Monster), Jack Reynor (Macbeth), Mia Wasikowska (Crimson Peak), Stephen Graham (Snatch).
Genre: Kriegsfilm / Thriller
Land: USA / Frankreich / Belgien / UK
FSK: 16 Jahre.
Laufzeit: 120 Minuten.
Bildformat: 2.40:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Making of, Interviews, Bildergalerie, Trailer.
Vertrieb: KSM GmbH
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Filmbewertung: 4 von 5 Filmklappen.
Verfilmungen historischer Ereignisse stehen oft vor einer schwierigen Aufgabe. Sie müssen einerseits den tatsächlichen Geschehnissen gerecht werden und andererseits als eigenständiger Film funktionieren. Bei HHhH gelingt dieser Spagat überraschend gut. Gerade im Vergleich zur Romanvorlage, die bei vielen Lesern durchaus umstritten war, wirkt die filmische Umsetzung deutlich zugänglicher und geschlossener. Das Buch von Laurent Binet sorgte seinerzeit für sehr unterschiedliche Reaktionen. Kritisiert wurden unter anderem die zahlreichen Einschübe, der ungewöhnliche Erzählstil und die teilweise sehr eigenwillige Struktur. Die Verfilmung verzichtet auf diese Experimente weitgehend und konzentriert sich stattdessen auf die eigentliche Geschichte. Das erweist sich als kluge Entscheidung. Denn als historischer Thriller funktioniert „Die Macht des Bösen“ bemerkenswert gut. Der Film entwickelt eine konstant spürbare Spannung und erzählt seine Geschichte mit einer Ernsthaftigkeit, die dem Thema angemessen ist. Trotz des bekannten historischen Hintergrunds gelingt es der Inszenierung immer wieder, den Zuschauer emotional einzubinden und die Ereignisse mitreißend zu präsentieren.
Besonders hervorzuheben ist die Besetzung. Vor allem Jason Clarke liefert eine beeindruckende Leistung ab. Seine Darstellung besitzt eine derartige Intensität, dass sie stellenweise regelrecht beängstigend wirkt. Es ist eine jener Rollen, bei denen man den dargestellten Charakter zwar zutiefst ablehnt, die schauspielerische Leistung dahinter aber uneingeschränkt anerkennen muss. Gerade dadurch gewinnt der Film enorm an Wirkung. Auch handwerklich präsentiert sich die Produktion auf hohem Niveau. Die Ausstattung wirkt aufwendig, die Schauplätze glaubwürdig und die Atmosphäre durchgehend dicht. Die Macher schaffen es, die Zeit des Zweiten Weltkriegs eindrucksvoll einzufangen, ohne dabei ausschließlich auf große Schlachtszenen oder spektakuläre Bilder zu setzen. Stattdessen entsteht die Spannung vor allem aus den Figuren und den Konsequenzen ihrer Entscheidungen.
Wer die literarische Vorlage nicht kennt und sich mit den historischen Hintergründen weniger beschäftigt hat, dürfte zudem von einigen Entwicklungen überrascht werden. Der Film versteht es geschickt, seine Geschichte aufzubauen und selbst bekannte Ereignisse spannend zu inszenieren. Natürlich erscheinen jedes Jahr zahlreiche Filme über den Zweiten Weltkrieg. Das Genre ist mittlerweile so umfangreich geworden, dass viele Produktionen kaum noch aus der Masse herausragen. Genau deshalb fällt „Die Macht des Bösen“ positiv auf. Nicht, weil er das Rad neu erfindet, sondern weil er seine Geschichte konzentriert, spannend und handwerklich überzeugend erzählt. Vielleicht erreicht der Film nicht ganz die Größe der ganz großen Klassiker des Genres, doch er besitzt genügend eigene Qualitäten, um in Erinnerung zu bleiben. Die starke Besetzung, die packende Inszenierung und die gelungene Konzentration auf die eigentliche Geschichte sorgen dafür, dass man dem Film seine Aufmerksamkeit gerne schenkt. „Die Macht des Bösen“ ist ein aufwendig produzierter, spannender und hervorragend gespielter Historienthriller, der die Schwächen seiner Romanvorlage weitgehend hinter sich lässt. Jason Clarke liefert eine beeindruckende Leistung ab, die Spannung bleibt über weite Strecken erhalten und die Geschichte hebt sich angenehm von vielen anderen Kriegsfilmen ab. In einem Genre, das mittlerweile beinahe überfüllt wirkt, gehört dieser Film durchaus zu den Werken, die aus der Masse hervorstechen. Wünschen würde man es ihm jedenfalls.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Die Farbwiedergabe zeigt sich passend etwas dezent bis kühl und leider überzeugen die Details nicht immer fein. Die klare Schärfe und der gute Schwarzwert sind aber überdurchschnittlich gut.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Durchgehend klare und dynamische Dialoge, dazu eine gelungene Kriegssoundkulisse bei den Actionszenen. Ebenfalls packend!
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Bonusbewertung: 3 von 5 Sternen.
Völlig ausreichendes KSM-Standardbonusmaterial.
Abspann: Nein. Da kommt nichts mehr!
Zusätzliche Infos: Ist die Verfilmung des Romans „HHhH“ (Himmlers Hirn heißt Heydrich).
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4260495766263
VÖ-Kauf: 17. Mai 2018
www.ksmfilm.de