


Vor 5.300 Jahren in der Jungsteinzeit. Eine Großfamilie lebt friedlich an einem Bach in den Ötztaler Alpen. Ihrem Anführer Kelab (JÜRGEN VOGEL) obliegt es, den heiligen Schrein zu verwahren. Während Kelab auf der Jagd ist, wird seine Siedlung überfallen und die gesamte Sippe ermordet, darunter auch Kelabs Frau und sein Sohn. Auch das Heiligtum der Gemeinschaft wird geraubt. Getrieben von Schmerz und Wut hat Kelab nur noch ein Ziel – Vergeltung!
Kelab folgt den Spuren der Täter. Auf seiner Odyssee durch das Gebirge ist er den Gefahren der Natur ausgesetzt. Ein tragischer Irrtum macht ihn selbst zum Gejagten. Schließlich steht Kelab nicht nur den Mördern seiner Familie, sondern auch sich selbst gegenüber. Wird er seinem Drang nach Rache nachgeben und selbst vom Opfer zum Täter? Oder gelingt es ihm, den ewigen Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen?
Originaltitel: Der Mann aus dem Eis
Regie: Felix Randau.
Drehbuch: Felix Randau.
Darsteller: Jürgen Vogel, André Hennicke, Sabin Tambrea, Susanne Wuest, Martin Augustin Schneider, Violetta Schurawlow, Franco Nero, Anna F., Axel Stein, Paula Renzler.
Genre: Drama
Land: Österreich / Deutschland / Italien
FSK: 12 Jahre.
Laufzeit: 97 Minuten.
Bildformat: 2.39:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Frühform rätische Sprache.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Making of, Interviews, Alternatives Filmende, Aufnahmen Kampfproben, Am Set, Trailer.
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
![]()
![]()
Filmbewertung: 3 von 5 Filmklappen.
Schon die außergewöhnliche Kulisse macht Der Mann aus dem Eis zu einem besonderen Filmerlebnis. Die gewaltigen Landschaftsaufnahmen, die raue Natur und die kompromisslose Darstellung einer längst vergangenen Zeit erzeugen eine Atmosphäre, die den Zuschauer sofort in ihren Bann zieht. Besonders die Bildgewalt gehört zu den größten Stärken des Films. Die eisigen Gebirgslandschaften wirken ebenso faszinierend wie bedrohlich und verleihen der Geschichte eine eindrucksvolle Wucht. Unterstützt wird dies durch einen Hauptdarsteller, der auch ohne viele Worte eine bemerkenswerte Präsenz entwickelt und die körperlichen wie emotionalen Strapazen seiner Figur glaubwürdig vermittelt. Atmosphärisch funktioniert das Werk daher ausgezeichnet. Die Spannung entsteht weniger durch große Wendungen als durch die ständige Bedrohung und die unerbittliche Umgebung, in der sich die Handlung entfaltet. Gerade dadurch entwickelt der Film eine intensive und oftmals beklemmende Wirkung.
Allerdings zeigt sich auch, dass die Geschichte nur bedingt von ihrer ungewöhnlichen Ausgangslage profitiert. Die frei erfundene Interpretation rund um die letzten Tage des berühmten Ötzi bietet zwar interessante Ansätze, erzählt letztlich aber ein recht klassisches Rachedrama. Viele Motive wirken vertraut und lassen nur selten wirklich neue Perspektiven entstehen. Hinzu kommt, dass einige Ideen lediglich angerissen werden. Immer wieder deutet der Film spannende Themen und Konflikte an, entwickelt diese jedoch nicht konsequent weiter. Dadurch entsteht der Eindruck, dass deutlich mehr Potenzial vorhanden gewesen wäre, als letztlich ausgeschöpft wird. Trotzdem sorgt die kompromisslose Inszenierung immer wieder für starke Momente. Die Gewalt wirkt roh und unmittelbar, die Mordszenen sind teilweise überraschend hart und passen hervorragend zur erbarmungslosen Welt, die hier gezeichnet wird. Dabei bleibt der Film stets ernst und verzichtet auf jede Form von Romantisierung.
So bleibt ein atmosphärisch dichter Historienfilm, der vor allem durch seine Bilder und seine intensive Stimmung überzeugt. Inhaltlich hätte die Geschichte mutiger und origineller ausfallen dürfen, doch die eindrucksvolle Inszenierung macht viele Schwächen wett. „Der Mann aus dem Eis“ ist ein bildgewaltiges, raues und stellenweise erschreckend brutales Rachedrama. Faszinierend anzusehen, hervorragend gespielt und voller starker Momente – auch wenn am Ende das Gefühl bleibt, dass aus der außergewöhnlichen Ausgangslage noch deutlich mehr hätte entstehen können.
![]()
![]()
![]()
Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Kühle Farben für eine stimmige Atmosphäre, der Schwarzwert zeigt sich dabei satt und sowohl die Schärfe als auch die Details mehr als ordentlich.
![]()
![]()
![]()
Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Der Film kommt fast komplett ohne Worte aus, die Geräuschekulisse ist aber mitreisend und der hervorragend dezent gesetzte Score sorgt für Gänsehaut.
![]()
![]()
Bonusbewertung: 3 von 5 Sternen.
Sehr gutes zusätzliches Bonusmaterial mit Standardinformationen und Einblicken.
Abspann: Nein. Da kommt nichts mehr!
Zusätzliche Infos: Ötzi fand man 1991 in den Ötztaler Alpen.
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 18. Mai 2018
www.ascot-elite.de
dermannausdemeis-film.de