


Seit nun schon acht Jahrzehnten trabt ein furchtloser Held durch die Prärie, den auch heute noch fast jedes Kind kennt: LUCKY LUKE! Seite an Seite mit seinem Pferd Jolly Jumper und dem Hund Rantanplan jagt er nach all den Jahren immer noch erfolgreich den verbrecherischen Dalton-Brüdern und anderen Schurken hinterher, um sie hinter Schloss und Riegel zu bringen.
Ursprünglich im Jahr 1946 von dem belgischen Zeichner Maurice de Bevère aka „Morris“ als Comicfigur für ein Wochenmagazin ins Leben gerufen, erlangte Lucky Luke ab 1955 seine bis heute ungebrochene Popularität, als mit René Goscinny (ASTERIX) einer der bekanntesten Comicautoren des Jahrhunderts fortan die Texte und Dialoge verfasste. Schließlich schaffte der „Lonesome Cowboy“ Anfang der 1970er Jahre den Sprung auf die Leinwand und war seither als Protagonist in zahlreichen Kino- und Serienabenteuern zu sehen.
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Lucky Luke – Daisy Town: „Daisy Town“ besitzt genau jene Mischung aus trockenem Humor, witzigen Dialogen und liebevoll gezeichneten Figuren, die Lucky Luke so sympathisch macht. Die Geschichte selbst bleibt angenehm unkompliziert und richtet sich damit nicht nur an ein junges Publikum, sondern funktioniert auch für Nostalgiker, die mit dem einsamen Cowboy und seinen ewigen Kontrahenten aufgewachsen sind. Familienfreundliche Unterhaltung steht hier klar im Vordergrund, ohne dass der Humor ausschließlich auf die jüngsten Zuschauer zugeschnitten wäre. Die Figuren tragen einen großen Teil des Vergnügens. Ihre Eigenheiten werden mit sichtbarer Liebe ausgespielt, während die Dialoge immer wieder kleine humoristische Treffer landen. Die Geschichte muss dafür keine großen dramaturgischen Kunststücke vollbringen. Sie funktioniert gerade durch ihre Einfachheit und den vertrauten Charme des Lucky-Luke-Universums. Nach der Hälfte verliert der Film allerdings spürbar an Fahrt. Wo zu Beginn noch die Geschichte und die humorvollen Situationen stärker ineinandergreifen, verlässt sich die Inszenierung zunehmend auf den Charme ihrer Figuren. Das funktioniert durchaus, nimmt dem Abenteuer aber etwas von seiner ursprünglichen Dynamik.
Lucky Luke – Sein größter Trick: Die Dalton-Brüder bekommen hier wieder reichlich Gelegenheit, ihren ganz eigenen Unsinn zu veranstalten. Der typische Lucky-Luke-Humor wird konsequent fortgeführt und die Geschichte rund um die vier Brüder wirkt schwungvoller als bei „Daisy Town“. Das Zusammenspiel der Daltons liefert genügend Material für den bekannten Slapstick. Ihre unterschiedlichen Charaktere und Temperamente sorgen dafür, dass aus einer eigentlich einfachen Ausgangslage immer wieder Chaos entsteht. Die Geschichte besitzt dadurch einen angenehmen Vorwärtsdrang. Ganz so abwechslungsreich fällt das Abenteuer allerdings nicht aus. Die vertrauten Zutaten werden etwas stärker wiederholt, wodurch sich der Eindruck einstellt, dass der Film seine Möglichkeiten nicht ganz ausschöpft. Unterhaltsam bleibt das Ganze trotzdem, denn auf den Charme der Daltons ist schließlich Verlass.
Lucky Luke – Das große Abenteuer: Hier gehören die Dalton-Brüder endgültig zu den großen Stars des Abenteuers. Der Film legt seinen Schwerpunkt deutlich auf ihre chaotische Dynamik und macht aus den unterschiedlichen Temperamenten der vier Brüder eine regelrechte Slapstick-Maschine. Jeder hat seine eigene Art, das Chaos voranzutreiben, und genau daraus entsteht ein Humor, der vor allem für ein jüngeres Publikum bestens funktioniert. Die Geschichte bleibt kindgerecht und unterhaltsam, ohne sich unnötig kompliziert aufzublasen. Der Spaß entsteht vor allem aus den Reaktionen der Figuren aufeinander und aus der Tatsache, dass die Daltons ihre eigenen Probleme zuverlässig selbst vergrößern. Interessant ist auch eine kleine Veränderung, die weit über diesen einzelnen Film hinaus Bedeutung für die Figur Lucky Luke besitzt: Hier wurde ihm offiziell das Rauchen abgewöhnt. Aus der Zigarette wurde der berühmte Grashalm im Mund. Lucky Luke wurde damit gewissermaßen zum „Botschafter der Gesundheit“ – wobei es vermutlich selten einen so entspannten Gesundheitsbotschafter gegeben hat.
Lucky Luke – Auf in den wilden Westen: Mit „Auf in den wilden Westen“ hält die moderne Animationswelt Einzug in die Collection. Der Film arbeitet deutlich rasanter und setzt auf eine hohe Gagdichte. Die Macher zeigen viel Liebe zum Detail und verstecken zahlreiche vergnügliche Anspielungen und Filmzitate in ihrer Inszenierung. Wer aufmerksam hinschaut, bekommt neben der eigentlichen Geschichte also noch einige kleine Entdeckungen serviert. Die Animation besitzt Energie und die Geschichte funktioniert als unterhaltsamer Animationsspaß. Lucky Luke und die Daltons werden mit viel Bewegung und Tempo durch das Abenteuer gejagt, wodurch der Film deutlich moderner wirkt als die älteren Beiträge der Collection. Das hohe Tempo hat allerdings auch seine Schattenseite. Die ständige Aneinanderreihung von Gags und die zahlreichen Verkleidungstricks der Daltons nutzen sich relativ schnell ab. Was zunächst rasant und witzig wirkt, entwickelt sich stellenweise zum Klamauk. Die Grenze zwischen liebevollem Slapstick und bloßer Gagdauerbeschallung wird dadurch gelegentlich überschritten. Die vier Filme zeigen damit auch vier unterschiedliche Facetten derselben Figur. „Daisy Town“ punktet mit Dialogwitz und nostalgischem Charme, „Sein größter Trick“ bringt die Daltons schwungvoll ins Spiel, „Das große Abenteuer“ macht deren Chaos zum eigentlichen Motor und „Auf in den wilden Westen“ setzt auf modernes Tempo, Detailverliebtheit und zahlreiche Anspielungen. Nicht jeder Film hält dieses Niveau durchgehend, doch Lucky Luke selbst bleibt eine Figur, deren Charme erstaunlich zeitlos funktioniert.
Bei dieser Collection darf zunächst einmal aufgeatmet werden: Das Bild wurde nicht wieder auf Teufel komm raus von 4:3 auf 16:9 aufgeblasen. Wer eine frühere Veröffentlichung kennt, weiß, dass man es dort mit dem Zoom etwas zu gut gemeint hatte. Hier bleibt das ursprüngliche Bildformat unangetastet und damit auch das Bild selbst in seiner vorgesehenen Form erhalten. Eine kleine Selbstverständlichkeit, die offenbar nicht immer selbstverständlich ist. Alle vier Filme liefern eine erfreulich klare Schärfe und eine recht feine Auflösung. Trotz der ordentlichen technischen Darstellung bleibt ihnen eine gewisse altmodische Bildwirkung erhalten. Das Material wirkt nicht künstlich auf Hochglanz poliert, sondern bewahrt einen klassischen Charakter, der die Präsentation angenehm natürlich erscheinen lässt. Eine Ausnahme bildet der vierte und neuere Film. Hier zeigt sich das Bild deutlich moderner und wesentlich auffälliger. Die Farben springen regelrecht aus dem Bildschirm und präsentieren sich ausgesprochen grell und knallig. Der visuelle Unterschied zu den älteren Filmen ist dadurch deutlich erkennbar.
Akustisch macht sich bei den älteren Filmen das Alter des Materials stärker bemerkbar. Der Ton klingt über weite Strecken etwas matt und zudem eine Spur zu leise. Wer die Lautstärke entsprechend anpasst, bekommt allerdings eine saubere und klar verständliche Wiedergabe geboten. Größere Beanstandungen bleiben damit aus, auch wenn man natürlich keine moderne Klangpräsentation erwarten sollte. Der vierte Film schlägt auch hier einen deutlich zeitgemäßeren Weg ein. Die Tonspur wirkt wesentlich dynamischer und besitzt zudem räumliche Akzente. Dadurch entsteht ein deutlich lebendigerer und modernerer Klangeindruck, während sich die älteren Filme akustisch klar ihrer Entstehungszeit verpflichtet fühlen.
Beim Bonusmaterial hält sich die Collection ziemlich zurück. Zu jedem der vier Filme gibt es im Wesentlichen lediglich Trailer und für alles zusammen eine Dokumentation.