


Chanti is bäck – im wahrscheinlich geilsten Märchen ever! Chantal (Jella Haase), ewige Influencerin ohne Follower, und ihre beste Freundin Zeynep (Gizem Emre) geraten durch einen antiken Zauberspiegel, den sie für ein Social Media Gimmick halten, in die Märchenwelt. Zur Freude Chantals, denn als Prinzessin kann man doch vermutlich den besten Content generieren! Dummerweise ist es nicht irgendein Märchen, in das sie hineingerät, sondern ausgerechnet „Dornröschen“. Kleine Warnung an alle Prinzen: Wachküssen nur auf eigene Gefahr! Während Chantal den Weg zurück nach Hause sucht, stellt sie fest, dass im Reich der Drachen, Feen und anderer Märchenfiguren vieles anders läuft, als wir es aus den Geschichten der Gebrüder Grimm kennen. Prinzessin Amalia (Maria Ehrich), die so gar nicht davon träumt, verheiratet zu werden, der sensible Prinz Bosco (Max von der Groeben), der unter Identitätsproblemen leidet, Aladin (Mido Kotaini), der noch nie etwas von einem fliegenden Teppich gehört hat, und eine Hexe (Nora Tschirner), die alles andere als die Klischees erfüllt.
Originaltitel: Chantal im Märchenland
Regie: Bora Dagtekin.
Drehbuch: Bora Dagtekin.
Darsteller: Jella Haase, Gizem Emre, Mido Kotaini, Max von der Groeben, Maria Ehrich, Nora Tschirner, Frederick Lau, Cooper Dillon, Alexandra Maria Lara, Milena Tscharntke, Ben Felipe, Maria Happel, Elena Uhlig.
Genre: Komödie / Fantasy
Land: Deutschland
FSK: 12 Jahren.
Laufzeit: 123 Minuten.
Bildformat: 2.39:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Deutsch.
Tonsystem: Dolby Atmos, Dolby Digital 2.0
Untertitel: deutsch, englisch für Hörgeschädigte, englisch.
Extras: Deleted Scenes, Making of, Trailer.
Vertrieb: Constantin Film.
![]()
Filmbewertung: 2 von 5 Clapperboards.
Chantal im Märchenland macht es einem nicht leicht. Bevor man sich den zahlreichen Schwächen widmet, sollte man jedoch anerkennen, dass die Produktion zumindest in einem Bereich überzeugen kann: Die Kostüme und Kulissen sind aufwendig gestaltet und verleihen dem Film stellenweise tatsächlich den Anschein eines modernen Märchens. Optisch wird hier einiges aufgefahren. Leider bleibt dies einer der wenigen Aspekte, die nachhaltig positiv in Erinnerung bleiben. Inhaltlich wirkt der Film oft orientierungslos und scheint sich vor allem an ein sehr spezifisches Publikum zu richten. Wer mit der Hauptfigur und ihrem Humor bereits vertraut ist, wird vermutlich deutlich mehr Freude an dem Werk haben als Zuschauer, die auf eine klassische Fantasy-Komödie hoffen.
Das größte Problem liegt dabei weniger in der Grundidee als in ihrer Umsetzung. Statt das Märchenkonzept für fantasievolle Abenteuer oder cleveren Humor zu nutzen, verliert sich die Geschichte immer wieder in zeitgeistigen Kommentaren und Botschaften, die häufig stärker im Vordergrund stehen als die eigentliche Handlung. Dadurch entsteht stellenweise der Eindruck, dass die Geschichte lediglich Mittel zum Zweck ist. Auch der Humor dürfte nicht jeden Geschmack treffen. Die Dialoge setzen überwiegend auf bewusst überzeichnete Umgangssprache, Slang und provokante Formulierungen. Was für die eine Zielgruppe modern und authentisch wirkt, erscheint für andere eher anstrengend und übertrieben. Nicht selten gehen darunter Witz, Charme und sprachliche Raffinesse verloren.
Hinzu kommt eine Handlung, die überraschend dünn ausfällt. Viele Szenen wirken lose aneinandergereiht, während die Geschichte nur selten echten erzählerischen Schwung entwickelt. Die zentrale Botschaft wird dabei immer wieder betont, ohne ihr neue Facetten oder interessante Perspektiven zu verleihen. Dadurch wirkt vieles vorhersehbar und wenig originell. Gerade weil die Ausstattung zeigt, welches Potenzial in dem Stoff gesteckt hätte, fällt diese verpasste Chance umso stärker auf. Statt eines fantasievollen Märchenabenteuers entsteht oft das Gefühl, einer Aneinanderreihung von Gags und Botschaften zu folgen, die nur bedingt zu einer stimmigen Geschichte zusammenfinden. So bleibt „Chantal im Märchenland“ ein Film, der sein Publikum vermutlich stark spalten wird. Die einen werden den frechen Humor, die moderne Sprache und den respektlosen Umgang mit Märchenklischees feiern. Andere werden vor allem die schwache Handlung, die wenig subtilen Botschaften und die fehlende erzählerische Tiefe bemängeln. Optisch gelungen, inhaltlich jedoch deutlich weniger märchenhaft als erhofft.
![]()
![]()
![]()
Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Beim Bild der High Definition Blu-ray Disc ist leider der Kontrast viel zu grell ausgefallen, als wäre Sunshine Reggae unterm Märchenzelt. Darunter leidet der Schwarzwert. Alles wird überstrahlt, da hat keine Falte eine Chance. Die kräftigen Farben, die klare Schärfe und die Details sind ausgezeichnet.
![]()
![]()
![]()
Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Der Ton präsentiert sich sehr dynamisch und insgesamt hervorragend sauber. Die schlechten Soundeffekte sind vielmehr auf das Sounddesign der Produktion zurückzuführen.
![]()
![]()
Bonusbewertung: 3 von 5 Sternen.
Das zusätzliche Bonusmaterial ist weder märchenhaft gestaltet noch informativ.
Abspann: Den kompletten Abspann über gibt es Outtakes ohne HappyEnd. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann essen die Pferde nach wie vor die Blätter vom Baum.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4011976355885
VÖ-Kauf: 22.08.2024