


An einem heißen Sommertag begegnen sich im Norden Englands zwei Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Mona (Natalie Press) kommt aus der Arbeiterklasse und lebt seit dem Tod ihrer Mutter mit ihrem gottesfürchtigen Bruder Phil (Paddy Considine) zusammen über einem alten Pub. Tamsin (Emily Blunt) stammt aus gutem Hause und ist gerade wegen des schlechten Einflusses, den sie auf andere hat, von ihrem teuren Privatinternat geflogen. Schnell fühlen sich die beiden zueinander hingezogen und erleben einen aufregenden Sommer voller Leidenschaft. Doch während Monas Gefühle aufrichtig sind, ist für Tamsin alles nur ein Spiel…
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My Summer of Love lebt vor allem von seiner tiefgründigen und beinahe melancholischen Atmosphäre. Der Film erzählt seine Geschichte ruhig und beobachtend, wodurch sich die emotionale Spannung langsam entfalten kann. Besonders beeindruckend ist dabei das Zusammenspiel zwischen Natalie Press und Emily Blunt, die hier zudem ihr Kinodebüt gab. Beide wirken erstaunlich authentisch und verleihen der Geschichte eine intensive Glaubwürdigkeit.
Gerade die Dynamik zwischen den Figuren macht den Film so fesselnd. Die Liebesgeschichte entwickelt sich unberechenbar, schwankt zwischen Nähe, Unsicherheit und emotionalen Extremen und fängt dadurch die typischen Achterbahnfahrten der Jugend bemerkenswert ehrlich ein. Hinzu kommen die malerischen und gleichzeitig oft düsteren Landschaften Yorkshires, die für eindrucksvolle, beinahe poetische Bilder sorgen. Die Kulissen tragen viel zur Stimmung des Films bei und verleihen ihm eine stille, manchmal bedrückende Schönheit.
Allerdings merkt man auch, dass die Schauplätze insgesamt recht eingeschränkt bleiben. Zudem hält das Drehbuch spürbar Potenzial zurück und verliert sich stellenweise in ruhigeren Passagen, die gewisse Längen entstehen lassen. Dennoch gelingt es dem Film, diese Schwächen weitgehend durch Atmosphäre, Bildsprache und die starken schauspielerischen Leistungen zu kaschieren. So bleibt „My Summer of Love“ ein eindringliches, sensibles und durchaus gelungenes Werk, das weniger durch große Handlungsmomente überzeugt als vielmehr durch seine Stimmung und seine emotionalen Zwischentöne.
Die Bildqualität fängt die ruhige und beinahe verträumte Stimmung des Films wunderbar ein. Warme Farben verleihen den Aufnahmen eine angenehme Lebendigkeit, während selbst kleine Lichtmomente wie Sonnenstrahlen spürbar weich und natürlich wirken. Die Schärfe zeigt sich durchgehend klar und präzise, unterstützt von einem freundlich hell abgestimmten Kontrast, der dem gesamten Bild eine leichte und fast schon wohltuende Ausstrahlung verleiht.
Klanglich setzt der Film ganz auf Zurückhaltung und Atmosphäre. Die Dialoge stehen stets deutlich im Mittelpunkt und werden sauber sowie angenehm ruhig wiedergegeben. Begleitet von einem sanft melancholischen Klangbild entsteht ein sehr harmonischer Höreindruck, der die emotionale Wirkung des Films zusätzlich unterstützt.
Beim Bonusmaterial gibt es das übliche Programm aus Interviews, B-Rolls und Trailern, insgesamt also eher klassische Standardkost.