

Kein Horrorfilm-Franchise ist mehr sicher! Sechsundzwanzig Jahre nachdem sie dem verdächtig vertrauten maskierten Mörder ‚Ghostface‘ entkommen sind, gerät der harte Kern der alten Truppe erneut ins Visier des Killers. Shorty (Marlon Wayans), Ray (Shawn Wayans), Cindy (Anna Faris) und Brenda (Regina Hall) kommen in ‚Scary Movie 6‘ wieder zusammen, um sich gemeinsam mit altbekannten und neuen Gesichtern durch Reboots, Remakes, Requels, Prequels, Sequels, Spin-offs, Elevated Horror, Originalgeschichten, alles, was das Wort ‚Legacy‘ enthält und jedes ‚letzte Kapitel‘, das absolut nicht das letzte ist, zu schlitzen. Nichts ist heilig, kein Klischee bleibt verschont, jede Grenze wird überschritten. Die Wayans sind zurück und canceln die Cancel Culture…
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Die Rückkehr von Anna Faris, Regina Hall sowie Marlon und Shawn Wayans ist zunächst genau das, was Fans der alten Reihe sehen wollen. Nach Jahren tauchen vertraute Gesichter wieder auf und für einen kurzen Augenblick stellt sich tatsächlich dieses nostalgische Gefühl ein, als könnte der alte „Scary Movie“-Wahnsinn zurück sein. Brenda ist wieder Brenda und damit erneut einer der absoluten Knaller. Auch die aktuellen Horrorvorlagen liefern eigentlich reichlich Material: „The Substance“, „Terrifier“, „Scream 5 & 6“ und „Blood & Sinners“ bekommen ihr Fett weg. Dazu kommen vulgärer Klamauk, Tabubrüche und jene Sorte Humor, bei der guter Geschmack ohnehin besser draußen vor der Kinotür wartet. Nur muss man über einen Witz eben auch lachen können. Und genau daran scheitert „Scary Movie 6“ erschreckend häufig. Über 90 Prozent der Gags zünden nicht. Sie verpuffen, laufen ins Leere oder wirken so bemüht, dass selbst der nächste Tabubruch keine Wirkung mehr besitzt.
Noch schlimmer wird es bei dem Versuch, die unterschiedlichen Generationen miteinander zu verbinden. Die alten Filme durften hemmungslos, vulgär und geschmacklos sein, ohne ständig den Eindruck zu erwecken, sich bei irgendjemandem anbiedern zu müssen. „Scary Movie 6“ wirkt dagegen wie ein Film, der unbedingt beweisen möchte, dass er die heutige Generation verstanden hat. Nur ist das Ergebnis weniger eine bissige Satire auf diese Generation als deren ziemlich stumpfe Kopie. Statt die heutige Meme- und Kurzaufmerksamkeitskultur einmal ordentlich auseinanderzunehmen, übernimmt der Film deren Eigenschaften gleich selbst: schnell, laut, möglichst platt und bloß keine Pointe länger als nötig stehen lassen. Eine Handlung wird dabei beinahe zur Nebensache. Was bleibt, ist eher eine unkoordinierte Sammlung aus Memes, Parodien, Verkleidungstricks und einzelnen Einfällen, die wild durcheinandergeworfen werden. Man könnte meinen, das Drehbuch sei nicht geschrieben, sondern durch einen endlosen Scrollvorgang zusammengestellt worden. Genau hier hätte „Scary Movie 6“ richtig böse werden können. Die heutige Generation hätte sich wunderbar vorführen lassen: eine Generation, die sich an Memes festhält, alles sofort konsumieren möchte und aus einem Internet-Gag offenbar bereits eine vollständige humoristische Weltanschauung machen kann. Der Film hätte diese Entwicklung gnadenlos auf die Schippe nehmen können. Stattdessen scheint er ihr regelrecht hinterherzulaufen. Er möchte modern sein und merkt nicht, dass er dadurch genau das bestätigt, was er eigentlich kritisieren könnte. Aus der Satire auf die heutige Generation wird dadurch stellenweise eine unfreiwillige Liebeserklärung an ihre stumpfsten Auswüchse. Und irgendwann stellt sich die durchaus berechtigte Frage: Auf welcher Seite steht dieser Film eigentlich? Will er die heutige Generation bloßstellen oder möchte er unbedingt von ihr akzeptiert werden? Die Antwort bleibt unangenehm unklar.
Das ist umso ärgerlicher, weil die Rückkehr der alten Besetzung durchaus das Potenzial für eine richtige Abrechnung gehabt hätte. Anna Faris, Regina Hall und die Wayans bringen eine Vergangenheit mit, in der Parodie noch etwas dreister sein durfte. Brenda funktioniert auch deshalb so gut, weil sie ihre eigene völlig bescheuerte Welt besitzt und nicht wie eine Figur wirkt, die erst einmal den aktuellen Internet-Humor studieren musste. „Scary Movie 6“ hätte diesen Kontrast nutzen können: alte Schule gegen neue Generation, bissige Parodie gegen Meme-Dauerfeuer, echte Tabubrüche gegen das verzweifelte Bemühen, bloß nicht aus dem aktuellen Trend zu fallen. Stattdessen bekommt man häufig Klamauk, der so lange auf derselben Pointe herumtritt, bis auch der letzte Rest Humor darunter begraben liegt. Der Film ist dadurch nicht einmal konsequent vulgär, sondern vor allem anstrengend. Wenn mehr als neun von zehn Gags nicht funktionieren, wird selbst die größte Geschmacklosigkeit irgendwann zur Pflichtveranstaltung. Ausgerechnet die Botschaft am Ende ist dann einer der wenigen Momente, in denen „Scary Movie 6“ tatsächlich etwas zu sagen hat. Sie funktioniert und besitzt mehr Substanz als vieles, was zuvor über die Leinwand stolpert. Nur reicht eine vernünftige Botschaft nicht aus, wenn der Film selbst nicht den nötigen Mut besitzt, seine Kritik wirklich durchzuziehen. Der GenZ Wahnsinn wird durch diesen Film jedenfalls nicht gestoppt, weil er selbst nicht hart genug gegenhält. Wer gegen eine Entwicklung schießen möchte, muss auch bereit sein, richtig zu treffen. Ein vorsichtiger Streifschuss reicht nicht, wenn man eigentlich eine Abrissbirne angekündigt hat.
So bleibt am Ende vor allem die bittere Erkenntnis, dass ausgerechnet die Rückkehr der alten Besetzung mehr Freude bereitet als das eigentliche Wiedersehen mit der Reihe. Die Nostalgie funktioniert, Brenda funktioniert und einige der bekannten Gesichter erinnern daran, wie viel anarchischer Humor einmal möglich war. Der Rest wirkt dagegen wie ein Film, der unbedingt mit der heutigen Generation mithalten möchte und dabei vergessen hat, dass eine gute Parodie nicht dazugehören muss. Sie muss ihr Ziel treffen. „Scary Movie 6“ trifft leider nur selten. Statt den modernen Wahnsinn auseinanderzunehmen, passt er sich ihm erschreckend häufig an. Ein Film, der eigentlich gegen die neue Generation schießen könnte, hält am Ende lieber selbst die Hände schützend über sie. Und das ist für eine „Scary Movie“-Fortsetzung wahrscheinlich der größte Witz, nur leider keiner, über den man lachen kann.
Die Blu-ray von Scary Movie 6 geht bei der Bildgestaltung bereits ziemlich offensiv zu Werke. Der helle Kontrast sorgt für eine freundliche und klare Präsentation, während kräftige Farben das Geschehen ordentlich zum Leuchten bringen. Die Schärfe ist sehr sauber und lässt das Bild ausgesprochen klar erscheinen. Wer anschließend auf die 4K UHD wechselt, bekommt noch eine Schippe mehr davon. Aus dem hellen Kontrast der Blu-ray wird eine deutlich grellere Darstellung, und auch die Farben legen nochmals kräftig zu. Das Bild wirkt dadurch noch auffälliger und passt damit durchaus zum völlig überdrehten Charakter des Films. Der eigentliche Mehrwert liegt allerdings in den Details. Diese werden auf der UHD nochmals feiner herausgearbeitet und zeigen sich vor allem im Hintergrund. Das ist hier keineswegs nebensächlich, denn ausgerechnet dort verstecken sich einige der besten Gags des Films. Wer also nicht nur auf die offensichtlichen Pointen achtet, bekommt mit der UHD auch bildtechnisch etwas mehr zu entdecken.
Akustisch liefern sowohl Blu-ray als auch 4K UHD eine sehr saubere und klare Vorstellung ab. Die Wiedergabe besitzt eine hervorragende Dynamik und sorgt dadurch für ordentlich Bewegung im Klangbild. Dialoge und übrige Tonelemente bleiben klar verständlich und werden insgesamt sehr überzeugend präsentiert. Ein Blick auf das tatsächlich verwendete Tonformat sorgt allerdings für etwas Ernüchterung. Ausgerechnet in Deutschland ist bei beiden Formaten lediglich Dolby Digital 5.1 vorhanden. Technisch wäre hier durchaus mehr möglich gewesen. Der vorhandene Ton macht seine Sache zwar ordentlich, hinterlässt angesichts der ansonsten überzeugenden Wiedergabe aber trotzdem den Eindruck, dass man bei der Ausstattung unnötig auf der Bremse stand.
Beim Bonusmaterial warten vier Specials, die zwar nicht gerade abendfüllend ausfallen, sich aber als durchaus kurzweilig erweisen. Im Mittelpunkt stehen vor allem die bekannten und legendären Figuren, denen entsprechend viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. Wer nach dem Film noch ein wenig bei den vertrauten Charakteren verweilen möchte, bekommt damit zumindest einige unterhaltsame Zusatzinhalte geboten. Umfangreich ist das Paket nicht, aber die vier Beiträge erfüllen ihren Zweck und lassen sich angenehm nebenbei anschauen.