


Die attraktive Schülerin Clare ist eine skrupellose Serienkillerin. Das scheinbar normale Mädchen besucht eine katholische Schule und lebt bei ihren Großeltern. Doch hinter der Fassade geht sie äußert brutal gegen Männer vor, die ihrer Meinung nach böse sind. Ihre mühsam aufgebaute Welt gerät aus den Fugen, als ein hartnäckiger Detective Clare verdächtigt, etwas mit den Morden zu tun zu haben.
Originaltitel: Saint Clare
Zwischen Rachefantasie, religiösem Wahn und schwarzem Humor wandelt Saint Clare auf einem schmalen Grat, ohne sich jemals endgültig für eine Richtung zu entscheiden. Gerade dieses Spiel mit unterschiedlichen Tonlagen macht den Film gleichermaßen interessant wie frustrierend. Was als düsterer Rache-Thriller beginnt, schlägt immer wieder Haken zwischen Krimi, surrealem Thriller und dunkler Komödie, findet dabei jedoch keinen konstanten Rhythmus. Bella Thorne trägt den Film mit einer überraschend zurückhaltenden und überzeugenden Darstellung. Ihre Clare wirkt nicht wie eine gewöhnliche Rächerin, sondern wie eine junge Frau, die ihre Selbstjustiz als göttlichen Auftrag versteht. Dieser innere Konflikt verleiht ihrer Figur eine faszinierende Aura und gehört zweifellos zu den größten Stärken des Films.
Besonders neugierig macht die Idee einer weiblichen Variante von Dexter. Die religiöse Symbolik, gepaart mit den Gesprächen mit den Geistern ihrer Opfer – allen voran dem Postboten Bob – eröffnet zahlreiche spannende Möglichkeiten. Leider bleibt es überwiegend bei diesem reizvollen Konzept. Der Film deutet vieles an, wagt aber selten den entscheidenden Schritt, diese Einfälle wirklich auszubauen. Auch die Handlung selbst wirkt erstaunlich oberflächlich. Viele Entwicklungen werden überhastet erzählt, Figuren bleiben skizzenhaft und emotionale Momente entfalten kaum die Tiefe, die sie eigentlich besitzen könnten. Immer wieder entsteht der Eindruck, als wolle der Film deutlich mehr erzählen, als seine Laufzeit oder sein Drehbuch tatsächlich zulassen.
Dennoch lässt sich Saint Clare nicht einfach abschreiben. Zwischen den erzählerischen Schwächen blitzen immer wieder Szenen auf, die Atmosphäre besitzen, visuell überzeugen oder durch ihre ungewöhnlichen Ideen im Gedächtnis bleiben. Gerade diese Momente zeigen, welches Potenzial in dem Stoff verborgen liegt. So hinterlässt Saint Clare gemischte Eindrücke. Ein Film voller interessanter Ansätze, einer lobenswerten Hauptdarstellerin und einzelner starker Augenblicke, der sich jedoch zu oft selbst im Weg steht und nie ganz zu der außergewöhnlichen Vision wird, die er immer wieder erahnen lässt.
Die Bildqualität von Saint Clare fängt die düstere und eigenwillige visuelle Handschrift des Films gelungen ein. Das markante Color Grading kommt durch die stimmige Abstimmung von Farben und Kontrast besonders gut zur Geltung und verleiht den Bildern eine eigene Atmosphäre. Die Schärfe zeigt sich dabei angenehm klar und arbeitet auch feinere Strukturen sauber heraus. Ergänzt wird der Gesamteindruck durch einen kräftigen Schwarzwert, der gerade in den dunkleren Momenten für die passende Tiefe sorgt und die geheimnisvolle Stimmung des Films unterstützt.
Auch klanglich überzeugt Saint Clare mit einer gelungenen Mischung aus Klarheit und Atmosphäre. Die Dialoge bleiben jederzeit verständlich und werden von einer ordentlichen Dynamik begleitet. Gleichzeitig schafft die Tonspur eine eindringliche Klangkulisse, die die Spannung des Films wirkungsvoll unterstützt. Geräusche und Musik fügen sich sauber in das Gesamtbild ein und sorgen für einen stimmigen Höreindruck.
Das Bonusmaterial bleibt überschaubar und beschränkt sich auf den Trailer zum Film. Ein kleiner zusätzlicher Blickfang wartet jedoch noch nach dem Abspann: Eine kurze Szene ergänzt das Filmerlebnis zumindest mit einem kleinen Nachschlag.