

Andy Sachs (Anne Hathaway) kehrt als neue Feature-Redakteurin zum „Runway“-Magazin zurück, wo sie feststellt, dass ihre ehemalige Chefin Miranda (Meryl Streep) mit weitreichenden Veränderungen für ihr Hochglanz-Printimperium konfrontiert ist. Bekannte Freunde und Feinde sowie neue Gesichter betreten in dieser stilvollen Fortsetzung die Laufstege.
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Mode verändert sich. Trends kommen und gehen. Ikonen dagegen bleiben. Genau deshalb fühlt sich Der Teufel trägt Prada 2 vom ersten Moment an wie das Wiedersehen mit alten Bekannten an, die nie wirklich aus der Mode gekommen sind. Sobald Meryl Streep, Anne Hathaway, Emily Blunt und Stanley Tucci gemeinsam die Leinwand betreten, ist sie sofort wieder da – diese besondere Chemie, die bereits den ersten Film zu einem modernen Klassiker gemacht hat. Mühelos spielen sich die vier gegenseitig die Bälle zu, als wären seit dem Original keine zwei Jahrzehnte vergangen. Für dieses Zusammenspiel gibt es ohne Zweifel die Bestnote. Dabei trägt die Fortsetzung deutlich mehr als nur edle Stoffe und luxuriöse Designerlabels zur Schau. Sie blickt auf eine Medienwelt, die sich in den vergangenen zwanzig Jahren grundlegend verändert hat. Digitale Plattformen, soziale Netzwerke und neue Kommunikationsformen ersetzen die einst unantastbare Hochglanzwelt der Printmagazine. Diese Entwicklung greift der Film angenehm subtil auf und reflektiert gleichzeitig eine Arbeitswelt, die sich seit dem ersten Teil spürbar gewandelt hat. Der Kleiderschrank? Der platzt förmlich aus allen Nähten. Kostüme, Farben, Schnitte und Accessoires präsentieren sich wie ein internationales Laufstegfestival. Modisch legt die Fortsetzung tatsächlich noch einmal eine Schippe drauf. Fast jede Szene wirkt wie eine perfekt inszenierte Fotostrecke, jede Garderobe erzählt ihre eigene Geschichte und beweist eindrucksvoll, warum diese Filmreihe bis heute als Inspiration für die Fashion-Welt gilt.
Doch genau an dieser Stelle beginnt auch das eigentliche Problem. Mode darf provozieren. Mode darf anecken. Mode lebt davon, Grenzen zu verschieben. Warum fühlt sich Der Teufel trägt Prada 2 dann so vorsichtig an? Wo ist der bissige Humor? Wo sind die messerscharfen Dialoge? Wo ist jene gnadenlose Konsequenz, mit der Miranda Priestly einst jede Szene dominierte? Gerade dieser kompromisslose Ton machte den ersten Film zu einem Kultklassiker. Die Fortsetzung dagegen scheint sich auffallend häufig selbst auszubremsen. Vieles wirkt weicher, vorsichtiger und beinahe darauf bedacht, niemandem auf die Füße zu treten. Statt scharfzüngiger Spitzen entsteht immer wieder der Eindruck, als dürfe man dieses oder jenes heute lieber nicht mehr sagen. Das bleibt nicht ohne Folgen. Auch die Figuren selbst wirken deutlich zahmer geschrieben. Selbst Miranda verliert ein wenig von jener eiskalten Aura, die sie einst zu einer der faszinierendsten Frauenfiguren des modernen Kinos machte. Natürlich besitzt Meryl Streep nach wie vor eine beeindruckende Leinwandpräsenz, doch das Drehbuch gönnt ihr längst nicht mehr den Raum, den sie eigentlich verdient hätte.
Hinzu kommt, dass sich die Handlung erstaunlich stark auf vertraute Muster verlässt. Viele erzählerische Entscheidungen erinnern unmittelbar an den Vorgänger, sodass sich stellenweise weniger das Gefühl einer echten Weiterentwicklung einstellt als vielmehr einer eleganten Neuinterpretation bereits bekannter Ideen. Überraschungen bleiben deshalb eher die Ausnahme. Storytechnisch trägt der Film oft dieselben Designerschuhe wie sein Vorgänger – nur in einer neuen Saisonfarbe. Und trotzdem… Es macht einfach Spaß, diese vier Figuren wieder gemeinsam zu erleben. Allein ihr Wiedersehen besitzt einen Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann. Manche Filme funktionieren eben nicht ausschließlich über ihre Geschichte, sondern über die Menschen, die sie bevölkern. Genau das gelingt Der Teufel trägt Prada 2 immer wieder. Am Ende bleibt ein Film, der modisch nahezu alles richtig macht, erzählerisch jedoch deutlich hinter den hohen Erwartungen zurückbleibt. Die Outfits setzen Trends, die Besetzung begeistert und das Wiedersehen mit dem Original-Cast fühlt sich wunderbar vertraut an. Gleichzeitig fehlt jener Mut, jener Biss und jene elegante Boshaftigkeit, die den ersten Teil zu einem zeitlosen Kultfilm machten. Wirklich schlecht ist Der Teufel trägt Prada 2 deshalb keineswegs. Ganz im Gegenteil. Doch zwischen Haute Couture und Hochglanz verbirgt sich auch eine gewisse Zurückhaltung, die zwiespältige Gefühle hinterlässt. Stil kann eben vieles ersetzen – aber nicht jede erzählerische Naht hält dauerhaft zusammen.
Ganz im Stil der glamourösen Modewelt präsentiert sich die Bildqualität von Der Teufel trägt Prada 2 auf höchstem Niveau. Ein strahlend heller Kontrast lässt jede Szene elegant wirken, während die kräftigen Farben den luxuriösen Look des Films eindrucksvoll unterstreichen. Feinste Details werden mit beeindruckender Präzision wiedergegeben – von edlen Stoffstrukturen bis hin zu den aufwendig gestalteten Kostümen. Die Schärfe bewegt sich durchgehend auf Referenzniveau und wirkt so makellos, als hätte selbst Miranda Priestly persönlich jede einzelne Einstellung abgenommen.
Auch akustisch schreitet die Veröffentlichung selbstbewusst über den Laufsteg. Die Tonspur überzeugt mit einer hervorragenden Dynamik und einer ausgesprochen sauberen Abmischung. Sämtliche Dialoge bleiben jederzeit glasklar verständlich, während der moderne Soundtrack mit einer angenehm räumlichen Wiedergabe für das passende Mode-Feeling sorgt. Die Musik begleitet das Geschehen stilvoll, ohne die Stimmen zu überdecken, und rundet das hochwertige Klangerlebnis gelungen ab.
Das Bonusmaterial bietet einen Audiokommentar, mehrere Featurettes mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 20 Minuten sowie einige Outtakes | Pannen vom Set, die für den einen oder anderen Schmunzler sorgen. Umfangreich fällt das Zusatzprogramm zwar nicht aus, doch die enthaltenen Einblicke sind durchaus unterhaltsam. Für einen spürbaren Anstieg der Runway-Auflage reicht es am Ende allerdings trotzdem nicht.