


Das Jahr 2084: Bauarbeiter Douglas Quaid wird von Träumen geplagt, in denen er ein Leben auf dem Mars führt. Bei der Firma Rekall Inc. bucht er eine virtuelle Reise auf den Roten Planeten. Doch bei Quaid geht etwas schief und sein Leben ändert sich radikal. Ist er wirklich derjenige, der er zu sein glaubt? Eine gefährliche Suche nach seiner wahren Identität beginnt… Verhoevens kultiges Sci-Fi-Meisterwerk mit Arnie in Höchstform erstmals restauriert in 4K!
Originaltitel: Total Recall
Regie: Paul Verhoeven (Starship Troopers, Robocop).
Drehbuch: Ronald Shusett, Dan O’Bannon, Gary Goldman.
Darsteller: Arnold Shwarzenegger (Terminator), Rachel Ticotin (Con Air), Sharon Stone (Basic Instinct), Michael Ironside (Top Gun), Ronny Cox (Beverly Hills Cop), Marshall Bell, Mel Johnson Jr. Michael Champion, Roy Brocksmith, Ray Baker.
Genre: Action / Thriller / Science Fiction
Land: USA
FSK: 16 Jahre.
Laufzeit: 113 Minuten.
Bildformat: 1.85:1 / 16:9 Widescreen (1920x1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, Dolby TrueHD 7.1, PCM 2.0, DTS 2.0, Dolby Atmos.
Untertitel: deutsch, englisch für Hörgeschädigte.
Extras: OPEN YOUR MIND: Die Filmmusik, DREAMERS WITHIN THE DREAM: Die Entstehung von Total Recall, Audiokommentar von Arnold Schwarzenegger und Paul Verhoeven.
Vertrieb: STUDIOCANAL
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Filmbewertung: 4 von 5 Filmklappen.
Für „Total Recall“ gibt es eigentlich nur eine wirklich totale Erinnerung: die Version von Paul Verhoeven aus dem Jahr 1990. Was heute gern als Stoff betrachtet wird, den man irgendwann noch einmal neu auflegen oder zeitgemäß polieren könnte, hat längst bewiesen, dass es diese Auffrischung überhaupt nicht braucht. Verhoevens Sci-Fi-Action-Thriller besitzt eine ganz eigene Wucht, eine unverwechselbare Atmosphäre und vor allem etwas, das vielen modernen Genreproduktionen zunehmend abhandengekommen ist: den Mut, gleichzeitig spektakulär, düster, absurd, intelligent und unterhaltsam zu sein. Der Film entwirft eine Zukunftsvision, die nicht einfach nur deshalb beängstigend wirkt, weil irgendwo Explosionen stattfinden oder finstere Mächte die Welt kontrollieren. Das eigentlich Unheimliche sitzt viel tiefer. Die Manipulation von Erinnerungen, die Frage nach der eigenen Identität und die Unsicherheit darüber, was Realität und was künstlich erzeugte Wahrnehmung ist, verleihen der Geschichte eine beklemmende Dimension. Gedankenmanipulation ist längst kein rein futuristischer Gedankenspielplatz mehr, sondern ein Thema, das auch aus heutiger Sicht eine erstaunliche Aktualität besitzt. Genau deshalb funktioniert „Total Recall“ noch immer so gut: Der Film beschäftigt sich mit einer Zukunft, die technisch überzeichnet sein mag, deren grundlegende Ängste jedoch erstaunlich zeitlos geblieben sind.
Verhoeven verbindet diese philosophisch angehauchten Fragen allerdings nicht mit schwerfälligem Science-Fiction-Pathos. Er weiß ganz genau, dass ein Film auch Spaß machen darf. Zwischen den Gedanken über Identität, Erinnerung und Manipulation kracht es gewaltig, und genau diese Kombination macht den Reiz aus. Die Action ist nicht bloß schmückendes Beiwerk, sondern ein wesentlicher Bestandteil des Films. Schießereien, Verfolgungen und handfeste Auseinandersetzungen werden mit einer Energie präsentiert, die „Total Recall“ permanent nach vorn treibt. Dazu kommt ein Humor, der die teilweise groteske Härte des Geschehens immer wieder aufbricht. Der Film kann brutal sein, ohne sich ausschließlich über seine Brutalität zu definieren, und er kann albern werden, ohne seine düstere Grundstimmung zu verlieren. Diese Mischung ist eine der großen Stärken des Films. „Total Recall“ muss sich nicht zwischen Tiefgang und Unterhaltung entscheiden. Er bekommt beides unter einen Hut. Auf der einen Seite steht eine Geschichte, die mit den Grundfesten menschlicher Wahrnehmung spielt, auf der anderen Seite ein kompromissloser Actionfilm, der ordentlich auf die Tube drückt. Dazwischen findet sich jener typische Verhoeven-Ton, der das Ganze immer wieder mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor und grotesker Übertreibung würzt. Der Film nimmt seine Welt ernst, aber nicht sich selbst. Genau dadurch entsteht eine ganz eigene Balance, die ihn von vielen anderen Science-Fiction-Produktionen seiner Zeit unterscheidet.
Natürlich sind die Jahrzehnte nicht vollkommen spurlos an „Total Recall“ vorbeigegangen. Die Special Effects wirken aus heutiger Sicht an einigen Stellen sichtbar gealtert. Doch ausgerechnet dieser vermeintliche Makel besitzt inzwischen einen gewissen Charme. Die Effekte wirken nicht wie Fremdkörper, die den Film aus seiner eigenen Welt reißen, sondern fügen sich erstaunlich gut in den Gesamtlook ein. Was damals technisch beeindruckend und stellenweise vielleicht sogar gewagt erschien, wirkt heute wie ein authentischer Bestandteil dieser ganz eigenen Zukunftsvision. Die handgemachten Effekte, Masken und Modelle besitzen eine Materialität, die vielen digitalen Bildern fehlt. Sie sehen nicht immer perfekt aus – und genau deshalb fühlen sie sich so echt an. „Total Recall“ ist dadurch nicht zu einem Relikt geworden, das man lediglich aus nostalgischen Gründen noch einmal hervorholt. Der Film funktioniert weiterhin als spannender Sci-Fi-Thriller, als actiongeladenes Spektakel und als überraschend tiefgründige Auseinandersetzung mit der Frage, wie sicher man sich seiner eigenen Realität eigentlich sein kann. Seine Zukunft mag inzwischen optisch ein wenig Patina angesetzt haben, seine zentralen Gedanken haben das Gegenteil getan. Sie wirken heute teilweise sogar beunruhigender als damals. Am Ende bleibt ein Film, der sich seine eigene Identität bewahrt hat. „Total Recall“ ist laut, brutal, witzig, bizarr und intelligent zugleich und besitzt jene seltene Mischung aus großem Unterhaltungskino und tatsächlichem gedanklichem Unterbau. Die etwas angestaubten Effekte sind längst Teil seines unverwechselbaren Erscheinungsbildes geworden und nehmen ihm nichts von seiner Wirkung. Paul Verhoevens „Total Recall“ bleibt deshalb nicht nur eine verdammt gute Erinnerung an das Science-Fiction-Kino der frühen 1990er-Jahre, sondern ein Film, der auch heute noch erstaunlich frisch, kompromisslos und verdammt gut funktioniert.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Zeitgleich mit dieser Neuauflage wird auch erstmals eine 4K UHD Version veröffentlicht. Doch der Film wurde auch bei der normalen Blu-ray Disc digital in 4K restauriert. Für unsere Besprechung lag eben diese normale Veröffentlichung vor und die Qualität hier ist wie folgt, die sehr Bildschärfe liegt sehr hoch. Zugegeben bei einigen Close-Ups wirkt das Bild weichgezeichnet. Auch wenn die Farben bei den Marsaufnahmen sehr knallig sind, so sind die Farben insgesamt aber recht natürlich. Hervorragend sind die Details im Film, die jetzt noch viel besser zu erkennen sind als früher. Leichte Körnungen und etwas Schmutz bleiben aber auch weiterhin bei dem Klassiker nicht ganz aus. Der Schwarzwert präsentiert sich solide gut.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Sehr kraftvolle und durchgehend glasklare Klänge. Vor allem die Actionszenen wurden klanglich hervorragend in Szene gesetzt. Dabei sind die Dialoge stets klar verständlich. Die dynamischen Bässe lassen die Geschehnisse im Film fast zu einer realen Erinnerung werden. Als wäre man wirklich mitten im Geschehen.
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Bonusbewertung: 2 von 5 Sternen.
Extras gibt es bei der Single Disc deutlich weniger als früher bei der Jubiläums Edition. Daher sollte man nicht allzu viel erwarten, Informationen über die Musik sind aber ausreichend gegeben.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 19. November 2020.