


Der junge Yakov (Dave Davis) möchte die strenge chassidische Gemeinde in Brooklyn am liebsten verlassen, weil er seinen Glauben verloren hat. Da er dringend Geld braucht, stimmt er widerwillig dem Angebot des Rabbiners zu, die nächtliche Totenwache für ein verstorbenes Gemeindemitglied zu übernehmen. Kurz nach seiner Ankunft in dem baufälligen Haus wird Yakov klar, dass hier etwas sehr, sehr falsch läuft. Schon bald findet sich der junge Held in einem unheimlichen Albtraum wieder, der von einem furchteinflößenden Wesen orchestriert wird: Einem „Mazik“, wie im jüdischen Volksglauben jener Totengeist bezeichnet wird. In dieser Nacht des surrealen Schreckens muss sich Yakov nicht nur bösen Geistern, sondern auch den Dämonen seiner Vergangenheit stellen.
Originaltitel: The Vigil
Regie: Keith Thomas.
Drehbuch: Keith Thomas.
Darsteller: Dave Davism Menashe Lustig, Makly Goldman, Lynn Cohen, Fred Melamed, Ronald Cohen, Nati Rabinowitz, Moshe Lobel, Efraim Miller, Lea Kalisch.
Genre: Horror / Mystery / Thriller
Land: USA
FSK: 16 Jahre.
Laufzeit: 90 Minuten.
Bildformat: 2.39:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Trailer.
Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH
![]()
![]()
Filmbewertung: 3 von 5 Filmklappen.
Jüdische Mythen und Bräuche haben schon so manche unheimliche Geschichte hervorgebracht und auch im Horrorfilm für Stoff gesorgt, der weit über gewöhnliche Spukhausgeschichten hinausgehen kann. „The Vigil“ greift dieses interessante Fundament auf, findet daraus allerdings leider keinen wirklich eigenen Zugang. Der Film besitzt zwar grundsätzlich guten Stoff für einen beklemmenden Gruselfilm, wirkt in seiner Umsetzung aber erstaunlich uninspiriert und entwickelt kaum jene Atmosphäre, die seine Thematik eigentlich verdienen würde. Statt einer zunehmend bedrückenden Stimmung entsteht vor allem Dunkelheit. Viele Szenen sind derart finster und beengt inszeniert, dass weniger das Gefühl von Angst entsteht als vielmehr der Eindruck, kaum etwas erkennen zu können. Auch die Räumlichkeiten des Hauses werden dadurch nicht zu einem unheimlichen Ort, sondern wirken zunehmend leer und seelenlos. Gerade weil der Film einen Großteil seiner Handlung innerhalb dieses Hauses stattfinden lässt, wäre hier eine deutlich stärkere Atmosphäre notwendig gewesen.
Der Hauptcharakter bewegt sich über lange Strecken lediglich durch diese Räume, doch ausgerechnet dabei entsteht kaum das Gefühl, dass hinter der nächsten Tür tatsächlich etwas lauert. Der Film nimmt sich zwar Zeit, seine Umgebung wirken zu lassen, doch diese Ruhe entwickelt keine Spannung. Sie zieht sich vielmehr in die Länge. Aus dem bewussten Verharren in einem unheimlichen Haus wird dadurch schnell ein ziemlich mühsamer Gang durch Räumlichkeiten, denen schlicht die Seele fehlt. Auch die Jumpscares können daran wenig ändern. Wenn man schon auf den klassischen Schreckmoment setzt, müsste dieser entsprechend vorbereitet und wirkungsvoll eingesetzt werden. Hier verpuffen solche Momente jedoch weitgehend, weil die Inszenierung zuvor kaum genügend Spannung aufgebaut hat. Ein Jumpscare kann einen bereits vorhandenen Spannungsbogen verstärken, aber er kann ihn nicht ersetzen. Genau das wird „The Vigil“ zum Verhängnis.
Schade ist das vor allem deshalb, weil die jüdische Mythologie und die damit verbundenen Bräuche tatsächlich interessanten Stoff liefern. Daraus hätte ein atmosphärisch eigenständiger Horrorfilm entstehen können. Stattdessen bleibt vieles blass, dunkel und erstaunlich ereignisarm. Der Grusel stellt sich schlicht nicht ein, und wenn man als Zuschauer über längere Zeit hauptsächlich dabei zusieht, wie jemand durch ein Haus läuft, beginnt selbst das Warten auf das Grauen irgendwann langweilig zu werden. Eine interessante Grundlage, aus der leider viel zu wenig herausgeholt wird. „The Vigil“ hätte mit seinem ungewöhnlichen Hintergrund durchaus etwas Besonderes werden können, bleibt aber letztlich ein uninspirierter und spannungsarmer Gruselfilm. Schade.
![]()
![]()
![]()
Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Das Bild passt sich ausgezeichnet den Stil des Films an, dadurch ist der Schwarzwert ideal aber vieles wirkt beim Kontrast her einfach nur zu dunkel. An der scharfen Schärfe gibt es nichts dran auszusetzen.
![]()
![]()
![]()
Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Der Sound präsentiert sich hervorragend sauber und mit einer guten Dynamik bei den Dialogen. Die klangliche Atmosphäre hätte aber durchaus unheimlicher sein können. Da nimmt man räumlich nur wenig wahr.
Bonusbewertung: 1 von 5 Sternen.
Lediglich der Trailer soll hier für zusätzliche Gänsehaut sorgen. Mau!
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4009750302767
VÖ-Kauf: 11. Februar 2021