

Kaum aus dem Gefängnis entlassen, erfährt die 20-jährige Billie, dass ihren entfremdeten Eltern die Zwangsräumung droht. Aus Verzweiflung überfällt sie eine Bank – doch der Coup geht schief. In ihrer Not nimmt sie die 18-jährige, hochschwangere Franny als Geisel. Was als verzweifelte Flucht beginnt, entwickelt sich zu einer unvorhersehbaren Reise quer durchs Land. Zwischen Misstrauen, Konflikten und unerwarteten Momenten der Nähe erkennen die beiden jungen Frauen, dass sie mehr verbindet, als ihnen zunächst bewusst ist. Doch während ihnen die Vergangenheit dicht auf den Fersen bleibt, macht Franny Billie ein überraschendes Angebot – eines, das ihr Leben für immer verändern könnte.
Bestellen: >SHOP!<
„Silver Star“ schickt zwei sehr unterschiedliche Frauen auf eine Reise durch die amerikanische Landschaft und versucht daraus ein Roadmovie zu entwickeln, das gleichermaßen von Flucht, ungewöhnlicher Nähe und persönlicher Veränderung erzählt. Billie hat nach einem gescheiterten Banküberfall ohnehin schon alle Hände voll zu tun und verschärft ihre Lage noch einmal gewaltig, als sie die schwangere Franny als Geisel nimmt. Was anschließend folgt, ist weniger eine klassische Fluchtgeschichte als eine eigenwillige Reise zweier Menschen, die unter denkbar ungewöhnlichen Umständen aufeinander angewiesen sind. Das größte Problem liegt im Drehbuch, das seine Geschichte an mehreren Stellen viel zu vage aufbaut. Statt manche Entwicklungen konsequenter auszuarbeiten, verliert sich die Erzählung immer wieder in Richtungen, die nicht ganz klar erkennen lassen, worauf sie eigentlich hinauswill. Der Film besitzt durchaus interessante Ansätze, doch sie werden nicht immer zu einem wirklich runden Gesamtbild verbunden. Das Drama hätte aus der ungewöhnlichen Situation der beiden Frauen deutlich mehr emotionales Gewicht herausholen können. Die Voraussetzungen wären vorhanden, doch „Silver Star“ hält sich mit der emotionalen Konsequenz häufig zurück und lässt dadurch einiges an Wirkung liegen. Auch die visuelle Umsetzung macht es einem nicht immer leicht. Die Kameraführung wirkt stellenweise unnötig unruhig und zerrt damit regelrecht an den Nerven. Ausgerechnet dort, wo die Weite der amerikanischen Landschaften dem Film Ruhe und Atmosphäre verleihen könnte, entsteht gelegentlich ein visueller Eindruck, der eher anstrengend als eindringlich wirkt. Die Landschaft selbst gehört zu den stärkeren Elementen des Films, weil sie dem Roadmovie einen glaubwürdigen Raum gibt und die Reise der beiden Figuren zumindest atmosphärisch trägt.
Was „Silver Star“ letztlich zusammenhält, sind Troy Leigh-Anne Johnson und Grace Van Dien. Zwischen ihren Figuren entsteht eine charmante, eigenwillige Chemie, die hervorragend zu diesem kleinen Indie-Roadmovie passt. Die beiden wirken nicht wie perfekt aufeinander abgestimmte Figuren aus einem glattpolierten Drehbuch, sondern behalten etwas Unberechenbares und Menschliches. Genau daraus entsteht ein eigener Charme, der den Film immer wieder aus seinen erzählerischen Schwächen herauszieht. Grace Van Dien ist dabei ein ganz wesentlicher Glücksfall für die Produktion. Ihre Präsenz hellt den Film spürbar auf und wertet nicht nur die Figur der Franny, sondern auch die Geschichte selbst gewaltig auf. Sie bringt eine Wärme und Eigenwilligkeit mit, die Szenen interessanter macht, als sie es auf dem Papier vermutlich wären. Gemeinsam mit Troy Leigh-Anne Johnson entsteht dadurch eine Beziehung, die wesentlich stärker funktioniert als manche dramaturgische Konstruktion drumherum. Ihre Chemie ist letztlich das Herzstück des Films. „Silver Star“ ist handwerklich und erzählerisch deshalb keineswegs vollkommen überzeugend. Die vage Geschichte, das stellenweise zerfahrene Drehbuch und die anstrengende Kameraführung verhindern, dass aus den vorhandenen Möglichkeiten ein wirklich starkes Drama entsteht. Trotzdem besitzt der Film etwas, das sich nicht einfach aus einem Drehbuchplan zusammensetzen lässt: Persönlichkeit. Die beiden Hauptdarstellerinnen verleihen der Geschichte ihren eigenen Ton, die amerikanischen Landschaften sorgen für das passende Roadmovie-Gefühl und Grace Van Dien schafft es immer wieder, dem Film einen zusätzlichen Schub zu geben. Die Umsetzung mag nicht wirklich gut gelungen sein, doch die Charaktere und ihre charmante Besetzung machen „Silver Star“ zu einem eigenwilligen kleinen Roadmovie, das trotz seiner Schwächen nicht völlig in der Beliebigkeit verschwindet.
Auf den ersten Blick könnte man bei Silver Star durchaus den Eindruck gewinnen, die Bildqualität hätte mit einer gewissen Unschärfe zu kämpfen. Wer allerdings genauer hinsieht, stellt schnell fest, dass die Ursache an einer ganz anderen Stelle liegt. Die oftmals sehr nahe und zudem wackelige Kameraführung lässt manche Aufnahmen weich erscheinen. Das ist allerdings eine Eigenheit der Inszenierung und kein Mangel der Bildpräsentation. Denn sobald die Kamera etwas mehr Ruhe bekommt, zeigt sich, was technisch tatsächlich in der Präsentation steckt. Die Details werden klar und sauber dargestellt, zugleich besitzt das Bild eine schöne Tiefe. Auch der Kontrast ist stimmig abgestimmt und unterstützt die gesamte Bildwirkung überzeugend.
Akustisch gibt sich Silver Star erfreulich sauber und bringt zudem eine ausgezeichnete Dynamik mit. Die Klangkulisse besitzt ordentlich Bewegung und wirkt insgesamt sehr ordentlich abgestimmt. Eine kleine Einschränkung betrifft allerdings die deutsche Synchronisation. Die Dialoge stehen hier ziemlich deutlich im Vordergrund und fügen sich dadurch nicht immer harmonisch in den übrigen Klang ein. Stimmen und restliche Tonspur wirken stellenweise eher nebeneinander als miteinander.
Ascot-Elite Entertainment bleibt auch bei dieser Veröffentlichung seiner offenbar überschaubaren Bonuspolitik treu. Als einziges Extra findet sich der Trailer zum Film.