

Der gescheiterte Journalist Lee Simon (Kenneth Branagh) jagt Stars und Sternchen hinterher – auf der Suche nach Erfolg, Inspiration und vielleicht ein bisschen Glanz für sich selbst. Dabei begegnet er einer Diva (Melanie Griffith), einem ausflippenden Jungidol (Leonardo DiCaprio), einem verführerischen Supermodel (Charlize Theron) – und seiner eigenen Bedeutungslosigkeit. Während Lees Ex-Frau (Judy Davis) plötzlich Karriere macht, taumelt er immer tiefer ins Chaos. Ein scharfer, ironischer Blick auf unsere schön-verrückte Promi-Kultur – mit Starbesetzung und Stil.
Originaltitel: Celebrity
Schwarz-Weiß war bei Woody Allen nie nur eine Stilentscheidung. Auch Celebrity – Schön, reich, berühmt nutzt diese Optik, um eine Welt einzufangen, die gleichzeitig elegant, künstlich und entlarvend wirkt. Hinter der glamourösen Oberfläche von Hollywood und der High Society verbirgt sich eine bissige Satire über Ruhm, Selbstdarstellung und die endlose Jagd nach Aufmerksamkeit. Die Geschichte begleitet das geschiedene Paar Lee und Robin. Während Lee, gespielt von Kenneth Branagh, als Promi-Reporter durch die Welt der Stars, Partys und gesellschaftlichen Abgründe stolpert, versucht Robin, verkörpert von Judy Davis, als Fernsehmoderatorin ihren eigenen Weg nach oben zu finden. Zwei unterschiedliche Karrieren, aber dieselbe Welt: eine Gesellschaft, in der Bekanntheit oft wichtiger erscheint als Persönlichkeit.
Die Besetzung liest sich dabei beinahe wie ein Who’s Who der damaligen Filmwelt. Kenneth Branagh und Judy Davis überzeugen mit ihren Rollen, während zahlreiche Gastauftritte zusätzlich für Glanz sorgen. Leonardo DiCaprio, Winona Ryder und Charlize Theron liefern allesamt starke Darstellungen und zeigen, warum der Film auch schauspielerisch zu den interessanten Arbeiten dieser Zeit gehört. Woody Allen bleibt seiner typischen Handschrift treu. Neurotische Figuren und überspitzte Situationen gehören seit jeher zu seinem Stil, doch in Celebrity wird diese Eigenschaft nochmals deutlich verstärkt. Die extreme Überzeichnung sorgt für viele treffende Beobachtungen, nimmt dem Film allerdings auch etwas von seiner emotionalen Tiefe. Hinter all der Ironie bleibt manches Gefühl eher angedeutet als wirklich greifbar.
Gerade mit dem Abstand der Jahre hat Celebrity – Schön, reich, berühmt jedoch deutlich gewonnen. Was Ende der 1990er noch wie eine übertriebene Satire auf die Promiwelt wirkte, erscheint im Zeitalter von Social Media, Influencern und permanenter Selbstinszenierung erstaunlich aktuell. Die Jagd nach Aufmerksamkeit, der Wunsch nach Bedeutung und die Vermischung von Realität und öffentlichem Image wirken heute sogar noch vertrauter. Ein stilistisch außergewöhnliches, brillant besetztes Werk mit einer zeitlosen Medienkritik. Nicht jede satirische Spitze trifft vollkommen, doch die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte hat gezeigt, wie genau Woody Allen den Mechanismus der Berühmtheit beobachtet hat.
Die Blu-ray von Celebrity – Schön, reich, berühmt präsentiert sich mit einer eher zurückhaltenden Bildqualität, die mehr an eine sehr gute DVD-Umsetzung als an eine echte High-Definition-Veröffentlichung erinnert. Dabei ist die Darstellung keineswegs misslungen, sondern passt mit ihrer leicht rauen und klassischen Optik durchaus zum Stil des Films. Dennoch hätte man sich gerade bei der Detailzeichnung und der Schärfe eine deutlich feinere Ausarbeitung gewünscht. Kleine Strukturen und Gesichter wirken stellenweise etwas weich, wodurch der große Sprung zur DVD-Vergangenheit ausbleibt.
Akustisch bleibt die Veröffentlichung ebenso unauffällig wie der Film selbst in seiner technischen Präsentation. Die Tonspur ist sauber abgemischt und konzentriert sich überwiegend auf den vorderen Klangbereich. Die Dialoge stehen klar im Mittelpunkt und werden ordentlich wiedergegeben. Große räumliche Effekte oder eine besonders ausgeprägte Dynamik sollte man allerdings nicht erwarten – hier bleibt alles angenehm klassisch und zurückhaltend.
Beim Bonusmaterial setzt sich die bekannte Woody-Allen-Tradition fort: Zusätzliche Inhalte sucht man vergeblich. Wie bei vielen seiner Veröffentlichungen bleibt es auch hier bei der reinen Filmpräsentation – Fans müssen somit ohne weitere Einblicke hinter die Kulissen auskommen.