

Clark besitzt ein heruntergekommenes Möbelgeschäft, das seine besten Zeiten längst hinter sich hat. Zwischen staubigen Regalen, morschen Holzbalken und alten Möbelstücken führt eine schmale Treppe hinunter in den Keller – einen Ort, den Clark normalerweise meidet. Doch eines Tages entdeckt er dort etwas, das eigentlich nicht existieren dürfte: eine unsichtbare Tür, verborgen inmitten der kahlen Kellerwand. Von diesem Moment an lässt ihn das Geheimnis nicht mehr los. Je mehr Clark über die Tür herauszufinden versucht, desto stärker wird seine Besessenheit. Was verbirgt sich dahinter? Und warum scheint niemand außer ihm ihre Existenz wahrzunehmen? Verunsichert und zunehmend von seinen eigenen Gedanken verfolgt, vertraut er sich schließlich seiner Psychologin, Dr. Mary Kline, an. Zunächst hält Mary Clarks Erzählungen für eine Folge seiner zunehmenden Belastung. Doch als sie sich bereit erklärt, ihm in den Keller zu folgen, beginnt auch ihr Zweifel an der Realität zu bröckeln. Denn hinter der unsichtbaren Tür verbirgt sich etwas, das älter und weitaus gefährlicher ist, als Clark sich jemals hätte vorstellen können. Etwas lauert hinter den Wänden. Etwas, das nicht gefunden werden wollte – und das nun auf die beiden aufmerksam geworden ist.
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Beklemmender Horror muss nicht laut sein, um sich tief im Kopf festzusetzen. „Backrooms“ von Kane Parsons gelingt genau das über weite Strecken mit einer fast perfekten Leistung in Sachen Atmosphäre. Der Film versteht, dass echtes Unbehagen nicht zwingend aus einem plötzlich ins Bild springenden Monster entstehen muss. Statt billiger Jumpscares setzt Parsons auf ein tiefes, anhaltendes Gefühl psychologischen Horrors, das sich langsam aufbaut und zunehmend schwer abschütteln lässt. Die Angst entsteht weniger aus dem, was unmittelbar passiert, als aus dem Gedanken daran, was passieren könnte. Das Set-Design und die unheimliche Ästhetik greifen die Wurzeln des ursprünglichen Internetphänomens hervorragend auf. Die scheinbar endlosen Räume, die sterile Farbgebung und die irritierende Vertrautheit dieser Umgebung erzeugen eine Atmosphäre, in der selbst vollkommen gewöhnliche Elemente plötzlich falsch wirken. Hinzu kommt die Found-Footage-Anmutung, die das Geschehen noch unmittelbarer erscheinen lässt. Die Kamera vermittelt nicht das Gefühl, einen sorgfältig inszenierten Horrorfilm zu betrachten, sondern vielmehr Aufnahmen gefunden zu haben, die man vielleicht besser nicht hätte finden sollen. Genau diese Einfachheit macht die Wirkung so stark. Oft wurde dem Film vorgeworfen, zu langsam und dadurch auch viel zu ruhig zu sein. Ausgerechnet diese Ruhe ist jedoch eine seiner größten Stärken. Die langen Passagen, in denen scheinbar wenig geschieht, geben der Umgebung genügend Raum, sich im Kopf festzusetzen. Jeder leere Gang wird verdächtig, jedes Geräusch bekommt plötzlich eine Bedeutung und jede Bewegung in der Ferne lässt die eigene Vorstellungskraft arbeiten. Der Film zwingt sein Publikum nicht ständig dazu, Angst zu haben. Er lässt die Angst vielmehr langsam entstehen und überlässt einen anschließend mit ihr allein. Genau dort beginnt der eigentliche Horror erst.
Ausgerechnet der letzte Akt kann dieses sorgfältig aufgebaute Gefühl nicht vollständig halten. Der Film verliert seinen zuvor so konsequent gesetzten Fokus und opfert einen Teil seiner etablierten Töne zugunsten einer Entwicklung, die weniger befriedigend wirkt. Nach einer so konsequenten Atmosphäre hinterlässt das Ende deshalb einen leicht unbefriedigenden Eindruck. Nicht weil die Faszination der Backrooms plötzlich verschwunden wäre, sondern weil der Film seine eigene Stärke an dieser Stelle nicht mehr ganz so konsequent ausspielt wie zuvor. Trotz dieses Bruchs bleibt die Faszination bestehen. Die Backrooms funktionieren gerade deshalb so gut, weil sie eine eigentlich simple Vorstellung in etwas verwandeln, das sich nur schwer aus dem Kopf vertreiben lässt. Leere Räume, endlose Gänge und das Gefühl, irgendwo zwischen Realität und Albtraum festzustecken, reichen aus, um eine erstaunlich nachhaltige Wirkung zu erzeugen. „Backrooms“ beweist eindrucksvoll, dass Horror nicht immer schreien muss. Er kann auch einfach das Licht brennen lassen, einen leeren Raum zeigen und darauf warten, dass die eigene Fantasie den Rest erledigt. Die Faszination bleibt bis zum Ende – und ziemlich sicher auch noch lange darüber hinaus.
Die Blu-ray von Backrooms liefert eine Bildqualität ab, die stellenweise locker mit dem Niveau einer 4K UHD mithalten kann. Feine Details werden ausgesprochen sauber herausgearbeitet, während die Schärfe bemerkenswert klar bleibt. Dazu gesellt sich ein exquisit abgestimmter Kontrast, der dem gesamten Bild eine überzeugende Tiefe verleiht. Auch die Found-Footage-Aufnahmen fallen qualitativ keineswegs ab. Selbst in diesen bewusst anders gestalteten Passagen bleibt die Darstellung erstaunlich sauber und detailreich. Der Schwarzwert setzt dem Ganzen schließlich die Krone auf: Satter und kräftiger könnte er kaum ausfallen.
Die Dialoge werden klar und mit einer guten Dynamik wiedergegeben. Auch die räumliche Darstellung funktioniert solide und sorgt für einen stimmigen Gesamteindruck. Für eine Geschichte wie Backrooms hätte die akustische Gestaltung allerdings noch deutlich unheimlicher ausfallen dürfen. Gerade die Backrooms hätten klanglich viel mehr Unbehagen erzeugen können. Mehr bedrohliche Atmosphäre und ein stärkeres Spiel mit den räumlichen Geräuschen hätten hier durchaus für echtes Gänsehaut-Feeling sorgen können. Sauber und ordentlich präsentiert sich die Tonspur trotzdem allemal.
Das Bonusmaterial fällt erfreulich umfangreich aus und ist zwar in seiner Aufmachung eher klassisch gehalten, inhaltlich aber ebenso interessant gestaltet wie der Film selbst.
Enthalten sind:
Audiokommentar mit Kane Parsons (Regie), Edward J. Douglas (VFX Supervisor), Eugenio Battaglia (Sound Designer) und Edo Van Breemen (Komponist)
Interview
„Building the Backrooms“
„Deconstructing Backrooms“
Premierenclip
Gerade die unterschiedlichen Beiträge bieten interessante Einblicke in die Entstehung und Umsetzung von Backrooms. Hier wurde also nicht einfach nur Pflichtprogramm ins Bonusmenü gepackt, sondern tatsächlich Material zusammengestellt, das sich nach dem Film noch lohnt.