

Das Dunkle Imperium ist gefallen und die imperialen Kriegsherren sind weiterhin über die Galaxis verstreut. Während die aufstrebende Neue Republik daran arbeitet, alles zu schützen, wofür die Rebellion gekämpft hat, sichern sie sich die Unterstützung des legendären mandalorianischen Kopfgeldjägers Din Djarin (Pedro Pascal) und seines jungen Lehrlings Grogu.
Bestellen: >SHOP!<
Mit „The Mandalorian & Grogu“ bringen Dave Filoni und Jon Favreau die beliebte Welt ihrer Streaming-Serie auf die große Leinwand und führen die Geschichte ihrer beiden zentralen Figuren in einem neuen Abenteuer fort. Mando und Grogu werden dabei mit einer Mission konfrontiert, die sie tief in die Welt von Kartellen, organisiertem Verbrechen und den letzten Überresten des untergegangenen Imperiums führt. Im Auftrag der Neuen Republik machen sich die beiden auf die Jagd nach dem ehemaligen imperialen Commander Lord Coin, der über wichtige Informationen zu den verbliebenen Kräften des Imperiums verfügt. Um an diese Informationen zu gelangen, müssen sich Mando und Grogu ausgerechnet mit den Hutten arrangieren. Ihre Mission führt sie schließlich sogar dazu, den Sohn von Jabba the Hutt zu befreien, damit die Hutten im Gegenzug den Aufenthaltsort des ehemaligen imperialen Lords preisgeben. Wer mit den Hutten vertraut ist, dürfte bereits ahnen, dass eine solche Vereinbarung selten ohne Komplikationen auskommt. Entsprechend dauert es nicht lange, bis sich Mando und Grogu in einer zunehmend verzwickten Situation wiederfinden und von allen Seiten unter Beschuss geraten.
Für uns stellt sich bei diesem Film allerdings zunächst eine ganz andere Frage: Wie funktioniert „The Mandalorian & Grogu“ für Menschen, die die Serie überhaupt nicht kennen? Unsere Redaktion hat die drei Staffeln bislang nicht gesehen. Umso interessanter ist daher die Erfahrung, ob der Film seinen eigenen Zugang zu den Figuren und seiner Geschichte findet oder ob man zwangsläufig auf die Vorkenntnisse der Serie angewiesen ist. Wurden dort Charaktere und Handlungsstränge etabliert, deren Entwicklung man kennen muss? Gibt es Verbindungen und Verstrickungen, die den Einstieg erschweren? Und lässt sich innerhalb von gerade einmal 112 Minuten überhaupt eine Beziehung zu diesen Figuren aufbauen? Die Antwort fällt überraschend unkompliziert aus. Der Film macht es auch Neueinsteigern vergleichsweise leicht, in seine Geschichte und die Welt von Mando und Grogu einzutauchen. Natürlich bleiben die Hintergründe der Serie weitgehend unbekannt, doch die zentralen Figuren werden so klar gezeichnet, dass ihre grundlegenden Rollen schnell verständlich sind. Mando ist ein semi-unabhängiger Kopfgeldjäger, der für die Neue Republik arbeitet, während Grogu vor allem eines ist: verflixt süß und mit einigen Fähigkeiten ausgestattet, die mit der Macht zu tun haben.
Gerade Mando selbst ist als Figur auffallend unkompliziert angelegt. Das moralische „Grau“, das die Figur möglicherweise innerhalb der Serie noch stärker geprägt hat, ist hier mittlerweile zu einem sehr hellen Ton geworden. Wir können nicht beurteilen, ob Mando in den bisherigen Staffeln häufiger moralisch fragwürdige Entscheidungen getroffen hat. Spätestens in diesem Film präsentiert er sich allerdings als ausgesprochen eindeutiger Good Guy – mit ein, zwei Schrammen und reichlich Kopfgeldjäger-Attitüde. Diese klare Charakterzeichnung hat natürlich ihren Preis. Die Figuren bleiben über weite Strecken unterkomplex, und auch die Handlung selbst bewegt sich auf einem eher überschaubaren Niveau. Der Plot ist simpel, vorhersehbar und dramaturgisch nicht sonderlich anspruchsvoll. Gleichzeitig erweist sich genau diese Einfachheit als Vorteil für alle, die mit der Serie bislang nichts zu tun hatten. Der Film verlangt nur wenige Vorkenntnisse und ermöglicht einen verhältnismäßig mühelosen Einstieg in die Welt von Mando und Grogu. Auffällig ist zudem, wie stark sich die Struktur des Films an einer Fernsehserie orientiert. Die 112 Minuten fühlen sich stellenweise weniger wie ein durchkomponiertes Kinoabenteuer und vielmehr wie mehrere miteinander verbundene Episoden an. Der Film lässt sich relativ problemlos in einzelne Kapitel unterteilen, die jeweils ihre eigenen dramaturgischen Entwicklungen besitzen und teilweise beinahe für sich allein funktionieren könnten. Für den Unterhaltungswert ist das allerdings weniger problematisch, als es zunächst klingt. Tut diese episodenhafte Struktur dem Spaß Abbruch? Nein.
Denn wer sich auf „The Mandalorian & Grogu“ einlässt, um zwei Stunden lang harmlose Star-Wars-Action mit schönen Schauwerten, drolligen Charakteren und einer ordentlichen Portion Fantasie zu erleben, dürfte hier durchaus auf seine Kosten kommen. Favreau und Filoni halten sich zwar an die vertraute Star-Wars-Formel, würzen sie an einigen Stellen jedoch mit eigenen Ideen. Sobald Mando und Grogu beispielsweise in ein Kolosseum oder in den Bau der Hutten geraten, entstehen Bilder und Szenarien, die zumindest für uns innerhalb des Star-Wars-Universums noch einmal einen eigenen visuellen Reiz entwickeln. Solche Momente sind es, die den Film trotz seiner erzählerischen Einfachheit bei der Stange halten. Hinzu kommt ein gut dosierter Humor, der sich nicht permanent in den Vordergrund drängt, sowie die erstaunlich herzergreifende Dynamik zwischen Grogu und Mando. Die beiden funktionieren als Team schlicht hervorragend. Ihre Beziehung trägt einen beträchtlichen Teil des Films und verleiht einer Geschichte, die inhaltlich ansonsten eher dünn ausfällt, die notwendige emotionale Wärme. Interessant wird der Film immer dann, wenn er sich ein Stück weit von den vertrauten Star-Wars-Pfaden entfernt. An einigen Stellen entsteht sogar kurz ein gewisses Uncanny-Valley-Gefühl, weil der Umgang mit der etablierten IP ungewöhnlich eigenwillig wirkt. Allerdings würden wir genau diese Momente eher als Stärke des Films betrachten. Nicht jede Entscheidung funktioniert auf Anhieb, doch gerade die Bereitschaft, mit der bekannten Formel zu spielen, sorgt für einige der frischesten Augenblicke. Das zeigt sich beispielsweise beim Soundtrack. Wenn dieser plötzlich in eine Mischung aus Hip-Hop, Drum-and-Bass, Drill und Trap übergeht, wirkt das zunächst durchaus befremdlich. Persönlich hat uns dieser musikalische Ausbruch allerdings ziemlich aus den Socken gehauen. Als der entsprechende Track während der Credits noch einmal erklang, fiel es entsprechend schwer, nicht mitzunicken und breit zu grinsen. Solche kleinen Überraschungen, in denen die klassische Star-Wars-Formel aufgebrochen oder zumindest experimentell erweitert wird, finden sich glücklicherweise immer wieder.
Wer also keine tiefgreifende Charakterstudie oder eine besonders komplexe und überraschende Handlung erwartet, sondern Lust auf ein leicht unorthodoxes Star-Wars-Action-Spektakel hat, findet hier einen unterhaltsamen Kinobesuch. Auch kleinere Schwächen und der ein oder andere unangenehme Dialog lassen sich verschmerzen, solange die Erwartungshaltung entsprechend ausgerichtet ist. Wer hingegen vielschichtige Figuren, komplexe dramaturgische Verflechtungen und eine Geschichte mit größeren Überraschungen sucht, wird mit „The Mandalorian & Grogu“ vermutlich weniger anfangen können. Der Film setzt stärker auf Tempo, Schauwerte, Humor und die sympathische Dynamik seiner beiden Hauptfiguren als auf erzählerische Tiefe. Für einen unkomplizierten Ausflug in eine weit, weit entfernte Galaxis funktioniert dieses Konzept allerdings erstaunlich gut.
Beim Bild sorgt zunächst der wechselnde Bildausschnitt für Aufmerksamkeit. Zwischen 1,78:1 und 2,39:1 wird regelmäßig hin und her gewechselt. Die Szenen in Innenräumen erscheinen im breiteren 2,39:1-Format und werden von schwarzen Balken oben und unten begleitet, während die Außenaufnahmen im deutlich höheren 1,78:1 präsentiert werden. Überraschend angenehm fällt auf, dass diese Wechsel weder einen sichtbaren Qualitätsverlust noch einen wahrnehmbaren Unterschied bei der eigentlichen Bildwirkung mit sich bringen. Die Schärfe präsentiert sich über die gesamte Laufzeit glasklar und auch der Kontrast kann überzeugen. Ganz ohne Schwächen kommt die Präsentation allerdings nicht davon. Der Schwarzwert könnte in dunkleren Momenten kräftiger ausfallen, zudem zieht sich ein leichter Gelbstich durch die Farbdarstellung. Auch bei der Auflösung bleibt ein kleiner Wermutstropfen, denn eine wirklich schöne, natürliche Körnung will sich nicht einstellen.
Akustisch wird deutlich kräftiger aufgespielt. Der Ton präsentiert sich ausgesprochen sauber und besitzt eine hervorragende Dynamik. Vor allem die Soundeffekte hinterlassen einen starken Eindruck und werden mit ordentlich Nachdruck wiedergegeben. Trotz dieser überzeugenden technischen Umsetzung klingt die Tonspur allerdings etwas anders, als man es bei einem solchen Titel vielleicht erwarten würde. Statt des typischen, großen Blockbuster-Klangs erinnert die akustische Gestaltung eher an den Sound einer modernen Serie. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein, fällt im direkten Vergleich zu den Erwartungen an einen solchen Film aber durchaus auf.
Beim Bonusmaterial warten vier Featurettes, die mit einer Gesamtlaufzeit von rund 40 Minuten einige nette Einblicke liefern. Ergänzt wird die Ausstattung durch einen Audiokommentar. Damit fällt das Paket zwar nicht übermäßig umfangreich aus, bietet aber neben dem Hauptfilm genügend zusätzliches Material, um noch etwas hinter die Kulissen beziehungsweise tiefer in die Entstehung einzutauchen.