


Amsterdam wird von einer Serie grausamer Morde erschüttert. Als die junge Ermittlerin Tara Lee (Holly Mae Brood) immer tiefer in den Fall eintaucht, stößt sie auf Spuren einer Bedrohung, welche die Stadt bereits vor über dreißig Jahren heimsuchte. Gemeinsam mit dem ehemaligen Kommissar Eric Visser (Huub Stapel) nimmt sie die Jagd auf einen Mörder auf, der die Grachten erneut rot färbt. Mit jedem weiteren Opfer werden die Ermittlungen gefährlicher, die Angst in der Stadt wächst. In dieser lang erwarteten Fortsetzung des gefeierten Kultthrillers von 1988 ist niemand sicher…
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Braucht man wirklich eine Fortsetzung von Amsterdamned? Eigentlich nicht. Der niederländische Kultstreifen aus den 1980er-Jahren gehört zu jenen Filmen, die keine Fortsetzung benötigen, weil man sie auch Jahrzehnte später immer wieder gerne hervorholt. Nicht weil die Geschichte besonders kompliziert wäre, sondern weil dieser eigenwillige Mix aus Krimi, Thriller, Horror und schwarzem Humor einfach funktioniert. Amsterdamned besitzt diesen besonderen Charme, der sich nicht abnutzt. Umso interessanter ist, dass Amsterdamned II – Verfluchtes Amsterdam durchaus eigenständig funktioniert. Man hätte die Verbindung zum Original also gar nicht so stark über die Nostalgie betonen müssen. Genau diese Nostalgie steht dem Film stellenweise sogar selbst im Weg. Natürlich besitzt das Ganze Retro-Charme und die handgemachten Slasher-Effekte machen durchaus Freude, aber irgendwann merkt man, dass hier etwas Bekanntes wiedererkannt werden möchte, anstatt einfach selbstbewusst seinen eigenen Weg zu gehen. Dafür gibt es einige wirklich kurzweilige Momente. Die Verfolgungsjagden sind ordentlich gemacht und gerade die handfesten Effekte besitzen etwas angenehm Greifbares, das heutigen Hochglanzproduktionen manchmal fehlt. Hier darf es noch richtig praktisch aussehen, und genau das macht einen Teil des Reizes aus. Auch Huub Stapel als Eric Visser sorgt für den wichtigen Wiedererkennungswert und verbindet die neue Geschichte mit dem alten Film, ohne dass man ihn dafür unbedingt gebraucht hätte.
Weniger erfreulich zeigt sich dagegen das Drehbuch. Die Geschichte ist ziemlich vorhersehbar und drückt damit die Spannung immer wieder nach unten. Auch die Dialoge scheinen irgendwo in der Vergangenheit stehen geblieben zu sein. Das kann man dem Film sogar ein Stück weit verzeihen, denn ein gewisser altmodischer Ton gehört zum Retro-Charme dazu. Allerdings wirkt manches eben nicht mehr charmant, sondern einfach nur angestaubt. Wirklich schwer zu verzeihen sind dagegen zwei andere Dinge. Der weibliche Hauptcharakter ist derart arrogant, dass selbst ihre Präsenz irgendwann zur Belastungsprobe wird. Und viel gravierender: Amsterdamned II – Verfluchtes Amsterdam fehlt die Härte und Atmosphäre des Originals. Das zeigt sich nicht zuletzt an der Altersfreigabe ab 12 Jahren. Der erste Teil hatte noch diese schmutzige, harte und teilweise richtig unangenehme Atmosphäre, während die Fortsetzung deutlich zahmer daherkommt. Die handgemachten Slasher-Szenen können zwar immer wieder Spaß machen, doch die Konsequenz und Wucht von damals fehlen. Trotzdem funktioniert der Film überraschend gut, wenn man ihn nicht ständig an seinem Vorgänger misst. Die Verfolgungsjagden machen Laune, die praktischen Effekte sorgen für ein paar schöne nostalgische Momente und Huub Stapel bringt den nötigen Bezug zum Original mit. Das schwache Drehbuch, die vorhersehbare Geschichte und die fehlende Härte verhindern zwar, dass daraus ein neuer Kultstreifen wird, doch für einen Krimi-Thriller für zwischendurch kann Amsterdamned II – Verfluchtes Amsterdam durchaus überzeugen.
Amsterdam präsentiert sich in dieser Veröffentlichung erstaunlich hell und plastisch. Der freundlichere Bildeindruck steht dabei durchaus im interessanten Kontrast zu den mörderischen Ereignissen, die sich zwischen Grachten, Straßen und dunkleren Ecken der Stadt abspielen. Der Kontrast ist ebenfalls hell abgestimmt und sorgt für eine angenehm offene Darstellung, ohne dem Bild dabei seine Tiefe zu nehmen. Besonders erfreulich ist die Schärfe, die sich durchgehend gestochen klar zeigt und auch bei schnelleren Bewegungen ihre Präzision weitgehend bewahrt. Gesichter, Gebäude, Fahrzeuge und die zahlreichen Schauplätze der niederländischen Hauptstadt werden mit einer feinen Detailzeichnung wiedergegeben. Auch die Farbdarstellung kann überzeugen: Statt künstlich übertriebener Farbpracht präsentiert sich das Bild überraschend natürlich und sorgt damit für einen glaubwürdigen Gesamteindruck. Gerade die unterschiedlichen Stadtlandschaften und das Wasser der Grachten profitieren von dieser ausgewogenen Wiedergabe. Insgesamt liefert die Veröffentlichung somit eine ausgesprochen saubere und moderne Bildpräsentation, die dem Film visuell ordentlich gerecht wird.
Akustisch bleibt die Veröffentlichung ebenfalls erfreulich klar auf Kurs. Die Dialoge sind über die gesamte Laufzeit hinweg verständlich und werden sauber in das übrige Klangbild eingebettet. Eine ordentliche Dynamik sorgt dafür, dass es bei den actionreicheren Passagen nicht langweilig wird. Besonders während der Verfolgungsjagden kommt Bewegung in die Lautsprecher, wenn Fahrzeuge, Geräusche und Musik gemeinsam für den nötigen Schwung sorgen. Der Sound bleibt dabei angenehm sauber und verliert auch in den hektischeren Momenten nicht seine Kontrolle. Kein akustisches Spektakel, das einem die Lautsprecher aus dem Regal schießt, aber eine solide und unterhaltsame Tonspur, die gerade bei den turbulenten Szenen ordentlich Spaß macht.
Im Amsterdamer Kanal schwimmen zwar einige Leichen, doch bei der Suche nach zusätzlichem Bonusmaterial herrscht deutlich mehr Leere. Zwischen den Grachten, Tatorten und möglicherweise noch irgendwo versteckten Beweismitteln konnte jedenfalls kein einziges Extra mehr aufgespürt werden. Die Veröffentlichung kommt somit komplett ohne Bonusmaterial daher. Wer hinter die Kulissen möchte, muss sich mit dem Film selbst begnügen – und hoffen, dass die Spurensicherung beim nächsten Mal erfolgreicher ist.