

Für Matt (Kevin James) scheint zunächst alles perfekt zu laufen: Nach Jahren des Sparens steht die Hochzeit mit seiner Verlobten (Julie Ann Emery) bevor. Eine luxuriöse Feier in Italien und besondere Flitterwochen sollen der Beginn eines neuen Lebensabschnitts werden. Doch kurz vor der Trauung kommt alles anders – seine Verlobte verlässt ihn und Matt steht plötzlich allein da.
Obwohl die Enttäuschung groß ist, beschließt er, die bereits bezahlte Reise trotzdem anzutreten. In Italien lernt er Gia (Nicole Grimaudo) kennen, eine lebensfrohe Einheimische, die ihm mit ihrer offenen und unbeschwerten Art eine neue Perspektive auf seine Situation gibt. Gemeinsam erlebt Matt eine Reihe unerwarteter Momente, die ihn allmählich aus seiner Enttäuschung herausführen.
Dabei beginnt er zu verstehen, dass das Leben nicht immer nach Plan verläuft und gerade ungeplante Begegnungen neue Wege eröffnen können. Was zunächst wie ein persönlicher Rückschlag erscheint, entwickelt sich für Matt schließlich zu einer Reise, auf der er nicht nur Italien, sondern auch sich selbst und seine eigenen Wünsche neu entdeckt.
Eine verpatzte Hochzeit in Rom, eine unfreiwillige Reise allein durch Italien und dazu jede Menge Dolce Vita: „Solo Mio“ setzt auf eine denkbar einfache Geschichte und macht daraus einen schnellen, leichten und durchaus herzerwärmenden Feelgood-Film. Ein Bräutigam wird vor dem Altar stehen gelassen und tritt die ursprünglich gemeinsame Hochzeitsreise kurzerhand allein an. Mehr braucht das Drehbuch eigentlich nicht, um seinen Protagonisten auf eine Reise zu schicken, die nicht nur durch Rom und die Toskana führt, sondern ihn auch wieder zurück ins Leben bringen soll. Die Geschichte ist allerdings so simpel, dass kaum Raum für Überraschungen entsteht. Der Verlauf ist extrem vorhersehbar, klischeehaft und stellenweise sogar erstaunlich dünn. Tiefgang sollte man hier nicht erwarten. Vieles entwickelt sich genau so, wie man es bereits vermutet, und auch die wenigen dramatischen Momente besitzen keine große erzählerische Wucht. Interessant ist eher, wie unaufdringlich der Film seine eigentliche Botschaft vermittelt: Aufgeben ist keine Option, denn man weiß niemals, was hinter dem nächsten Kapitel des eigenen Lebens wartet. Zum Glück wird diese Idee nicht mit dem Holzhammer präsentiert.
Rom und die Toskana übernehmen dafür gewissermaßen einen Teil der Arbeit, die das Drehbuch nicht leisten kann. Die traumhaften Kulissen, die warmen Farben und der gelassene italienische Lebensrhythmus verleihen dem Film eine angenehme Leichtigkeit. Der Dolce-Vita-Vibe lässt vieles charmant aussehen, was auf dem Papier deutlich weniger interessant klingt. „Solo Mio“ fühlt sich dadurch wie eine kleine Auszeit an, bei der man sich für eine Weile von der simplen Geschichte treiben lassen kann. Kevin James soll diesen gebrochenen, netten Durchschnittsmenschen möglichst gefühlvoll und geerdet verkörpern. Genau hier zeigt sich allerdings eine deutliche Schwäche. Ihm fehlt der Elan, um die romantische Seite dieser Figur wirklich glaubhaft mit Leben zu füllen. Seine Leistung wirkt eher bemüht als berührend. Dass James durchaus anders kann, hat er unter anderem in „Becky“ gezeigt, wo ihm die böse, körperlich bedrohliche Seite wesentlich besser steht. Romantik kauft man ihm in „Solo Mio“ dagegen nur schwer ab.
Auch die Inszenierung selbst findet nicht immer den emotionalen Zugang, den diese Geschichte eigentlich benötigen würde. Die Voraussetzungen für ein gefühlvolles Drama wären vorhanden, doch zwischen den schönen Landschaften und dem angenehmen italienischen Flair fehlt es immer wieder an jener emotionalen Wärme, die aus einer einfachen Geschichte etwas wirklich Bewegendes machen könnte. So bleibt „Solo Mio“ ein herzerwärmender und kurzweiliger Film, der vor allem durch seine Kulissen, seinen charmanten Italien-Vibe und die unkomplizierte Feelgood-Stimmung funktioniert. Die Handlung ist dünn, der Verlauf vorhersehbar und die Inszenierung nicht gerade inspiriert. Für einen entspannten kleinen Ausflug nach Rom und in die Toskana reicht es trotzdem. Ein Film wie ein italienischer Kurzurlaub: schön anzusehen, angenehm leicht und schnell vorbei, ohne danach allzu lange darüber nachzudenken.
Solo Mio präsentiert sich auf Blu-ray von seiner hellen und freundlichen Seite. Der Kontrast wurde entsprechend offen abgestimmt und verleiht den Aufnahmen eine angenehm leichte Optik. Dazu gesellen sich warme Farben, die dem Film eine sympathische und einladende Atmosphäre verleihen. Die Farbgebung bleibt dabei gefällig, ohne unnötig künstlich aufzudrehen. Auch bei der Detaildarstellung gibt sich die Veröffentlichung keine Blöße. Feinere Strukturen werden sauber herausgearbeitet und die Schärfe präsentiert sich durchgehend klar. Gerade bei Nahaufnahmen kommt die ordentliche Präzision des Bildes gut zur Geltung. Der Schwarzwert muss dagegen kaum Schwerstarbeit verrichten. Wirklich tiefdunkle Bildbereiche sind offenbar nicht gerade seine große Hauptrolle, entsprechend wenig wird ihm abverlangt. Insgesamt überzeugt die Blu-ray mit einer angenehm klaren, warmen und hellen Präsentation, die sehr gut zur leichten Grundstimmung des Films passt.
Auch akustisch bleibt Solo Mio angenehm lebendig. Die Dialoge besitzen eine kräftige Präsenz und stehen jederzeit gut verständlich im Mittelpunkt. Stimmen gehen weder im übrigen Klangbild unter noch wirken sie unnötig dünn. Etwas mehr Temperament hätte der Abmischung allerdings durchaus gutgetan. Gerade in den lebhafteren Momenten könnte der Klang noch etwas energischer aufspielen und den Szenen zusätzlichen Schwung verleihen. Sauber und klar bleibt die Tonspur trotzdem jederzeit. Insgesamt also eine ordentliche und lebendige Präsentation, der lediglich ein wenig akustisches Feuer unter dem Hintern fehlt.
Beim Bonusmaterial herrscht dagegen eher italienische Zurückhaltung. Lediglich der Trailer zum Film befindet sich auf der Blu-ray. Weitere Einblicke in die Produktion, Interviews oder sonstige Zugaben gibt es nicht. Von zusätzlichem italienischem Flair kann hier also keine Rede sein – der Trailer muss ganz allein die Fahne hochhalten.