


Nachdem Reacher in Maine eine Entführung verhindert hat, schleust er sich in das kriminelle Imperium von Zachary Beck ein, indem er sich als Leibwächter von dessen Sohn ausgibt. Sein Ziel: einen verschwundenen DEA-Agenten zu retten und einen Schmugglerring zu zerschlagen. Je tiefer Reacher in Becks Umfeld eindringt, desto stärker eskaliert die Lage. Es kommt zu Machtspielen, Verdachtsmomenten, brutalen Konfrontationen und dem ständigen Gefühl, dass jeder Fehler tödlich sein kann. Und schließlich muss er sich auch Francis Xavier Quinn stellen, einem tödlichen Gegner aus seiner Vergangenheit.
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Jack Reacher bleibt Jack Reacher, und solange Alan Ritchson diese Figur verkörpert, besitzt die Serie einen Trumpf, den ihr so schnell niemand nehmen kann. Auch die dritte Staffel zeigt erneut, wie perfekt Ritchson körperlich wie charismatisch für diese Rolle besetzt ist. Dieser Mann bringt genau jene Präsenz mit, die man sich unter Reacher vorstellt: ein selbstbewusster, durchsetzungsstarker Alpha, der einen Raum nicht erst betreten muss, um ihn zu dominieren. Allein seine Erscheinung verleiht vielen Szenen eine Energie, die das Drehbuch nicht immer selbst erzeugen kann. An die Qualität der ersten Staffel kommt die dritte allerdings nicht heran. Ausgerechnet beim Pacing, bei den Nebenfiguren und bei der Logik der Geschichte zeigen sich diesmal die größten Schwächen. Die Handlung braucht insgesamt zu lange, um wirklich Fahrt aufzunehmen, und gerade in einigen Episoden entsteht der Eindruck, dass man sich etwas mehr Zeit nimmt, als die Geschichte eigentlich benötigt. Die Charaktere wirken stellenweise auffallend blass und auch die einzelnen Handlungsstränge greifen nicht immer so sauber ineinander, wie man es von „Reacher“ eigentlich erwarten könnte.
Nach dem Großstadt-Dschungel der zweiten Staffel wirken die geerdeteren Schauplätze zunächst wie eine willkommene Rückkehr zu einer bodenständigeren Atmosphäre. Die dritte Staffel basiert auf Lee Childs Roman „Persuader“, im Deutschen unter dem Titel „Sein und Schein“ erschienen, und bringt dadurch ein Setting mit, das weniger nach großem urbanem Actionkino aussieht. Ausgerechnet diese bodenständigere Ausrichtung führt diesmal aber nicht automatisch zu einer stärkeren Staffel. Im Gegenteil: Im direkten Vergleich mit den Vorgängern wirkt das Gesamtpaket insgesamt etwas schwächer. Mehr Power kommt immer dann ins Spiel, wenn bekannte Figuren auftauchen. Die Dynamik zwischen Reacher und Frances Neagley, erneut überzeugend von Maria Sten verkörpert, bringt spürbar mehr Energie in den Verlauf. Solche Begegnungen erinnern daran, welche Stärke die Serie entwickeln kann, wenn ihre Figuren miteinander funktionieren und nicht nur von einem Handlungsstrang zum nächsten geschoben werden.
Auch die direkte Durchsetzungskraft wurde etwas zurückgenommen. Die Kampfszenen sind im Vergleich zu den Vorgängerstaffeln sparsamer dosiert, wodurch Reacher etwas seltener auf die ganz unmittelbare Art für Ordnung sorgt. Weniger Prügeleien müssen selbstverständlich kein Problem sein, doch hier fehlt stellenweise genau jene körperliche Wucht, die zu dieser Figur gehört und die den Reiz der Serie mit ausmacht. Wenn Ritchson dann doch loslegt, besitzt das Geschehen entsprechend weiterhin Wirkung. So liefert auch die dritte Staffel zufriedenstellend ab, ohne erneut das Niveau der ersten Staffel zu erreichen. Die einzelnen Folgen haben ihre starken Momente, ihre Dynamik und durchaus auch spannende Passagen, stehen aber ebenso deutlich neben einigen Schwächen bei Tempo, Nebenfiguren und erzählerischer Logik. Alan Ritchson bleibt dabei der große Konstantpunkt: körperlich eine Idealbesetzung und charismatisch genug, um selbst dann noch Präsenz zu erzeugen, wenn die Serie gerade etwas weniger Durchsetzungskraft besitzt.
Schon die erste Einstellung macht deutlich, dass Reacher – Staffel 3 auch technisch einiges an Gewicht in den Ring wirft. Das Bild präsentiert sich ausgesprochen kontrastreich und sorgt dadurch für eine überzeugende Tiefe. Helle und dunkle Bereiche werden sauber voneinander getrennt, ohne dass wichtige Bildinformationen unnötig verloren gehen. Gerade die actionreichen Sequenzen profitieren von dieser präzisen Abstimmung. Die Schärfe bewegt sich ebenfalls auf einem erfreulich hohen Niveau. Feine Strukturen und kleinere Details werden klar herausgearbeitet, ohne dass die Darstellung künstlich überschärft wirkt. Auch bei Gesichtern, Kleidung und den verschiedenen Schauplätzen bleibt genügend Feinzeichnung erhalten, um ein plastisches Gesamtbild entstehen zu lassen. Die Farbwiedergabe hält sich angenehm natürlich und verzichtet auf unnötige Übertreibungen. Dadurch wirkt die Serie trotz ihrer modernen und actionreichen Inszenierung jederzeit glaubwürdig. Für eine Serienproduktion ist das insgesamt eine ausgesprochen gelungene Präsentation. Reacher – Staffel 3 liefert kein halbherziges Bildsignal, sondern eine visuelle Qualität, die sich auch auf größerer Leinwand durchaus sehen lassen kann. Kontrast, Schärfe, Details und Farben greifen sauber ineinander und ergeben einen technisch sehr überzeugenden Gesamteindruck.
Auch akustisch geht Reacher nicht gerade auf Zehenspitzen durch die Gegend. Die Dialoge werden dynamisch und klar wiedergegeben und behalten auch während der actionreicheren Passagen ihre Verständlichkeit. Stimmen stehen somit nicht plötzlich irgendwo zwischen Explosion und Faustschlag verloren in der Klangkulisse herum. Sobald es körperlicher wird, darf auch der Bass ordentlich mitarbeiten. Gerade bei den Actionszenen sorgen kräftigere Tieftonanteile für den nötigen Nachdruck und verleihen Schlägen, Bewegungen und anderen Effekten etwas mehr Gewicht. Die Abmischung bleibt dabei insgesamt erfreulich sauber und kontrolliert. Natürlich könnte man sich an der einen oder anderen Stelle noch etwas mehr Räumlichkeit und akustische Feinzeichnung wünschen, doch grundsätzlich macht die Tonspur einen sehr ordentlichen Eindruck. Dynamische Dialoge, ordentlich Druck in den Actionmomenten und eine saubere Abstimmung sorgen dafür, dass auch die Ohren ihren Anteil an der dritten Staffel bekommen.
Und dann kommt der Moment, in dem die Stimmung doch noch kippt. Wer nach der letzten Episode auf zusätzliches Material hofft, schaut ziemlich schnell auf eine gähnend leere Bonusabteilung. Interviews? Fehlanzeige. Making-of? Nicht vorhanden. Featurettes? Ebenfalls nicht. Irgendwelche kleinen Einblicke hinter die Produktion? Schön wär’s. Kurz gesagt: Extras wird man hier keine finden. Schöne Scheiße. Nach einer technisch durchaus überzeugenden Staffel hätte man ruhig noch ein paar zusätzliche Informationen zur Produktion, zu Alan Ritchson oder den aufwendigen Actionsequenzen spendieren dürfen. Stattdessen bleibt der Bonusbereich so leer wie ein Raum, aus dem Reacher gerade sämtliche Möbel entfernt hat.