


HELL HOUSE LLC.
Fünf Jahre nachdem eine unerklärliche Fehlfunktion den Tod von 15 Touristen und Mitarbeitern in der Eröffnungsnacht einer Halloween-Geisterhaus-Tour verursacht hat, reist ein Dokumentarfilmteam zurück zum Ort des Unglücks, um herauszufinden, was wirklich passiert ist.
HELL HOUSE LLC. II – THE ABADDON HOTEL
Acht Jahre sind seit der Tragödie bei der Eröffnung des Hell House LLC vergangen, und noch immer gibt es viele unbeantwortete Fragen. Dank eines anonymen Hinweises ist ein Enthüllungsjournalist davon überzeugt, dass in dem verlassenen Abaddon Hotel wichtige Beweise versteckt sind: Beweise, die Licht in die Geheimnisse des Hotels und die ungelösten Todesfälle und andere Fälle bringen werden.
HELL HOUSE LLC. III: LAKE OF FIRE
Das Abaddon Hotel wird wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Russell Wynn hat seine beliebte interaktive Show „Insomnia“ in das verlassene Hotel verlegt, von dem es heißt, dass es dort spukt.
HELL HOUSE LLC ORIGINS: THE CARMICHAEL MANOR
Internet-Detektive reisen nach Carmichael Manor in Rockland County, New York – dem Ort, an dem 1989 die Familie Carmichael ermordet wurde. Sie stoßen auf einen Schrecken, der schon lange vor Hell House LLC in den Schatten lauerte.
HELL HOUSE LLC: LINEAGE
Fünf Jahre nachdem eine unerklärliche Fehlfunktion den Tod von 15 Touristen und Mitarbeitern in der Eröffnungsnacht einer Halloween-Geisterhaus-Tour verursacht hat, reist ein Dokumentarfilmteam zurück zum Ort des Unglücks, um herauszufinden, was wirklich passiert ist.
Originaltitel: Hell House LLC, Hell House LLC II: The Abaddon Hotel, Hell House LLC III: Lake of Fire, HELL HOUSE LLC ORIGINS: THE CARMICHAEL MANOR, HELL HOUSE LLC: LINEAGE
Mit der „Hell House LLC: The Complete Collection“ veröffentlicht LEONINE alle fünf Filme aus Stephen Cognettis Horrorreihe in einer Box mit fünf Blu-ray Discs. Hierzulande ist die Reihe vergleichsweise wenig bekannt, während vor allem der erste Teil in den USA zu einem bemerkenswerten Phänomen geworden ist. Das Konzept trifft einen besonderen Nerv: Halloween-Horrorhäuser, künstliche Kulissen und der Reiz, sich freiwillig in eine Umgebung zu begeben, die einem das Fürchten lehren soll. „Hell House LLC“ nutzt diese Faszination und verbindet sie mit einer täuschend echten Inszenierung, die das Geschehen erstaunlich glaubwürdig erscheinen lässt. Die fünf Filme entwickeln sich allerdings sehr unterschiedlich und reichen von subtilem, wirkungsvollem Grusel bis hin zu enttäuschenden Fortsetzungen, die ihre eigene Atmosphäre aus den Augen verlieren.
HELL HOUSE LLC.: Der erste Film legt die Messlatte für die Reihe hoch. Statt sich auf eine endlose Abfolge billiger Jump-Scares zu verlassen, setzt „Hell House LLC“ auf ein stetig wachsendes Gefühl der Bedrohung, gruselige Schauwerte und eine Kulisse, die schon für sich genommen Unbehagen auslöst. Mit vergleichsweise wenigen Mitteln gelingt es, eine unheimliche Stimmung aufzubauen, die sich langsam unter die Haut schiebt. Der Horror muss nicht ständig laut werden, um Wirkung zu entfalten. Die Verbindung aus gefundenem Videomaterial, Interviews und Nachrichtenberichten verleiht dem Film eine erstaunlich authentische, bodenständige Note. Die dokumentarische Erzählweise lässt das Geschehen greifbar wirken und spielt geschickt mit der Frage, was sich tatsächlich hinter den Kulissen eines solchen Horrorhauses abgespielt haben könnte. Die Faszination für Halloween-Attraktionen wird hier zum Ausgangspunkt eines glaubwürdigen Horrorerlebnisses, dessen unheimliche Momente gerade durch ihre Zurückhaltung überzeugen. Ein feiner Grusel, der seine Wirkung nicht mit der Brechstange erzwingen muss. Der Auftakt der Reihe gehört damit zu ihren stärksten Einträgen und zeigt, wie effektiv atmosphärischer Found-Footage-Horror mit begrenzten Mitteln sein kann.
HELL HOUSE LLC. II – THE ABADDON HOTEL: Nach dem Low-Budget-Erfolg folgt die Fortsetzung, die an die Stärken des Vorgängers anknüpfen möchte, diese aber nur selten erreicht. „The Abaddon Hotel“ ist eine deutliche Enttäuschung und wirkt im Vergleich zum ersten Film spürbar schwächer. Was zuvor durch eine glaubwürdige Inszenierung und eine stetig anwachsende Bedrohung überzeugte, verliert hier durch zahlreiche Ungereimtheiten und eine wenig überzeugende Umsetzung an Wirkung. Einige Darsteller agieren derart hölzern, dass die bedrohliche Situation nicht immer ernst genommen werden kann. Andere Momente wirken schlicht hanebüchen und ziehen den Film ausgerechnet dort herunter, wo er eigentlich Spannung aufbauen müsste. Besonders störend sind die wiederkehrenden Schnitte zu einer morgendlichen Talkshow. Diese Unterbrechungen reißen einen immer wieder aus der Atmosphäre und machen es schwer, sich auf das Geschehen einzulassen. Statt den unheimlichen Sog zu verstärken, wird die Spannung regelmäßig ausgebremst. Die deutsche Synchronfassung verstärkt den unfreiwillig komischen Eindruck zusätzlich. Was als düsterer Horror funktionieren soll, bekommt dadurch stellenweise eine unfreiwillige Komik, die kaum zum beabsichtigten Ton passt. Der zweite Teil bleibt damit der schwächste Film der Sammlung und zeigt, dass ein überzeugendes Grundkonzept allein noch keine gelungene Fortsetzung garantiert.
HELL HOUSE LLC. III: LAKE OF FIRE: Mit „Lake of Fire“ findet die Reihe wieder zu mehr Spannung zurück. Nach dem ersten Film ist dies der stärkste Beitrag der ursprünglichen Trilogie und zugleich bedauerlicherweise der einzige weitere Teil, der über längere Strecken wirklich fesseln kann. Die Geschichte führt die zuvor aufgebauten Mysterien weiter und liefert Antworten auf offene Fragen. Damit erhält die Handlung einen Abschluss, der die Verbindungen zwischen den Filmen stärker hervortreten lässt. Auch visuell hat der dritte Teil einige gelungene Einfälle zu bieten. Einzelne Set-Pieces erzeugen eine wirkungsvolle Unruhe, und die Inszenierung findet immer wieder zu Momenten zurück, in denen der Schrecken nicht nur behauptet, sondern tatsächlich spürbar wird. Die unheimlichen Szenen sorgen für Spannung und zeigen, dass in dieser Reihe durchaus noch Potenzial steckt. An die subtile Atmosphäre des gefeierten Auftakts reicht „Lake of Fire“ allerdings nicht heran. Der erste Film verstand es besser, das Unbehagen langsam aufzubauen und seine Umgebung zum eigentlichen Albtraum werden zu lassen. Trotzdem ist der dritte Teil eine deutliche Steigerung gegenüber seinem Vorgänger und bietet einen spannenden Abschluss für die ursprüngliche Geschichte.
HELL HOUSE LLC ORIGINS: THE CARMICHAEL MANOR: Mit „Origins: The Carmichael Manor“ kehrt die Reihe zu einer ihrer größten Stärken zurück: einer dichten, klaustrophobischen Atmosphäre, die schon durch die Umgebung ein Gefühl der Bedrohung vermittelt. Das Anwesen in Rockland County bildet dafür eine hervorragende Kulisse. Hinzu kommt der wirkungsvolle Einsatz schauriger Clown-Mannequins, deren bloße Anwesenheit für unangenehme Gänsehautmomente sorgt. Man muss nicht viel bewegen, damit eine solche Figur unheimlich wirkt. Oft genügt schon der Gedanke, dass sie im nächsten Augenblick an einer anderen Stelle stehen könnte. Der Film setzt erfreulicherweise kaum auf billiges CGI, sondern vertraut auf psychologischen Schrecken, bedrohliche Stille und die Wirkung seiner Schauplätze. Die Atmosphäre darf sich entfalten, ohne ständig durch digitale Effekte oder laute Schreckmomente unterbrochen zu werden. Dadurch entsteht wieder jene Beklemmung, die den ersten Teil so wirkungsvoll gemacht hat. Das Anwesen wirkt nicht einfach wie eine Kulisse, sondern wie ein Ort, an dem man sich möglichst nicht länger aufhalten möchte. Trotz dieser Rückkehr zu den atmosphärischen Stärken der Reihe bleibt ein Wermutstropfen: Der Film wirkt in seiner Gesamtheit auch wie ein Neustart. Die Rückbesinnung auf den ursprünglichen Grusel funktioniert zwar, doch der Eindruck, dass hier ein neuer Anfang gesetzt wird, lässt sich nicht ganz abschütteln. Als atmosphärischer Horrorfilm überzeugt „The Carmichael Manor“ dennoch mit einigen ausgesprochen unangenehmen Momenten.
HELL HOUSE LLC: LINEAGE: Mit „Lineage“ schlägt die Reihe einen neuen Weg ein und verabschiedet sich vom bekannten Found-Footage-Format der Vorgänger. Dieser Bruch fällt umso stärker auf, weil die dokumentarische Erzählweise lange Zeit ein wesentliches Merkmal der Reihe war. Gleichzeitig entsteht eine interessante Kuriosität rund um die Behauptung, „825 Forest Road“ sei der erste Nicht-Found-Footage-Film seines Regisseurs. Schließlich ist „Hell House LLC: Lineage“ ebenfalls in diesem Jahr erschienen und hat das vertraute Format der Reihe bereits verlassen. Die Einordnung wirkt daher zumindest erklärungsbedürftig. Das größere Problem liegt jedoch in der Umsetzung. Die Geschichte ist konfus geraten und wird von einer Überfülle an Exposition geplagt. Statt den Schrecken aus den Bildern, den Schauplätzen und dem Unausgesprochenen entstehen zu lassen, erklärt der Film zu viel und nimmt seiner Handlung dadurch einen Teil ihrer Wirkung. Die Erklärungen drängen sich in den Vordergrund, während die Atmosphäre, die die Reihe einst ausgezeichnet hat, zunehmend auf der Strecke bleibt. Hinzu kommen wiederverwertete und vorhersehbare Schreckmomente, die kaum noch überraschen. Der Film findet nur selten zu einer wirklich unheimlichen Stimmung und kann die Spannung seiner stärksten Vorgänger nicht wiederbeleben. Wenn „Lineage“ tatsächlich den Abschluss der Reihe markieren sollte, wäre es enttäuschend, ausgerechnet beim letzten Film nicht zum klassischen Stil zurückzukehren. Der Formatwechsel allein wäre noch kein Problem, wenn die neue Ausrichtung mit einer überzeugenden Geschichte und einer eigenständigen Atmosphäre einherginge. Beides bleibt hier jedoch zu schwach ausgeprägt.
Die fünf Filme fallen qualitativ sehr unterschiedlich aus. Der erste Teil bleibt das Herzstück der Reihe, weil er mit überschaubaren Mitteln eine glaubwürdige, unheimliche Atmosphäre erschafft. „The Abaddon Hotel“ enttäuscht deutlich und bleibt der schwächste Beitrag, während „Lake of Fire“ die ursprüngliche Geschichte spannend abschließt. „The Carmichael Manor“ findet zurück zur klaustrophobischen Stimmung des Auftakts, bevor „Lineage“ mit seinem Formatwechsel und der überladenen Erzählweise einen eher ernüchternden Schlusspunkt setzt. Im Verbund entfaltet die Sammlung dennoch ihren besonderen Reiz. Die Verbindungen zwischen den Filmen und die wiederkehrenden Mysterien sorgen dafür, dass die Reihe als Ganzes mehr Sinn ergibt als ihre schwächeren Einzelfilme für sich genommen. Wer sich auf die Zusammenhänge einlässt, bekommt einen abwechslungsreichen Streifzug durch eine Horrorreihe, die ihre stärksten Momente nicht durch laute Schockeffekte, sondern durch Atmosphäre, bedrohliche Kulissen und das Spiel mit der eigenen Vorstellungskraft erreicht. Für Fans von Found-Footage-Horror ist diese Box ein echter Knaller. Sie bietet reichlich Atmosphäre statt einer bloßen Aneinanderreihung von Schreckmomenten, auch wenn nicht jeder Film das Niveau des Originals halten kann. Als Einstieg in die Welt der Halloween-Horrorhäuser eignet sich die Collection hervorragend – und zur passenden Jahreszeit wird aus dem Besuch im Abaddon Hotel ein besonders stimmungsvoller Horrorabend.
Über alle fünf Filme hinweg zeigt sich bei der Bildqualität ein ähnliches Bild: Der Schwarzwert bleibt eher schwach und erreicht nie jene kräftige Tiefe, die gerade bei einer Horrorreihe dieser Art wünschenswert wäre. Dazu trägt vermutlich auch der durchgehend recht hell abgestimmte Kontrast bei, der den düsteren Aufnahmen stellenweise etwas von ihrer Wirkung nimmt. Technisch haben die Blu-rays dennoch ihre Stärken. Die Schärfe präsentiert sich klar, feine Details bleiben gut erkennbar und selbst dann, wenn die Found-Footage-Kamera wieder einmal besonders heftig ins Wanken gerät, bleibt das Bild erfreulich stabil. Die unruhige Kameraführung gehört zum Stil der Filme, beeinträchtigt die technische Bildruhe aber weniger, als man erwarten könnte. Ein kräftigerer Schwarzwert hätte der gesamten Reihe allerdings deutlich mehr Tiefe und Gruselwirkung verliehen.
Akustisch bleiben die ersten vier Teile überwiegend im vorderen Klangbereich verankert. Zwar entsteht durchaus eine passende Atmosphäre, doch die räumliche Wirkung hält sich in Grenzen und nutzt die Möglichkeiten der Mehrkanalwiedergabe nur zurückhaltend. Erst der fünfte Teil lässt etwas mehr Räumlichkeit aufkommen und sorgt damit für eine willkommene Abwechslung. An der sauberen Abmischung gibt es dagegen wenig auszusetzen: Die Dialoge sind durchgehend klar verständlich, und auch sonst bleibt der Klang ordentlich abgestimmt. Für eine Horrorreihe, die von unheimlichen Geräuschen und einer beklemmenden Atmosphäre lebt, wäre über weite Strecken allerdings mehr akustische Präsenz wünschenswert gewesen.
Fünf Filme auf fünf Blu-rays – doch beim Bonusmaterial herrscht ernüchternde Sparsamkeit. Zu jedem Teil gibt es lediglich den jeweiligen Trailer. Weiterführende Einblicke in die Entstehung der Reihe oder in die besondere Faszination von Horrorhäusern bleiben aus. Gerade bei einer Filmreihe, deren Schauplatz von der unheimlichen Anziehungskraft solcher Attraktionen lebt, hätte sich reichlich interessantes Zusatzmaterial angeboten. Weshalb Menschen freiwillig solche Orte besuchen und sich dort erschrecken lassen, wäre durchaus ein eigenes Special wert gewesen. Die Sammlung bietet damit zwar reichlich Filmstoff, aber kaum etwas, das über die Filme selbst hinausgeht.