


Die legendären Tapes sind zurück, mit höllischen Stories rund um Halloween! Teenager wollen ein letztes Mal „Süßes oder Saures“ und begegnen einer sehr realen Mumie. Der einzige Überlebende eines rituellen Massakers stößt an übernatürliche Grenzen. Eine mutige Gruppe ignoriert ein Warnschild, mit üblen Konsequenzen. Kinder verschwinden in einem Dorf; und zum Abschluss eine verfluchte Schallplatte.
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Wenn die Nächte länger werden und Kürbisse vor den Haustüren grinsen, darf es im Horrorkino gern wieder etwas unheimlicher zugehen. „V/H/S/Halloween“ liefert dafür eine erfreulich gelungene Rückkehr zu den Stärken der Reihe. Der Film fängt die besondere Stimmung des Halloween-Festes überzeugend ein und präsentiert eine Sammlung schauriger Geschichten, die mit kreativen Einfällen, handgemachten Effekten und einer ordentlichen Portion makabrem Humor für Abwechslung sorgt. Nach einigen schwächeren Beiträgen fühlt sich dieser Teil wieder deutlich frischer an und weiß seine thematische Ausrichtung sinnvoll zu nutzen. Die einzelnen Episoden bedienen unterschiedliche Spielarten des Grauens: Eine gruselige Test-Limonade sorgt für unangenehme Überraschungen, Süßigkeiten-Diebe erhalten ihre verdiente Quittung, ein verfluchter Plattenspieler bringt Unheil ins Haus, und auch der klassische Serienmörder darf nicht fehlen. Die Geschichten setzen auf verschiedene Ideen und Stimmungen, wodurch die Zusammenstellung angenehm abwechslungsreich bleibt. Vor allem die kreativen Ansätze wirken diesmal wieder überzeugender als in einigen vorherigen Teilen der Reihe. Nicht jede Geschichte erfindet das Genre neu, doch die Einfälle sind unterhaltsam genug, um die Neugier auf das jeweils nächste Segment aufrechtzuerhalten. Die richtige Würze liefern die praktischen Effekte und das Make-up. Statt sich allein auf digitale Spielereien zu verlassen, setzt „V/H/S/Halloween“ auf handwerklich gestaltete Schreckensbilder, die dem Geschehen eine greifbare, herrlich unappetitliche Qualität verleihen. Dass mit Rick Baker eine echte Legende des Make-ups an den Effekten beteiligt ist, passt hervorragend zu diesem Ansatz. Die Liebe zum handgemachten Horror trägt wesentlich dazu bei, dass die blutigen und grotesken Momente ihre Wirkung entfalten. Bei dieser Jagd nach Süßem darf es also gern ordentlich sauer werden – zusätzliche Streiche braucht es dafür kaum. Wie bei Anthologie-Filmen üblich, bleiben Qualitätsschwankungen zwischen den einzelnen Segmenten allerdings nicht aus. Was für den einen Zuschauer eine gelungene Horrorgeschichte darstellt, kann für den anderen deutlich weniger funktionieren. Unterschiedliche Vorlieben lassen sich bei einer solchen Zusammenstellung kaum vermeiden, und auch „V/H/S/Halloween“ liefert keine Sammlung, in der jede Episode gleichermaßen überzeugt. Auffällig ist jedoch, wie viel Mühe sich der Film gibt, die einzelnen Beiträge möglichst gleichwertig erscheinen zu lassen. Die Segmente stehen nicht bloß lose nebeneinander, sondern fügen sich zu einer thematisch stimmigen Halloween-Erfahrung zusammen, bei der die Abwechslung Teil des Konzepts ist. Als schaurige Einstimmung auf Halloween funktioniert dieser Beitrag ausgesprochen gut. Die passende Atmosphäre, die kreativen Geschichten und die überzeugenden praktischen Effekte sorgen dafür, dass die Vorfreude auf die unheimlichste Nacht des Jahres noch ein wenig wächst. „V/H/S/Halloween“ ist nicht in jeder Episode gleich stark, bietet aber eine erfreulich unterhaltsame Mischung aus makabren Ideen und handgemachtem Horror. Wer sich die Zeit bis Halloween mit einer Portion filmischem Schrecken versüßen möchte, findet hier einen passenden Begleiter – und danach wirkt selbst die Süßigkeitenschüssel vor der Haustür vielleicht ein kleines bisschen verdächtiger
Auch bei diesem Ableger der Found-Footage-Reihe kann sich die Bildqualität der Blu-ray durchaus sehen lassen. Die Schärfe präsentiert sich klar und bringt die zahlreichen Details überzeugend zur Geltung, ohne den typischen Look der Reihe aus den Augen zu verlieren. Der Kontrast ist ebenfalls gut abgestimmt und sorgt dafür, dass die sichtbaren Bildelemente ausreichend erkennbar bleiben. Lediglich der Schwarzwert hätte noch einen Tick kräftiger ausfallen dürfen, denn hier fehlt es stellenweise an der letzten Tiefe. Das fällt allerdings nur leicht ins Gewicht und schmälert den ansonsten gelungenen Bildeindruck kaum.
Akustisch geht es ordentlich zur Sache. Der Sound bleibt durchgehend sauber und überzeugt mit einer konstanten Dynamik, die dem Geschehen den nötigen Nachdruck verleiht. Räumliche Klangelemente sind durchaus vorhanden, werden allerdings nicht konsequent genug ausgeschöpft, um das gesamte Potenzial einer wirklich immersiven Klangkulisse zu entfalten. An Lautstärke mangelt es der Tonspur dafür keineswegs. Wenn es kracht, dann richtig. Der Sound kennt vor allem eine klare Richtung: nach vorn und mit ordentlich Wumms.
Wer auf eine kleine Sammlung zusätzlicher Schreckmomente hinter den Kulissen gehofft hat, wird leider enttäuscht. Als einzige Beigabe wartet der Trailer zum Film. Mehr gibt es nicht. Da bleibt einem zu Halloween wohl nur, sich mit dem filmischen Schrecken zufriedenzugeben, für alles andere gibt es Saures.