


In Vampires of the Velvet Lounge verschmelzen Verführung und Horror zu einem stylischen Blutrausch der Extraklasse. Regisseur Adam Sherman entfesselt einen düsteren, modernen Vampirtrip, der den Nerv der Dating-Generation trifft – schnell, sinnlich und absolut tödlich. Ein geheimnisvoller Vampirzirkel nutzt Dating-Apps, um arglose Matches in raffinierte Fallen zu locken. Doch als Undercover-Vampirjäger die Spur aufnehmen, eskaliert das Spiel zu einem hypnotischen Albtraum aus Maskenbällen, dekadenten Nächten und blutigen Exzessen. Die Velvet Lounge wird zum Schauplatz eines gnadenlosen Kampfes, in dem Lust und Tod untrennbar miteinander verschmelzen.
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Vampire, schräger Humor, ein bisschen Action und eine ordentliche Portion stilbewusster B-Movie-Wahnsinn: „Vampires of the Velvet Lounge“ dürfte die Meinungen ziemlich zuverlässig auseinanderbringen. Auch innerhalb unserer Redaktion fällt die Bewertung nicht frei von Widersprüchen aus, denn Adam Shermans Film hat zweifellos einige Baustellen, erwies sich bei aller Unausgegorenheit aber als recht unterhaltsamer Genre-Ausflug. Wer eine konsequente Geschichte, eine klar definierte Tonlage oder sorgfältig ausgearbeitete Figuren erwartet, sollte seine Ansprüche besser etwas herunterschrauben. Wer sich hingegen auf einen stylischen, schrägen Vampirfilm einlassen kann, der nicht ständig um erzählerische Ordnung bemüht ist, könnte durchaus seinen Spaß daran haben. Schon die Ausrichtung lässt erkennen, an welches Publikum sich der Film bevorzugt richtet. Vor allem weibliche Zuschauer könnten hier ihren Vampir-Spaß des Jahres finden, denn die Inszenierung weiß durchaus, welche Reize sie bedienen möchte. Das gehört zum Konzept und funktioniert zumindest streckenweise. Die spielfreudige Besetzung trägt ihren Teil dazu bei, dass der Film trotz seiner erzählerischen Schwächen nicht völlig auseinanderfällt. Die Darsteller haben sichtbar Freude an diesem etwas anderen Vampirtreiben und bringen genügend Energie mit, um selbst dann noch für Unterhaltung zu sorgen, wenn das Drehbuch wieder einmal nicht so recht weiß, wohin es eigentlich möchte. Genau darin liegt allerdings die größte Schwäche von „Vampires of the Velvet Lounge“. Der Film scheint sich nicht entscheiden zu können, welche Art von Geschichte er erzählen will. Auf solide Action folgen komödiantische Momente, anschließend schleichen sich Krimielemente ein, bevor das Ganze wieder in Richtung Trash abbiegt. Zwischendurch deutet sich sogar eine Liebesgeschichte an, doch kaum scheint sich einer dieser Ansätze zu einer tragenden Richtung zu entwickeln, wird er schon wieder verworfen. Die verschiedenen Zutaten wären für sich genommen durchaus brauchbar, ergeben zusammen jedoch kein wirklich stimmiges Gesamtbild. Statt die unterschiedlichen Elemente miteinander zu verbinden, wirkt es, als würde der Film mehrere Ideen ausprobieren und sich anschließend nicht entscheiden können, welche davon er tatsächlich weiterverfolgen möchte. Überraschenderweise entsteht daraus nicht ausschließlich Langeweile. Der ständige Wechsel sorgt immerhin für eine gewisse Unberechenbarkeit, und der Film besitzt genug Tempo und schrägen Charme, um seine Schwächen zeitweise zu überspielen. „Vampires of the Velvet Lounge“ ist ein stylischer B-Movie-Spaß, der sich nicht allzu ernst nimmt und mit seiner eigenwilligen Mischung zumindest eine gewisse Unterhaltung garantiert. Die fehlende stilistische Konsequenz verhindert zwar, dass sich daraus ein rundum überzeugendes Genreerlebnis entwickelt, doch der Film bleibt lebendig genug, um nicht völlig in seinen eigenen Baustellen zu versinken. Weniger überzeugend fällt die Vampir-Action aus. Hier wäre mehr handwerkliche Greifbarkeit dringend nötig gewesen, denn die digitalen Effekte sind zu dominant und obendrein deutlich als solche zu erkennen. Wo die Kämpfe körperlich, blutig und unmittelbar wirken sollten, schiebt sich immer wieder die künstliche Optik dazwischen. Das nimmt den Auseinandersetzungen einen Teil ihrer Wucht und lässt gerade jene Szenen blasser erscheinen, die eigentlich für die nötige Dynamik sorgen müssten. Ein wenig mehr praktische Arbeit und eine zurückhaltendere Verwendung digitaler Effekte hätten der Vampir-Action vermutlich gutgetan. Auf der Darstellerseite gibt es mit Mena Suvari und Stephen Dorff immerhin zwei Namen, die besonders positiv auffallen. Dorff erweist sich als echtes Highlight und scheint auch Jahrzehnte nach „Blade“ nichts von seinem überdrehten Biss verloren zu haben. Seine Präsenz passt hervorragend zu diesem schrägen Genre-Mix, und er bringt genau jene Energie mit, die ein Film dieser Art dringend benötigt. Auch Suvari trägt dazu bei, dass das Geschehen über seine schwankende Tonlage hinweg unterhaltsam bleibt. Die Spielfreude des Ensembles ist einer der Gründe, weshalb man dem Film seine zahlreichen Unzulänglichkeiten nicht durchgehend übelnimmt. „Vampires of the Velvet Lounge“ ist gewiss kein sauber ausbalancierter Vampirfilm. Die Geschichte schwankt zwischen verschiedenen Genres, romantische Ansätze verpuffen, und die offensichtlich digitalen Effekte nehmen der Action einen Teil ihrer Wirkung. Trotzdem besitzt Adam Shermans Film genügend schrägen Charme, stilistische Eigenheiten und spielfreudige Darsteller, um als unterhaltsamer B-Movie-Abend durchzugehen. Ein überzeugendes Gesamtpaket sieht anders aus, doch langweilig wird es erfreulicherweise nicht. Wer genau diese Mischung aus Vampir-Flair, unfreiwillig wechselhafter Dramaturgie und überdrehtem Genre-Spaß sucht, dürfte durchaus auf seine Kosten kommen.
Die Blu-ray überzeugt mit einer gelungenen Bildpräsentation, die feine Details sauber herausarbeitet und mit kräftigen, angenehm satten Farben für einen überzeugenden Gesamteindruck sorgt. Auch die Schärfe kann sich sehen lassen und lässt das Geschehen klar und präzise zur Geltung kommen. Kontrast und Schwarzwert bewegen sich auf einem ausgezeichneten Niveau und runden die gelungene Bildqualität überzeugend ab.
Akustisch präsentiert sich die Blu-ray ebenfalls von ihrer guten Seite. Die Tonspur bietet eine ordentliche Dynamik, die vor allem in den Actionszenen spürbar zur Geltung kommt und dem Geschehen den nötigen Nachdruck verleiht. Die Dialoge bleiben jederzeit klar verständlich und gehen im übrigen Klanggeschehen nicht unter. Hinzu kommt eine saubere Abmischung, die für einen ausgewogenen und angenehm klaren Gesamteindruck sorgt.
Das Bonusmaterial fällt leider ausgesprochen übersichtlich aus. Abseits des Trailers hat die Blu-ray nichts Weiteres zu bieten. Für eine blutige Vampirgeschichte hätte man sich hinter den Kulissen durchaus noch den einen oder anderen zusätzlichen Happen gewünscht.