

Alljährlich am Unabhängigkeitstag versammelt der greise Patriarch Jason Crockett (Ray Milland) seine Familie auf seinem abgeschiedenen Landsitz – einer kleinen Insel vor der Küste Floridas. Doch in diesem Sommer klingt das Quaken aus den Sümpfen lauter, drängender, bedrohlicher als je zuvor. Als der Naturfotograf Pickett Smith (Sam Elliott) durch Zufall auf das Anwesen gerät, dokumentiert er nicht nur die Umweltsünden einer selbstgefälligen Sippe – er wird Zeuge, wie sich die geschundene Natur zu erheben beginnt. Erst sind es nur die Frösche. Dann kriechen Spinnen aus den Wänden, gleiten Schlangen durchs Gras, lauern Alligatoren im trüben Wasser. Einer nach dem anderen fällt der lautlosen Rache zum Opfer. Während das Grün die Insel Stück für Stück zurückerobert, weigert sich der alte Crockett standhaft, sein Reich aufzugeben – und ahnt nicht, dass die Natur längst das letzte Wort für sich beansprucht.
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Quakende Frösche als Vorboten des ökologischen Untergangs, dazu mordlustige Schlangen, Spinnen und Vögel: Was zunächst wie eine gewöhnliche Tierhorror-Produktion der 1970er-Jahre klingt, hat sich über die Jahrzehnte zu einem herrlich schrägen Stück Genrekino entwickelt. „Frösche“ ist heute vor allem als unterhaltsamer Trash- und Camp-Streifen interessant, dessen unfreiwillige Komik längst einen eigenen Kultstatus erreicht hat. Auch im Umfeld von SchleFaZ hat sich der Film seinen Platz als liebenswerter Schund gesichert. Seine Wirkung entsteht allerdings nicht dadurch, dass er sich selbst als Klamauk versteht. Ganz im Gegenteil: Die Geschichte nimmt ihre Bedrohung ausgesprochen ernst, und genau darin liegt ein großer Teil ihres unfreiwilligen Unterhaltungswerts. Wer aufgrund des Titels erwartet, dass Frösche Menschen in Serie umbringen, liegt allerdings gründlich daneben. Kein einziger Mensch wird von einem Frosch getötet. Die eigentliche Drecksarbeit übernehmen andere Vertreter der Tierwelt, darunter Spinnen, Vögel und Schlangen, die den menschlichen Figuren auf unterschiedlich unangenehme Weise zu Leibe rücken. Die Frösche selbst bleiben auffällig passiv und wirken eher wie die stillen Drahtzieher eines groß angelegten Rachefeldzugs der Natur. Sie sitzen herum, beobachten das Geschehen und verleihen dem Ganzen mit ihren unbewegten Blicken eine fast schon absurde Autorität. Der Titel verspricht also eine amphibische Mordserie, während die eigentlichen Angriffe von einem ziemlich bunt gemischten Tierensemble ausgeführt werden. Allein diese Diskrepanz macht den Film zu einem besonderen Vergnügen für Freunde des kuriosen Tierhorrors. Sein größtes Problem ist zugleich eine seiner unterhaltsamsten Eigenschaften: „Frösche“ nimmt sich auch heute noch extrem ernst. Die Inszenierung bemüht sich darum, eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen und die Angriffe der Tiere als ernsthafte Gefahr erscheinen zu lassen. Doch die Umsetzung gerät immer wieder unfreiwillig komisch oder handwerklich schwach. Die Tiere wirken nicht immer wie überzeugende Gegner, manche Szenen entfalten eine unfreiwillige Absurdität, und die dramatische Ernsthaftigkeit steht häufig in einem reizvollen Missverhältnis zum Geschehen auf der Leinwand. Anstatt die eigenen Schwächen mit Humor abzufedern, hält der Film unbeirrt an seiner düsteren Haltung fest. Wer ihn als ernsthaften Öko-Horror betrachtet, wird deshalb einiges zu kritisieren finden. Wer sich hingegen auf seine unfreiwilligen komischen Momente einlässt, entdeckt einen B-Movie, der gerade durch seine Unzulänglichkeiten bestens unterhalten kann. Hinter dem schrägen Tierchaos steckt allerdings ein Ansatz, der für die damalige Zeit durchaus bemerkenswert war. Der Film verbindet seine Bedrohungsszenarien mit einer Umweltkritik, die auf menschliche Rücksichtslosigkeit und die Zerstörung natürlicher Lebensräume aufmerksam macht. Die Natur erscheint nicht länger als harmlose Kulisse für menschliche Freizeitvergnügungen, sondern als ein System, dessen Gleichgewicht durch den Menschen aus dem Lot gebracht wird. Die Botschaft wird zwar ausgesprochen plump vermittelt und lässt wenig Raum für subtile Zwischentöne, doch der progressive Grundgedanke ist durchaus lobenswert. Zwischen den kuriosen Tierangriffen und der unfreiwilligen Komik verbirgt sich damit ein ernst gemeinter ökologischer Warnruf, der dem Film über seinen reinen Schundcharakter hinaus eine zusätzliche Ebene verleiht. Für Liebhaber des Tierhorrors der 1970er-Jahre ist „Frösche“ damit ein idealer Kandidat für einen geselligen Filmabend. Als Partyfilm funktioniert er gerade deshalb, weil seine dramatischen Absichten und die tatsächliche Wirkung so weit auseinanderliegen. Die Frösche als vermeintliche Strippenzieher, die anderen Tiere als Vollstrecker und eine Inszenierung, die ihre Geschichte mit unbeirrbarer Ernsthaftigkeit vorantreibt, ergeben eine Mischung, die sich kaum künstlich nachahmen ließe. Wer auf Hochglanzhorror, glaubwürdige Tierattacken oder eine ausgefeilte Inszenierung hofft, dürfte enttäuscht werden. Wer dagegen den Charme älterer B-Movies zu schätzen weiß, findet hier reichlich Gesprächsstoff und unfreiwillig komische Momente. Der Kultstatus kommt nicht von ungefähr: Zwischen handwerklichen Schwächen, tierischen Angriffen und einer erstaunlich direkten Umweltbotschaft hat sich ein Film erhalten, der heute auf eine ganz eigene Weise unterhält. Seine ökologische Aussage verdient Anerkennung, auch wenn ihre Umsetzung mit dem Holzhammer erfolgt. Als ernst gemeinter Tierhorror ist „Frösche“ angreifbar, als Camp-Erlebnis und SchleFaZ-tauglicher Kultschund dagegen ein gefundenes Fressen für Fans des schrägen Genrefilms.
Für einen Film dieses Alters schlägt sich die Blu-ray durchaus ordentlich. Eine farbenprächtige Präsentation mit strahlenden Tönen sollte man zwar nicht erwarten, doch Kontrast und Schärfe bewegen sich auf einem ansprechenden Niveau. Die Bildzeichnung bleibt ausreichend klar, um die Details des Geschehens vernünftig zur Geltung zu bringen. Hinzu kommt eine leichte Körnung, die dem Bild einen angenehm natürlichen Charakter verleiht und verhindert, dass die Darstellung künstlich glatt wirkt. Technisch ist hier sicher kein kleines Wunder aus dem Sumpf gekrochen, doch die Umsetzung kann sich für einen älteren Film durchaus sehen lassen.
Akustisch präsentiert sich die Blu-ray erfreulich sauber und mit einer ordentlichen Dynamik. Vor allem die Tiergeräusche tragen entscheidend zur bedrohlichen Stimmung bei und verleihen dem Geschehen einen unangenehmen Unterton. Wenn es ringsum quakt, kriecht und raschelt, entsteht durchaus eine Atmosphäre, die das Unbehagen des Films wirkungsvoll unterstützt. Leider bleibt der Klang dabei weitgehend auf die Front beschränkt. Eine räumliche Einbindung, die den Eindruck verstärken könnte, von den tierischen Bewohnern regelrecht umzingelt zu sein, bleibt aus. Sauber und dynamisch ist der Ton dennoch – auch wenn akustisch nicht der gesamte Sumpf zum Leben erwacht.
Die Ausstattung umfasst einen Audiokommentar von Daniel Perée vom Wicked Vision-Magazin, den Originaltrailer, den deutschen Trailer, Filmographien sowie eine Bildergalerie. Damit ist zumindest eine kleine Auswahl an Bonusmaterial vorhanden. Wirklich interessant wird es allerdings vor allem durch den Audiokommentar, der den größten Mehrwert bietet. Der übrige Inhalt fällt eher in die Kategorie bekanntes Standardprogramm und dürfte kaum für Begeisterungsstürme sorgen. Immerhin gibt es etwas zu entdecken – auch wenn sich der Bonusbereich nicht gerade als üppiges Biotop entpuppt.