


Als die Geschwister Beth (Delilah Bennett-Cardy), Fran (Billie Gadson) und Joe (Phoenix Laroche) wider ihren Willen mit ihren Eltern (Andrew Garfield, Claire Foy) aufs Land ziehen, beginnt für die Familie ein ganz besonderes Abenteuer. In dem nahegelegenen, geheimnisvollen Wald entdecken die Kinder einen magischen Baum: den bis in die Wolken reichenden Wunderweltenbaum, in dem außergewöhnliche Wesen wohnen. Schnell schließen sie Freundschaft mit den Baumbewohnern Fee Seidenhaar (Nicola Coughlan), Frau Wasch (Jessica Gunning) und Mondgesicht (Nonso Anozie), die sie in fantastische Welten entführen. Gemeinsam erleben sie märchenhafte Abenteuer – bis sie auf einer ihrer Reisen ausgerechnet in der düsteren Welt der gefürchteten Schuldirektorin Madame Klaps (Rebecca Ferguson) notlanden müssen. Auch zuhause läuft es mit dem neuen Familienbetrieb plötzlich nicht mehr ganz nach Plan… Wird ihnen die Flucht aus den Fängen von Madame Klaps gelingen und werden sie die Tomatenplantage ihrer Eltern retten? Können Seidenhaar und Mondgesicht die Geschwister davon überzeugen, dass Wunder möglich sind, wenn man nur fest daran glaubt?
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Ein Baum, der nicht einfach nur wächst, sondern ganze Welten in seinen Ästen versteckt – viel mehr Einladung zum Staunen kann ein Familienfilm eigentlich kaum aussprechen. Der Wunderweltenbaum nimmt diese fantastische Idee und macht daraus eine liebevoll gestaltete, farbenfrohe Reise, bei der die Optik schnell zum heimlichen Reiseführer wird. Die Fabelwesen sind mit bemerkenswerter Detailfreude ausgestattet, allen voran Mondgesicht und der Pfannenmann. Ihre Kostüme, Masken und Ausstattungsdetails besitzen genau jene kreative Verspieltheit, die einer solchen Fantasywelt Leben einhaucht. Auch vor dem Baum funktioniert der Film erstaunlich gut, denn seine eigentliche familiäre Basis ist überzeugend. Andrew Garfield und Claire Foy geben ein harmonisches Elternpaar ab und spielen ihre Rollen mit einer angenehmen Natürlichkeit. Dadurch entsteht eine Familiendynamik, die nicht bloß als notwendige Ausgangslage für die fantastischen Abenteuer dient, sondern tatsächlich funktioniert. Die Figuren wirken miteinander vertraut und geben dem bunten Treiben einen emotionalen Halt.
Ganz ohne Zuckerguss kommt diese Reise allerdings nicht aus. Der Film gönnt sich einige kitschige Momente, bei denen selbst hartgesottene Erwachsene kurz überlegen könnten, ob sie gerade wirklich mitsingen oder mittanzen sollen. Gemeinsames Singen und Tanzen besitzt durchaus Charme – kann bei älteren Kindern und Erwachsenen aber auch ziemlich schnell die Grenze zum Fremdschämen erreichen. Hier wird die Familienfreundlichkeit stellenweise etwas zu großzügig mit der Zuckerdose gefüttert. Ähnlich verhält es sich mit der Kritik am Smartphone-Zeitalter. Die Idee dahinter ist durchaus nachvollziehbar, doch der Film trägt sie manchmal etwas zu deutlich vor sich her. Statt die Medienkritik beiläufig in seine Geschichte einzubauen, wirkt sie stellenweise beinahe wie ein Werbespot für die gute alte Zeit ohne Smartphone. Dadurch verliert die Botschaft an Natürlichkeit und drängt sich stärker auf, als es der ansonsten leichte Ton eigentlich nötig hätte.
Die magischen Ausflüge in die verschiedenen Welten machen zwar Spaß und liefern immer wieder hübsche Bilder und fantasievolle Einfälle, doch nicht jede dieser Reisen bringt die eigentliche Handlung entscheidend weiter. Manche Abenteuer wirken eher wie kleine Ausflüge, die man besucht, weil sie eben da sind. Das ist für einen Familienfilm durchaus charmant, kostet der Geschichte aber auch etwas an erzählerischer Geschlossenheit. Der Wunderweltenbaum bietet schließlich so viele Möglichkeiten, dass nicht jede davon automatisch für die Hauptgeschichte wichtig sein muss – hier hätte etwas mehr Fokus jedoch gutgetan. Trotz dieser kleinen Stolpersteine bleibt ein herzerwärmender, leichter und bunter Fantasyfilm, der vor allem mit seinen Figuren, seiner Ausstattung und seinen liebevoll erdachten Welten punktet. Der Wunderweltenbaum ist nicht ganz ausgereift und seine Medienkritik sowie manche Kitschmomente hätten etwas weniger Nachdruck vertragen. Doch wer sich auf die Fantasie einlässt, bekommt einen soliden Familienfilm mit schönen Ideen, sympathischer Familiendynamik und einer Welt, in der hinter dem nächsten Ast schon das nächste Abenteuer warten kann.Und vielleicht ist genau das seine größte Stärke: Der Wunderweltenbaum muss nicht jede seiner magischen Türen perfekt öffnen. Es reicht, wenn hinter einigen davon tatsächlich etwas Schönes wartet.
Die fantastische Reise durch die unterschiedlichen Welten kommt auf der Blu-ray ausgesprochen farbenprächtig zur Geltung. Gerade die fantasievollen Schauplätze profitieren von der kräftigen, aber erfreulich natürlichen Farbwiedergabe, wodurch die märchenhafte Gestaltung ihre volle Wirkung entfalten kann. Der helle Kontrast unterstützt diesen freundlichen Look und verleiht den Bildern eine angenehme Leuchtkraft. Gleichzeitig bleibt die Darstellung klar und sauber: Die Schärfe arbeitet feine Strukturen ordentlich heraus, während auch kleinere Details in den aufwendig gestalteten Welten gut zur Geltung kommen. Der Schwarzwert bewegt sich auf einem soliden Niveau und sorgt in dunkleren Passagen für ausreichend Tiefe.
Klanglich geht es deutlich ruhiger zu. Die Dialoge bleiben über die gesamte Laufzeit hinweg klar verständlich und stehen angenehm im Vordergrund. Die Dynamik hält sich eher zurück, wodurch selbst größere Momente akustisch nicht unbedingt mit voller Wucht auf die Lautsprecher losgelassen werden. Dafür präsentiert sich die Abmischung ausgesprochen sauber. Die verschiedenen Klangeffekte fügen sich stimmig in das Geschehen ein und begleiten die fantasievollen Welten mit einer ordentlichen, wenn auch nicht spektakulären Klangkulisse.
Hier wird ordentlich interviewt. Mehrere Gespräche mit den Beteiligten liefern zusätzliche Informationen zur Entstehung des Films, doch wirklich magisch wird das Bonusmaterial dadurch nicht. Für eine Veröffentlichung zu einem derart fantasievollen Abenteuer hätte man sich durchaus etwas abwechslungsreichere Extras gewünscht.