


Was passiert, wenn eine erfundene Geschichte plötzlich ihr eigenes Leben entwickelt? In Rough Draft kämpft ein Schriftsteller darum, das perfekte Ende seines neuesten Horrorromans zu finden – doch jede Veränderung an seiner Geschichte scheint reale Konsequenzen für die Figuren innerhalb der Erzählung zu haben. Während ein unbekannter Killer die Welt seines Romans bedroht, geraten die Grenzen zwischen Fiktion und Realität zunehmend ins Wanken.
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Mit „Rough Draft“ legt Black Hill Pictures neben „Vampires of the Velvet Lounge“ einen weiteren Film vor, in dem Mena Suvari und Lochlyn Munro zu sehen sind. Diesmal geht es allerdings nicht um Vampir-Flair und schrägen Genremix, sondern um einen Horrorautor, dessen Schwierigkeiten mit dem eigenen Manuskript ungeahnte Konsequenzen nach sich ziehen. Jeff Fahey spielt den Schriftsteller Michael, der einfach kein zufriedenstellendes Ende für seinen Roman findet. Jede Änderung an der Geschichte beeinflusst das Leben einer Gruppe Jugendlicher, während ein unbekannter Mörder beginnt, seine Spuren zu hinterlassen. Die Grundidee bietet durchaus Möglichkeiten für einen spannenden Horrorfilm, denn die Grenze zwischen erfundener Geschichte und tödlicher Realität verspricht reichlich Stoff für unheimliche Wendungen. Leider schöpft „Rough Draft“ dieses Potenzial nur unzureichend aus. Die Inspiration durch andere Werke ist über weite Strecken unverkennbar. Vor allem Erinnerungen an „Das geheime Fenster“ werden wach, ohne dass der Film daraus eine wirklich eigenständige oder besonders raffinierte Variante entwickelt. Der Handlungsverlauf bleibt unkompliziert, die Figuren und Situationen bedienen vertraute Genremuster, und die Geschichte nimmt einen Weg, der nur selten für echte Überraschungen sorgt. Ein Horrorroman, dessen Veränderungen das Leben realer Menschen beeinflussen, könnte eigentlich ein reizvolles Spiel mit Erwartungen, Wirklichkeit und den Folgen kreativer Entscheidungen ermöglichen. „Rough Draft“ begnügt sich jedoch mit einer recht geradlinigen Umsetzung, der es an erzählerischer Raffinesse mangelt. Das größte Problem ist die Vorhersehbarkeit. Die Handlung legt ihre Karten derart offen auf den Tisch, dass man die kommenden Entwicklungen häufig schon erkennt, bevor der Film sie tatsächlich ausspielt. Geheimnisse verlieren dadurch früh ihren Reiz, mögliche Wendungen büßen ihre Wirkung ein und die Suche nach dem unbekannten Mörder entwickelt kaum die Spannung, die ein solcher Stoff eigentlich benötigt. Statt das Publikum auf falsche Fährten zu locken oder mit überraschenden Enthüllungen zu konfrontieren, bestätigt der Film zu oft jene Vermutungen, die sich bereits während der ersten Abschnitte aufdrängen. Ein Thriller oder Horrorfilm muss nicht zwangsläufig das Rad neu erfinden, sollte seine vertrauten Zutaten aber wenigstens so geschickt einsetzen, dass man nicht ständig das Gefühl hat, dem Geschehen bereits mehrere Schritte voraus zu sein. Auch bei der Inszenierung wäre deutlich mehr möglich gewesen. Sicherlich standen nicht die größten finanziellen Mittel zur Verfügung, doch begrenztes Budget muss nicht automatisch bedeuten, dass Atmosphäre und Spannung auf der Strecke bleiben. Mit einer sorgfältigeren Dramaturgie, einer wirkungsvolleren Bildgestaltung und einem geschickteren Umgang mit den Informationen hätte sich aus der Grundidee wesentlich mehr herausholen lassen. Stattdessen wirkt vieles erstaunlich hastig abgearbeitet, als hätte man die einzelnen Stationen der Geschichte möglichst schnell hinter sich bringen wollen. Die notwendige Verdichtung zu einem packenden Horrorerlebnis bleibt aus, und gerade die Momente, in denen sich die Verbindung zwischen Manuskript und Wirklichkeit zuspitzen müsste, entfalten zu wenig Wirkung. Jeff Fahey und die übrige Besetzung können den Schwächen des Drehbuchs nur begrenzt entgegenwirken. Wenn eine Geschichte ihre Wendungen zu deutlich ankündigt und ihre Figuren kaum über bekannte Muster hinausführt, bleibt auch den Darstellern nur wenig Raum, um das Geschehen mit zusätzlicher Tiefe aufzuladen. Die Idee eines Autors, der verzweifelt nach einem Ende sucht und dessen Änderungen reale Folgen haben, hätte durchaus eine interessante Auseinandersetzung mit Verantwortung und schöpferischer Macht ermöglicht. Dafür hätte der Film seine Prämisse jedoch konsequenter ausarbeiten müssen, anstatt sich mit einem vergleichsweise einfachen Verlauf zufriedenzugeben. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt immerhin die Erkenntnis, dass selbst ein sehr bekannter und nicht selten überschätzter Horrorschriftsteller diese Geschichte vermutlich auch nicht wesentlich besser hätte zu Papier bringen können. Das ist natürlich keine wirkliche Rettung für „Rough Draft“, passt aber als bissiger Gedanke zu einem Film, in dem ausgerechnet das Schreiben selbst zum Ausgangspunkt des Schreckens wird. Wenn schon ein Manuskript über Leben und Tod entscheidet, hätte dessen Qualität durchaus etwas überzeugender ausfallen dürfen. „Rough Draft“ besitzt eine brauchbare Ausgangsidee, entwickelt daraus jedoch einen allzu vorhersehbaren und wenig spannenden Horrorfilm. Die Anleihen bei bekannten Vorbildern sind deutlich, die Klischees vertraut und die Inszenierung wirkt stellenweise, als sei sie unter Zeitdruck entstanden. Einfallsreiche Wendungen und eine intensivere Atmosphäre hätten dem Werk gutgetan, doch stattdessen bleibt es bei einer unkomplizierten Geschichte, deren Verlauf sich früh erschließt. Für einen Horrorroman mag ein misslungenes Ende ärgerlich sein; bei einem Film, dessen Geschichte selbst mit dem Schreiben ringt, wird es allerdings zum besonders offensichtlichen Problem.
Die Blu-ray präsentiert den Film in einem bewusst blass gehaltenen Farblook, der dem Bild eine eher zurückgenommene Optik verleiht. Der Kontrast fällt recht hell aus, während der Schwarzwert erfreulicherweise kräftig bleibt und für die nötige Tiefe sorgt. Auch bei der Schärfe gibt es wenig zu beanstanden: Feine Details werden klar und sauber herausgearbeitet, sodass die Bildqualität trotz der blassen Farbgestaltung einen soliden Eindruck hinterlässt.
Akustisch liefert die Blu-ray eine saubere und kräftig abgestimmte Tonspur. Die Dialoge sind klar verständlich und werden deutlich wiedergegeben. Klangliche Höhepunkte oder eine ausgeprägte räumliche Atmosphäre bleiben allerdings aus. Der Sound erfüllt seinen Zweck, wirkt auf Dauer jedoch recht fahl und lässt jene akustischen Akzente vermissen, die dem Film mehr Atmosphäre verleihen könnten.
Auch bei den Extras herrscht überschaubare Kost. Als einzige Beigabe steht der Trailer bereit. Weiterführende Einblicke in die Produktion oder zusätzliche Hintergrundinformationen bleiben dem Publikum leider vorenthalten.