


Im letzten Kriegssommer 1944 kehrt der junge Wehrmachtssoldat Walter Proska (Jannis Niewöhner) vom elterlichen Hof zurück an die Ostfront – und strandet im Niemandsland der polnischen Wälder bei einem Haufen versprengter deutscher Soldaten, nachdem der Zug zu seiner Kompanie von Partisanen in die Luft gejagt wurde. Längst von den eigenen Truppen aufgegeben, sind seine neuen Kameraden in einer verzweifelten Lage. Umzingelt von Partisanen, abgeschnitten von der Front, erwartet sie der sichere Tod. Die Befehle des kommandierenden Unteroffiziers Willi Stehauf (Rainer Bock) werden immer sinnloser und menschenverachtender.
Proskas Begegnung mit der jungen polnischen Partisanin Wanda (Malgorzata Mikolajczak) und seine Freundschaft zu seinem Kameraden Kürschner (Sebastian Urzendowsky) lassen ihn immer stärker an der Richtigkeit seines Fahneneides und an den Machthabern zweifeln. Als die Rote Armee näher rückt, gerät Proska in Kriegsgefangenschaft und kann sich nur noch retten, indem er zum Feind überläuft. Ein gemeinsamer Fluchtversuch mit seiner großen Liebe Wanda misslingt. Als Soldat der Roten Armee wird Proska mitverantwortlich für den Tod seines Schwagers, des Ehemannes seiner Schwester.
Nach der Kapitulation Deutschlands machen die ehemaligen Soldaten Proska und Kürschner in der sowjetischen Besatzungszone in Berlin Karriere: Im Glauben an eine bessere Welt setzen sie die Ideen der russischen Besatzer für ein neues Deutschland um. Doch Proska muss miterleben, dass das Land im Aufbruch nicht einfach die Last der Vergangenheit abstreifen kann, und gerät darüber erneut in einen schweren Gewissenskonflikt. Eine „Stunde Null“ gibt es nicht. Erneut steht Walter Proska vor einer folgenschweren Entscheidung…
Originaltitel: The Turncoat
Regie: Florian Gallenberger.
Drehbuch: Bernd Lange, Florian Gallenberger.
Darsteller: Jannis Niewöhner, Malgorzata Mikolajczak, Sebastian Urzendowsky, Rainer Bock, Bjarne Mädel, Katharina Schüttler, Leonie Benesch, Marek Solek, Shenja Lacher, Florian Lukas.
Genre: Drama / History / Krieg
Land: Deutschland
FSK: 12 Jahre.
Laufzeit: 90 Minuten.
Bildformat: 2.35:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD 5.1, DTS-HD 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: —
Vertrieb: Pandastorm Pictures / Edel Germany GmbH
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Filmbewertung: 4 von 5 Filmklappen.
Romanverfilmungen stehen oft vor der schwierigen Aufgabe, den Geist einer literarischen Vorlage einzufangen, ohne sich in Details zu verlieren oder wichtige Inhalte zu vernachlässigen. Bei Der Überläufer gelingt dieses Kunststück erstaunlich gut. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Siegfried Lenz erweist sich als sorgfältig ausgearbeiteter Zweiteiler, der die Stärken seiner Vorlage weitgehend bewahrt und zugleich die Möglichkeiten des Mediums Film sinnvoll nutzt. Die Geschichte entfaltet sich in einem ruhigen Tempo und nimmt sich die Zeit, ihre Figuren und deren innere Konflikte ausführlich zu beleuchten. Zwar entstehen dadurch vereinzelt Passagen, die nicht durchgehend die gleiche Intensität erreichen, doch insgesamt nutzt die Verfilmung ihre Laufzeit sinnvoll. Die Handlung erhält genügend Raum, um die moralischen und persönlichen Konflikte glaubwürdig zu entwickeln, ohne dabei den Kern der Geschichte aus den Augen zu verlieren.
Besonders überzeugend fällt die Besetzung aus. Die Darsteller verleihen ihren Figuren eine Glaubwürdigkeit, die für einen Antikriegsfilm von entscheidender Bedeutung ist. Gerade weil die Geschichte weniger auf große Schlachten als auf die Auswirkungen des Krieges auf den Einzelnen fokussiert ist, müssen die emotionalen Entwicklungen funktionieren. Dies gelingt hier bemerkenswert gut. Die Figuren wirken greifbar, ihre Entscheidungen nachvollziehbar und ihre Konflikte authentisch. Auch inszenatorisch hinterlässt „Der Überläufer“ einen starken Eindruck. Die Regie versteht es, die unterschiedlichen Stimmungen der Handlung wirkungsvoll einzufangen. Mal stehen die bedrückenden Seiten des Krieges im Vordergrund, dann wieder die persönlichen Schicksale und zwischenmenschlichen Beziehungen. Dadurch entsteht eine angenehme Abwechslung, die den Zweiteiler trotz seines ernsten Themas durchgehend interessant hält. Besonders gelungen sind die dramaturgischen Momente, die immer wieder für Spannung sorgen. Dabei setzt die Verfilmung nicht auf spektakuläre Effekte oder künstlich erzeugte Dramatik, sondern auf die Kraft ihrer Geschichte und ihrer Figuren. Gerade diese Zurückhaltung wirkt oft stärker als manch aufwendig inszenierte Kriegsproduktion.
Natürlich bleibt auch „Der Überläufer“ nicht vollkommen frei von bekannten Mustern. Einige Entwicklungen erscheinen vorhersehbar und gelegentlich schleichen sich kleinere Klischees in die Handlung ein. Doch diese fallen kaum ins Gewicht, da die Geschichte insgesamt genügend Substanz besitzt, um solche Schwächen auszugleichen. Was den Zweiteiler besonders auszeichnet, ist sein Gespür für Emotionen. Die Verfilmung behandelt ihre Figuren mit Respekt und lässt deren Erlebnisse wirken, ohne dabei übermäßig sentimental zu werden. Dadurch entsteht eine emotionale Tiefe, die den Zuschauer immer wieder erreicht und der Geschichte zusätzliche Kraft verleiht. „Der Überläufer“ ist eine überzeugende Romanverfilmung, die ihre Vorlage ernst nimmt und deren Themen wirkungsvoll auf die Leinwand überträgt. Die starke Besetzung, die gelungene Inszenierung und die glaubwürdige Darstellung der Figuren machen den Antikriegsfilm zu einem sehenswerten Zweiteiler. Nicht jede Szene erreicht das gleiche Niveau, doch die wenigen Schwächen werden durch die vielen gelungenen Momente mehr als ausgeglichen. Eine überraschend starke Verfilmung, die auf allen Ebenen genügend Gefühl, Spannung und Nachdenklichkeit bietet.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Die Auflösung zeigt sich hervorragend fein, lediglich an wenigen Stellen schwächelt es ein wenig mit leichten Körnungen. An der glasklaren Schärfe gibt es nichts dran auszusetzen und auch der helle Kontrast kommt mehr als gut. Farbwiedergabe und Schwarzwert sind solide.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Hervorragend klar verständliche Dialoge gepaart mit fein-räumlichen Klängen für eine stimmige Atmosphäre können überzeugen. Zwar sollte man nicht allzu viel erwarten aber für eine deutsche Produktion ist das wiederum schon mehr als man erwarten kann. Ein sehr sauber abgestimmter Sound mit guter Gesamtatmosphäre.
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Bonusbewertung: 2 von 5 Sternen.
Die Standardextras sind eine sparsame Beigabe, wenig interessantes aber immerhin besser als nichts.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 08. Mai 2020.