


Nach dem Drogentod der Mutter reist die zehnjährige Jeliza-Rose (Jodelle Ferland) mit ihrem Vater Noah (Jeff Bridges), einem heroinabhängigen Rockmusiker, in die Prärie, dem Ort seiner Kindheit. Während Jeliza-Rose die Umgebung zu erforschen beginnt, nimmt auch der Vater Abschied von seinem irdischen Dasein. Auf sich allein gestellt, zieht sich das Mädchen in eine bunte Fantasiewelt zurück, in der sie neue Freunde findet…
Originaltitel: Tideland
Regie: Terry Gilliam (Brazil).
Drehbuch: Terry Gilliam (Time Bandits).
Darsteller: Jodelle Ferland (Silent Hill), Jeff Bridges (Kingsman 2), Janet McTeer (Songcatcher), Jennifer Tilly (Chucky und seine Braut), Brendan Fletcher (Freddy vs. Jason), Dylan Taylor, Wendy Anderson.
Genre: Drama / Horror / Fantasy
Land: UK / Canada
FSK: 16 Jahre.
Laufzeit: 120 Minuten.
Bildformat: 1.78:1 / 16:9 Widescreen (1920x1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Featurette, Trailer.
Vertrieb: STUDIOCANAL
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Filmbewertung: 4 von 5 Filmklappen.
Wer sich bei Terry Gilliam auf schräge Komik und anarchischen Humor einstellt, könnte bei „Tideland“ zunächst ziemlich überrascht sein. Der Film ist ungewöhnlich witzfrei und trotzdem unverkennbar Gilliam. Sein bizarrer, grotesker Look ist geblieben, doch dahinter verbirgt sich diesmal ein abgedrehtes Drama, das deutlich weniger zum Lachen und wesentlich mehr zum Staunen, Verstören und Nachdenken einlädt. Die Geschichte wirkt wie ein grotesker Abklatsch von „Alice im Wunderland“ und ist gleichzeitig so weit davon entfernt, dass der Vergleich lediglich eine erste Orientierung bietet. Auch hier wird eine junge Hauptfigur in eine Welt gezogen, in der Realität und Fantasie immer stärker ineinanderlaufen. Nur ist diese Welt bei „Tideland“ wesentlich düsterer, verstörender und eigenwilliger. Die Fantasie eines kleinen Mädchens wird zur entscheidenden Perspektive des Films. Was für einen Erwachsenen befremdlich oder vollkommen absurd erscheint, kann aus ihrer Sicht plötzlich eine eigene Logik besitzen. Realität und Vorstellungskraft vermischen sich derart stark, dass auch der Zuschauer irgendwann nicht mehr einfach zwischen beidem unterscheiden kann. Gilliam macht daraus eine ungewöhnliche Reise, bei der man sich auf die Wahrnehmung des Kindes einlassen muss.
Schon die Einleitung verlangt dem Publikum einiges ab. „Tideland“ macht es einem nicht bequem und erklärt seine Welt auch nicht so, dass man sie problemlos mit erwachsenen Maßstäben sortieren könnte. Genau diese Denkweise kann hier zum größten Hindernis werden. Wer permanent versucht, jede Situation aus einer erwachsenen Perspektive logisch zu bewerten, dürfte mit diesem Film nur schwer funktionieren. Man muss sich auf die kindliche Wahrnehmung einlassen, selbst wenn diese Wahrnehmung grotesk, verstörend oder vollkommen verdreht erscheint. Visuell liefert Gilliam erneut beeindruckende Bilder. Seine bekannten bizarren Bildwelten werden nicht zum bloßen Selbstzweck, sondern bilden die passende Oberfläche für eine Geschichte, in der Fantasie und Realität kaum noch voneinander zu trennen sind. Das Ergebnis besitzt eine ganz eigene Atmosphäre, die zwischen märchenhaft, grotesk und bedrückend pendelt. Schauspielerisch ist „Tideland“ mehr als brillant. Die Darsteller tragen diese ungewöhnliche Welt mit einer Ernsthaftigkeit, die notwendig ist, damit das groteske Geschehen nicht zur bloßen Freakshow verkommt. Vor allem die kindliche Perspektive wird mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit vermittelt. „Tideland“ ist kein einfacher Terry-Gilliam-Film und schon gar keine weitere bizarre Komödie. Es ist ein abgedrehtes Drama, das den Zuschauer zwingt, seine gewohnte Denkweise für eine Weile an der Tür abzugeben. Wer das schafft, erlebt eine ungewöhnliche Reise durch eine Welt, in der Fantasie nicht einfach Flucht aus der Realität ist, sondern die Realität selbst zunehmend verändert.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Der spezielle Farbstil des Films präsentiert sich hier mehr als kräftig, der Kontrast ist passend etwas düster gehalten, der Schwarzwert zeigt sich dabei solide und die Schärfe hervorragend klar.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Eine ausreichend gute Atmosphäre mit sauberen Klangdetails, die Dialoge sind dabei klar verständlich und durchgehend sauber zum Rest abgestimmt.
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Bonusbewertung: 2 von 5 Sternen.
Beim zusätzlichen Bonusmaterial hingegen wurde bei der Neuauflage einiges abgespeckt.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —-
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4006680088969
VÖ-Kauf: 20. Dezember 2018