


Oscar Wilde, einer der bekanntesten Schriftsteller und Kritiker des viktorianischen Großbritanniens, war gleichzeitig auch der umstrittenste Lyriker seiner Zeit. Im Jahr 1882 ist er auf dem Höhepunkt seiner Karriere und feiert Theatererfolge als Autor von „Lady Windermere’s Fan“ und „The Importance of Being Earnest“. Nach seiner Heirat mit Constance Lloyd nimmt er privat die Rolle als Familienvater ein. Sein guter Ruf beginnt jedoch langsam zu bröckeln, als seine homosexuellen Beziehungen zu Robert Ross und dem jungen Lord Alfred Douglas öffentlich werden. Zunächst ein gefeiertes und geschätztes Mitglied der Gesellschaft, verliert er schließlich alles, als er 1895 wegen homosexueller „Unzucht“ verurteilt wird und das Zuchthaus nach zwei Jahren als gebrochener, finanziell ruinierter Mann verlässt.
Originaltitel: Wilde
Regie: Brian Gilbert.
Drehbuch: Julian Mitchell.
Darsteller: Stephen Fry (V wie Vendetta), Jude Law (Liebe braucht keine Ferien), Vanessa Redgrave (Briefe an Julia), Jennifer Ehle (Little Men), Gemma Jones (Bridget Jones), Michael Sheen (Underworld), Judy Parfitt (Dolores), Tom Wilkinson (In the Bedoom).
Genre: Biografie / Drama / Romantik
Land: UK / Japan / Deutschland
FSK: 12 Jahre.
Laufzeit: 117 Minuten.
Bildformat: 2.35:1 / 16:9 Widescreen (1920x1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Trailershow.
Vertrieb: STUDIOCANAL
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Filmbewertung: 4 von 5 Filmklappen.
Wer eine klassische Filmbiografie erwartet, wird bei Oscar Wilde überrascht sein. Regisseur Brian Gilbert verzichtet bewusst darauf, das gesamte Leben des berühmten Schriftstellers nachzuerzählen, und konzentriert sich stattdessen auf den wohl prägendsten und zugleich schmerzhaftesten Abschnitt seines Lebens – die Beziehung zu seiner großen Liebe und die Ereignisse, die schließlich zu seinem tragischen Schicksal führten.
Gerade diese Entscheidung erweist sich als große Stärke des Films. Anstatt sich in biografischen Stationen zu verlieren, entsteht ein sehr persönliches Porträt eines außergewöhnlichen Menschen. Oscar Wilde erscheint hier als brillanter Geist, dessen Witz und Schlagfertigkeit ihn ebenso auszeichnen wie sein unerschütterlicher Mut. Sein berühmtes Zitat „Die Anzahl der Neider bestätigt unsere Fähigkeiten.“ zieht sich beinahe sinnbildlich durch den gesamten Film und spiegelt eindrucksvoll wider, wie sehr Bewunderung und Ablehnung sein Leben bestimmten.
Trotz aller Tragik verliert die Inszenierung niemals ihren Charme. Immer wieder lockern feinsinniger Humor und Wildes geistreiche Bemerkungen das Geschehen auf, ohne dabei den dramatischen Kern der Geschichte zu verdrängen. Gerade dieses Wechselspiel aus Leichtigkeit und Schmerz verleiht dem Film seine besondere Wirkung. Die Komik macht die Figuren nahbar, während die Tragödie umso stärker nachhallt.
Auch handwerklich überzeugt die Produktion auf ganzer Linie. Die Ausstattung fängt die Eleganz der Epoche mit großer Liebe zum Detail ein, die Kostüme unterstreichen den stilvollen Gesamteindruck und die Bildsprache besitzt eine angenehme Sinnlichkeit, die hervorragend zur Persönlichkeit Oscar Wildes passt. Hinzu kommt eine erstklassige Besetzung, die den historischen Figuren mit großer Leidenschaft und spürbarer Hingabe begegnet.
Oscar Wilde ist deshalb weit mehr als ein historisches Drama. Der Film ist eine Hommage an einen außergewöhnlichen Künstler, dessen Lebensfreude selbst in den dunkelsten Momenten nie vollständig erlosch. Bewegend, elegant und mit viel Feingefühl erzählt, gehört diese Verfilmung zweifellos zu den gelungensten Annäherungen an das Leben eines der bedeutendsten Schriftsteller seiner Zeit.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Allen Bedenken zum Trotz, hier stimmt das Bildformat! War es in der Vergangenheit nicht so. Das Bild erscheint mit hellen Farben, feinen Details bei der Auflösung und viel Klarheit bei der Schärfe.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Sehr dynamische Dialoge und eine insgesamt sehr sauber abgemischte Umgebung. Hier harmonisieren die Klänge, dennoch allzu viel Räumliches sollte man lieber nicht erwarten. Bewegt sich dieser doch mehr im Frontbereich.
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Bonusbewertung: 2 von 5 Sternen.
Als Extras gibt es ein ca. 24-Minuten-Making-of.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: In einer Nebenrolle ist ein sehr junger Orlando Bloom zu sehen.
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 14: März 2019.