


Ein von Dämonen besessener Passagier versucht einen Hochgeschwindigkeitszug zum Entgleisen zu bringen. Nur die Nonne Lucrezia (Katie Cassidy) könnte die tödliche Katastrophe durch einen Exorzismus verhindern, doch sie hat mittlerweile ihren Glauben an Gott verloren.
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Vorab eine wichtige Klarstellung: Dieser „Speed Demon“ aus dem Jahr 2026 sollte nicht mit dem gleichnamigen Film von 2003 verwechselt werden. Es handelt sich weder um denselben Film noch um ein mögliches Remake. Jon Keeyes serviert stattdessen einen Low-Budget-Mix, der sich ungefähr so anfühlt, als hätte man „Alarmstufe Rot 2“ mit einem klassischen Zug-Exorzismus gekreuzt. Nur sitzen diesmal keine Terroristen im Zug, sondern ein Dämon. Eine herrlich absurde Prämisse, die eigentlich beste Voraussetzungen für kurzweilige Genreunterhaltung mitbringt. Die Idee ist derart überdreht, dass man von Anfang an kaum weiß, ob man das Geschehen ernst nehmen oder sich genüsslich über seine Absurdität amüsieren soll. Die Besetzung entscheidet sich allerdings überwiegend für die ernste Variante. Selbst angesichts einer Handlung, die geradezu nach hemmungslosem Trash schreit, wird mit einer Ernsthaftigkeit gespielt, als stünde ein hochdramatisches Prestigeprojekt auf dem Programm. Genau aus diesem Widerspruch zieht der Film einen Teil seines unfreiwilligen Unterhaltungswerts. Die Figuren kämpfen mit todernster Miene gegen das Übernatürliche, während die Geschichte selbst immer wieder unfreiwillig komische Situationen produziert. Leider reicht die schräge Ausgangsidee allein nicht aus, um durchgehend Spannung aufzubauen. Statt einer packenden Eskalation entwickelt sich das Geschehen zu einer zähen Reise von Abtei zu Abtei beziehungsweise von Waggon zu Waggon. Der Schauplatz bietet eigentlich reichlich Möglichkeiten für klaustrophobische Spannung, überraschende Begegnungen und einen zunehmend bedrohlichen Überlebenskampf. Doch die Inszenierung schöpft dieses Potenzial nur begrenzt aus. Der Film kommt zwar voran, schafft es aber erstaunlich selten, echtes Mitfiebern auszulösen. Die Dämonenjagd wird dadurch stellenweise zu einer recht ereignisarmen Angelegenheit, obwohl die Prämisse eigentlich das genaue Gegenteil verspricht. Auch handwerklich bleibt „Speed Demon“ unverkennbar eine Low-Budget-Produktion. Hölzerne Dialoge treffen auf schwache Effekte, die dem übernatürlichen Schrecken nur bedingt die nötige Wirkung verleihen. Die Figuren sprechen ihre Zeilen häufig mit einer Steifheit, die selbst in den dramatischsten Momenten kaum natürliche Dynamik aufkommen lässt. Hinzu kommen Logiklöcher, die sich nicht gerade unauffällig durch die Handlung ziehen. Anstatt die Geschichte ernsthaft zu erschüttern, sorgen diese Ungereimtheiten allerdings gelegentlich für unfreiwillige Komik. Wer sich auf die fragwürdigen Entscheidungen und die handwerklichen Schwächen einlässt, bekommt zumindest etwas zu lachen, wenn auch nicht immer aus den Gründen, die sich die Verantwortlichen vermutlich erhofft haben. Erstaunlicherweise besitzt der Film trotzdem Tempo. Trotz seiner spannungsarmen Passagen und der überschaubaren inszenatorischen Mittel kommt das Geschehen nicht vollständig zum Stillstand. Die absurde Grundidee, die überdrehten Situationen und der permanente Wechsel zwischen den verschiedenen Schauplätzen halten eine gewisse Bewegung aufrecht. „Speed Demon“ ist damit ein merkwürdiger Fall: Die Handlung zieht sich gefühlt von Waggon zu Waggon, während der Film zugleich eine gewisse Vorwärtsdynamik entwickelt. Das macht ihn nicht automatisch spannend, verhindert aber, dass die gesamte Laufzeit zur Geduldsprobe wird. Eine zusätzliche Enttäuschung ist der viel zu kurze Auftritt von William H. Macy. Wer sich wegen des bekannten Schauspielers auf eine größere Rolle oder zumindest auf einen markanten Beitrag zur Geschichte freut, sollte seine Erwartungen besser deutlich herunterschrauben. Macy ist schneller wieder verschwunden, als man sich auf seine Anwesenheit einstellen kann. Und wer seinen Auftritt verpasst, hat auch nichts Wesentliches versäumt. Katie Cassidy gehört zwar ebenfalls zur Besetzung, doch auch schauspielerisch gelingt es dem Film nicht, sich deutlich über seine bescheidenen Möglichkeiten hinauszuheben. Und dennoch entwickelt „Speed Demon“ einen schwer erklärbaren Unterhaltungswert. Die absurde Prämisse, die übertriebene Ernsthaftigkeit, die handwerklichen Schwächen und die teilweise hanebüchenen Logiklöcher ergeben eine Mischung, die unfreiwillig amüsant sein kann. Als ernst gemeinter Horror-Action-Thriller bleibt der Film zu spannungsarm und zu wenig ausgearbeitet. Wer hingegen Freude an schrägen Low-Budget-Produktionen hat, bei denen nicht immer alles funktioniert und gerade daraus ein gewisser Trash-Charme entsteht, könnte durchaus seinen Spaß daran finden. „Speed Demon“ ist kein guter Film im klassischen Sinne, aber einer dieser kuriosen Genrevertreter, bei denen man sich hinterher fragt, warum man sich eigentlich ganz ordentlich unterhalten gefühlt hat.
Die Blu-ray hinterlässt bei der Bildqualität einen zwiespältigen Eindruck. Der Kontrast ist etwas zu dunkel geraten und schafft es trotzdem nicht, die wenig überzeugenden CGI-Effekte zu kaschieren. Gerade bei den digitalen Trickaufnahmen wäre eine stimmigere Bildabstimmung wünschenswert gewesen. Immerhin überzeugt die technische Umsetzung mit feinen Details und einer klaren Schärfe, die das Geschehen sauber abbildet. Auch der Farblook passt zur Ausrichtung des Films und fügt sich stimmig in dessen Gesamtästhetik ein. Die Schwächen liegen damit weniger in der Detailzeichnung als vielmehr in der dunklen Kontrastabstimmung und den sichtbaren Grenzen der Effekte.
Akustisch liefert die Blu-ray eine hervorragende Dynamik und klar verständliche Dialoge. Die Abmischung wirkt sauber und ausgewogen, sodass Stimmen und übriges Klanggeschehen ordentlich miteinander harmonieren. Was allerdings fehlt, ist eine überzeugende räumliche Wirkung. Der Sound bleibt weitgehend auf sich selbst beschränkt, statt eine Atmosphäre aufzubauen, die das Geschehen klanglich greifbarer macht. Technisch klingt das durchaus gut, emotional und räumlich bleibt die Tonspur jedoch hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Eigenständiges Bonusmaterial zum Film sucht man vergeblich. Stattdessen findet sich lediglich eine Trailershow mit weiteren Titeln aus dem Hause Lighthouse.