

Nach dem Tod seiner Mutter müssen der Klempner Don und sein keimphobischer Sohn Sonny lernen, füreinander da zu sein. Um Sonny zu helfen, nimmt Don ihn zu einem Routineeinsatz mit. Dort erwartet sie der Albtraum jedes Klempners: Eine bösartige Kreatur lauert in den Rohren und tötet die Bewohner des Hauses auf immer grausamere Weise!
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74 Minuten Laufzeit, handgemachte Monster und eine ordentliche Ladung Fäkalhumor: „Scared Shitless“ weiß ziemlich genau, was für eine Art Film er sein möchte. Vivieno Caldinelli serviert eine knackige Trash-Perle, die sich nicht lange mit unnötigem Ballast aufhält und ihre Vorliebe für vulgäre Geschmacklosigkeiten mit sichtbarer Freude auslebt. Der Film ist ein bissiger B-Movie-Geheimtipp für alle, die sich gerne zwischen Ekel, absurdem Humor und herrlich altmodischer Monsterunterhaltung bewegen. Die Geschichte sollte man allerdings nicht gerade wegen ihrer Originalität einschalten. Das Drehbuch bewegt sich auf vertrauten Genrepfaden, ohne mit besonders cleveren Wendungen oder überraschenden Ideen aufzufallen. Auch die Dialoge treffen nicht immer den richtigen Ton. Der angestrebte Humor ist zwar unverkennbar, doch die Sprüche sind längst nicht so witzig oder geistreich, wie sie gerne wären. Ein Klempner, der unter einer ausgeprägten Keimphobie leidet, liefert zwar eine grundsätzlich amüsante Ausgangsidee, wirkt in seinem Beruf allerdings auch wie ein wandelndes widersprüchliches Klischee. Hinzu kommt, dass der Figur die nötigen Details fehlen, um aus diesem Ansatz mehr als einen oberflächlichen Gag zu machen. Seine Stärken findet der Film ohnehin weniger im Drehbuch als in der handfesten Umsetzung seiner Monsterfantasien. Die handgemachten Effekte machen richtig Spaß, fallen angenehm eklig aus und verleihen dem Geschehen eine greifbare, schmuddelige Qualität. Statt sich ausschließlich auf sterile digitale Bilder zu verlassen, setzt „Scared Shitless“ auf jene Old-School-Optik, die bei einer solchen Produktion einfach dazugehört. Die Kreaturen dürfen widerlich aussehen, die Situationen werden herrlich unangenehm und der Film kostet seine grotesken Einfälle genüsslich aus. Der Ekelfaktor ist dabei nicht bloß schmückendes Beiwerk, sondern ein wesentlicher Bestandteil des Unterhaltungswerts. Vulgär, eklig und humorvoll geht es entsprechend zur Sache. Der Film hat wenig Interesse daran, sich vornehm zurückzuhalten, und setzt lieber auf Geschmacklosigkeiten, die bewusst Grenzen überschreiten. Nicht jeder Einfall sitzt, und gelegentlich wird das Geschehen derart überzeichnet, dass der Humor seine Wirkung ein Stück weit verliert. Auch die wiederholte Beschäftigung mit bestimmten Charaktereigenschaften lässt die Handlung zeitweise redundant erscheinen. Wenn sich die gleichen Verhaltensweisen und Gags zu oft wiederholen, wird aus dem anarchischen Vergnügen kurzzeitig eine etwas ermüdende Angelegenheit. Zum Glück verliert sich „Scared Shitless“ nicht allzu lange in solchen Schwächen. Die kurze Laufzeit von gerade einmal 74 Minuten erweist sich als echter Trumpf. Der Film kommt schnell zur Sache, hält das Tempo hoch und vermeidet es, seine überschaubare Grundidee unnötig in die Länge zu ziehen. Gerade bei einer derart offensiven Mischung aus Monsterhorror, Ekel und derbem Humor ist diese kompakte Erzählweise Gold wert. Die Geschichte hat kaum Gelegenheit, sich vollständig festzufahren, und ehe sich die Wiederholungen zu stark bemerkbar machen, ist das Vergnügen auch schon wieder vorbei. Der größte Pluspunkt bleibt der herrlich altmodische B-Movie-Charme. „Scared Shitless“ versucht nicht, aus seiner simplen Geschichte ein bedeutungsschweres Genrewerk zu machen, sondern setzt auf handgemachte Monster, dreckige Effekte und eine bewusst geschmacklose Grundhaltung. Die fehlende Originalität und die mäßigen Dialoge verhindern zwar, dass aus der Produktion eine echte Genre-Offenbarung wird, doch die Mischung funktioniert gut genug, um für einen unterhaltsamen Abend zu sorgen. Eine richtig gut portionierte Trash-Perle mit Ekelfaktor, die weiß, wann Schluss sein sollte. Die knackige Laufzeit und der Old-School-Stil sind schlicht der Hammer.
Bei der Bildqualität gibt es keinen Grund, die Nase zu rümpfen. Die Blu-ray liefert eine detailreiche Auflösung, die mit klarer Schärfe überzeugt und auch kleinere Strukturen sauber herausarbeitet. Kräftige Farben sorgen für eine ansprechende Wiedergabe, während der satte Schwarzwert dem Bild die nötige Tiefe verleiht. Technische Ausrutscher bleiben aus, sodass die Präsentation einen rundum soliden Eindruck hinterlässt. Hier wurde definitiv nicht ins Klo gegriffen.
Die Tonspur präsentiert sich angenehm sauber und bindet auch die Umgebungsgeräusche ordentlich in das Klanggeschehen ein. Die Dialoge bleiben klar verständlich, sodass man dem Geschehen problemlos folgen kann. Die deutsche Synchronfassung ist angenehm anzuhören, lässt bei der sprachlichen Gestaltung allerdings etwas Lebendigkeit vermissen. Die Dialoge wirken stellenweise recht flach und könnten mehr Ausdruck vertragen. Handwerklich bleibt der Ton dennoch auf einem sauberen Niveau.
Das Bonusmaterial fällt übersichtlich aus: Eine Trailershow ist vorhanden, ausgerechnet ein Trailer zum Film selbst fehlt jedoch. Eine etwas kuriose Zusammenstellung, bei der man sich fragt, weshalb die naheliegendste Beigabe nicht mit an Bord ist.