


Weihnachten – eine besinnliche Zeit, die man doch am liebsten mit der Familie verbringen möchte. Das denkt sich auch Nick und stattet, bepackt mit Tüten voller Spirituosen und fragwürdigen Geschenken, kurzerhand seinem Bruder Cody, dessen neuer Frau und den Stiefkindern über die Feiertage einen Besuch ab. Diese möchten den dauerbetrunkenen Verwandten, dessen Verhalten auch sonst ziemlich zu wünschen lässt, jedoch so schnell es geht wieder loswerden. Doch das ist gar nicht so einfach … Eine ziemlich schräge Weihnachtskomödie mit Brian Posehn in der Hauptrolle, der als ungebetener Gast seiner Verwandtschaft über die Feiertage gehörig auf den Geist geht.
Originaltitel: Uncle Nick
Regie: Chris Kasick.
Drehbuch: Mike Demski.
Darsteller: Brian Posehn (Knights of Badassdom), Paget Brewster (Axis), Missi Pyle (Galaxy Quest), Scott Adsit, Beau Ballinger, Melia Renee, Jacob Houston.
Genre: Komödie.
Land: USA
FSK: 16 Jahre.
Laufzeit: 81 Minuten.
Bildformat: 1.78:1 / 16:9 Widescreen.
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 5.1
Untertitel: –
Extras: Trailershow.
Vertrieb: OneGate Media GmbH.
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Filmbewertung: 3 von 5 Filmklappen.
Weihnachten ist in Filmen normalerweise eine ziemlich verlässliche Angelegenheit. Weihnachtsbaum, festlich gedeckter Tisch, Lichterketten, Familienessen – und irgendwo zwischen Plätzchen und besinnlicher Musik findet sich spätestens die Erkenntnis, dass Familie trotz aller Schwierigkeiten eben zusammengehört. „Uncle Nick“ hat für diese Art von Weihnachtsstimmung ungefähr so viel übrig wie ein hungriger Kamin für einen frisch geschlagenen Weihnachtsbaum. Zwar findet auch hier ein Familienweihnachtsessen statt und optisch lässt sich kaum bestreiten, dass Weihnachten gefeiert wird, doch von Besinnlichkeit ist weit und breit wenig zu spüren. Stattdessen wird aus dem Weihnachtsbaum sinngemäß Brennholz und aus dem gemeinsamen Festessen eine vergiftete, schwer verdauliche Mahlzeit, bei der man sich besser zweimal überlegt, wem man eigentlich gegenübersitzt. Im Zentrum steht Uncle Nick, dessen Gedankenwelt so offen, hemmungslos und mitunter dermaßen daneben ist, dass jede Hoffnung auf einen harmonischen Heiligabend ziemlich schnell im Keim erstickt wird. Seine derben Sprüche und seine ungebremste Art machen aus der vermeintlich besinnlichen Familienfeier ein ziemlich schmutziges kleines Schlachtfeld sozialer Peinlichkeiten. „Uncle Nick“ ist dadurch ein ausgesprochen derber Spaß mit Beigeschmack. Der Humor ist nicht darauf aus, sich beim Publikum beliebt zu machen. Vieles ist bewusst geschmacklos, manches unangenehm und einiges so offen ausgesprochen, dass man sich durchaus fragen darf, ob man darüber eigentlich lachen sollte. Genau in diesem unangenehmen Zwischenbereich entwickelt der Film seinen Reiz. Er präsentiert keine schöngefärbte Weihnachtswelt, sondern eine Familienzusammenkunft, bei der die festliche Dekoration nur mühsam kaschieren kann, wie wenig Harmonie zwischen den Menschen tatsächlich vorhanden ist. Und genau hier besitzt der Film einen interessanten Gedanken. Hinter all den derben Sprüchen und den geschmacklosen Situationen steckt durchaus eine Beobachtung, die näher an der Realität liegen kann, als es einem lieb ist. Familienweihnachten ist schließlich nicht automatisch ein Ort vollkommenen Friedens. Menschen mit unterschiedlichen Charakteren, alten Konflikten, persönlichen Macken und unausgesprochenen Spannungen sitzen plötzlich gemeinsam an einem Tisch und sollen für ein paar Stunden so tun, als wäre alles wunderbar. Da wird gelächelt, obwohl man eigentlich genervt ist, geschwiegen, obwohl man etwas sagen möchte, und freundlich angestoßen, obwohl die Stimmung unter der Oberfläche längst kippt. „Uncle Nick“ treibt diese Realität allerdings bewusst bis zur Geschmacklosigkeit. Der Film fragt nicht, wie Weihnachten im Kreise der Familie idealerweise aussehen sollte, sondern was übrig bleibt, wenn man die höfliche Fassade einfach einmal weglässt. Dann ist das Fest plötzlich nicht mehr nur Kerzenschein und Harmonie, sondern auch eine Ansammlung von Neurosen, Vorurteilen, Eitelkeiten und persönlichen Abgründen. Die Charaktere sind natürlich wesentlich extremer, als man es aus dem eigenen Wohnzimmer kennen dürfte. Trotzdem steckt in dieser Überzeichnung eine gewisse Wahrheit. Nur würde vermutlich niemand ernsthaft behaupten wollen, dass die eigene Familie tatsächlich so weit gehen sollte wie Uncle Nick. Gerade die Gedankenwelt der Hauptfigur macht den Film dabei so speziell. Uncle Nick filtert wenig bis gar nichts, und was in einem normalen Familiengespräch bestenfalls verschwiegen oder höflich umschrieben würde, landet bei ihm direkt auf dem Tisch. Das macht ihn als Figur gleichermaßen anstrengend und faszinierend. Er ist nicht der sympathische Onkel, der nach dem zweiten Glühwein ein paar peinliche Geschichten aus seiner Jugend erzählt. Er ist eher die menschgewordene Katastrophe, die sich ausgerechnet zum Weihnachtsfest eingeladen hat und nun keinerlei Anlass sieht, ihre Anwesenheit auch nur ansatzweise angenehmer zu gestalten. Trotz dieser krassen Ausrichtung ist der Film erstaunlich ruhig. Das klingt zunächst wie ein Widerspruch, funktioniert aber tatsächlich. „Uncle Nick“ ist kein pausenloses Feuerwerk aus lauten Gags, hektischer Action oder ständig eskalierenden Situationen. Der Film lässt seine Figuren häufig einfach existieren und beobachtet ihre Dynamik. Die Ruhe gibt den derben Momenten sogar zusätzliche Wirkung, weil nicht jeder geschmacklose Gedanke mit einer großen Pointe angekündigt wird. Vieles steht einfach im Raum und darf seine unangenehme Wirkung entfalten. Dadurch bekommt der Film eine eigentümliche Mischung aus Komödie und beinahe schon unangenehmem Familienporträt. Die festliche Umgebung steht im starken Kontrast zu den menschlichen Abgründen, die darin sichtbar werden. Weihnachtsmusik und Dekoration können eben auch nicht verhindern, dass Menschen Menschen bleiben. Und vielleicht liegt genau darin der kleine Kern Wahrheit, den „Uncle Nick“ unter seiner bewusst schmutzigen Oberfläche versteckt. Natürlich ist das nicht jedermanns Geschmack. Wer bei Weihnachten vor allem Wärme, Harmonie und besinnliche Momente sucht, dürfte mit diesem Film ungefähr so viel anfangen können wie Uncle Nick mit einem Benimmkurs. Der Humor ist derb, teilweise provokant und mitunter so geschmacklos, dass selbst Zuschauer mit schwarzem Humor kurz schlucken dürften. Doch genau diese Konsequenz verhindert, dass der Film in eine gewöhnliche Weihnachtskomödie abrutscht. Er versucht gar nicht erst, gefällig zu sein. „Uncle Nick“ ist damit ein ziemlich ungewöhnlicher Weihnachtsfilm. Festlich sieht er aus, weihnachtlich fühlt er sich kaum an. Statt Harmonie gibt es Spannungen, statt besinnlicher Gespräche derbe Sprüche und statt einer gemütlichen Familienrunde eine vergiftete Mahlzeit, bei der der Nachgeschmack durchaus länger anhält. Hinter der Geschmacklosigkeit steckt allerdings eine interessante Beobachtung darüber, wie wenig harmonisch Familienzusammenkünfte tatsächlich sein können, wenn die festliche Fassade einmal Risse bekommt. Krass und gleichzeitig erstaunlich ruhig, böse und trotzdem nicht völlig ohne menschliche Beobachtung. „Uncle Nick“ macht aus Weihnachten kein Fest der Liebe, sondern ein Fest der ehrlichen Abgründe – und genau deshalb bleibt von diesem ungewöhnlichen Weihnachtsessen mehr hängen als von manch deutlich besinnlicherem Film.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Die Schärfe überzeugt mit einer guten Klarheit, doch noch besser sind die kräftigen Farben und der helle Kontrast.
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Tonqualität: 3 von 5 Soundboxen.
Hier gibt es nur Dialoge die überzeugen können, doch leider sind diese in der deutschen Fassung viel zu leise ausgefallen.
Bonusbewertung: 0 von 5 Sternen.
Keine zum Film.
Zusätzliche Infos: Brian Posehn ist auch als Bert Kibbler aus „The Big Bang Theory“ bekannt.
Abspann: Nein. Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
Wendecover: Ja! Vorhanden.
EAN: 4052912672741
VÖ-Kauf: 03. November 2017
www.onegate.de