


IRA-Kämpfer, unter ihnen der zurückhaltende Fergus (Stephen Rea), halten den britischen Soldaten Jody (Forest Whitaker) gefangen. Zwischen beiden Männern entwickelt sich eine Freundschaft. Später sucht und findet Fergus die Freundin des Briten Di (Jaye Davidson) und beginnt eine Affäre mit ihr. Ein phantastisch guter Thriller über Identität, Politik und Leidenschaft.
Originaltitel: The Crying Game
Regie: Neil Jordan (Interview mit einem Vampir).
Drehbuch: Neil Jordan.
Darsteller: Stephen Rea (Stuck), Jaye Davidson (Stargate), Forest Whitaker (The Last King of Scotland), Miranda Richardson (Sleepy Hollow), Adrian Dunbar (Hear My Song), Jim Broadbent (Paddington 2).
Genre: Krimi / Drama / Romantik / Thriller
Land: UK / Japan / USA
FSK: 16 Jahre.
Laufzeit: 112 Minuten.
Bildformat: 2.35:1 / 16:9 Widescreen (1920x1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Audiokommentar, Making of, Alternatives Ende, Featurette.
Vertrieb: STUDIOCANAL
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Filmbewertung: 5 von 5 Filmklappen.
The Crying Game gehört zu jener seltenen Sorte Film, bei der ein Kinosaal in den 1990er-Jahren vermutlich deutlich anders reagierte als ein Zuschauer heute. Neil Jordan wusste damals ganz genau, wie man sein Publikum auf eine falsche Fährte führt – und einige Szenen sorgten für Überraschungen, über die anschließend vermutlich mehr gesprochen wurde als über manche anderen Bestandteile des Films. Heute lässt sich der entscheidende Kniff natürlich schwerer verbergen. Die Zeiten haben sich verändert, das Publikum ist aufmerksamer geworden und vieles, was damals noch verblüffen konnte, lässt sich heute schneller durchschauen. Genau deshalb ist der Film aber keineswegs überholt. Im Gegenteil: Gerade seine damalige Wirkung macht The Crying Game heute zu einem echten Kult-Klassiker. Was einst für Überraschung sorgte, ist inzwischen Teil seiner Filmgeschichte geworden. Auch die frühere Altersfreigabe ab 18 Jahren gehört in diesen zeitlichen Zusammenhang. Inzwischen ist der Film ab 16 Jahren freigegeben und zeigt damit einmal mehr, wie sehr sich gesellschaftliche und jugendschutzrechtliche Maßstäbe im Laufe der Jahrzehnte verändern können. Doch hinter dem bekannten Überraschungseffekt steckt wesentlich mehr als ein filmischer Trick. The Crying Game ist ein packender Thriller, der seine Spannung nicht ausschließlich aus seinen Wendungen bezieht. Die Geschichte verbindet psychologische Spannung mit einem Liebesdrama und erzeugt gerade aus diesem ungewöhnlichen Zusammenspiel eine elektrisierende Stimmung. Gefühle, Misstrauen, Identität und Gefahr geraten immer wieder aneinander und sorgen dafür, dass der Film emotional genauso interessant bleibt wie erzählerisch.
Dazu kommt eine hervorragende Besetzung, die den Figuren genau jene Glaubwürdigkeit verleiht, die eine derart ungewöhnliche Geschichte benötigt. Die Darsteller tragen auch heute noch entscheidend dazu bei, dass der Film nicht lediglich als Zeitdokument funktioniert. Sie machen aus den Figuren Menschen mit Widersprüchen, Sehnsüchten und Unsicherheiten – und genau dadurch bleibt das Geschehen erstaunlich nahbar. Ein weiterer Trumpf liegt in der Musik. Der Soundtrack ist nicht bloß Begleitung, sondern trägt wesentlich zur Identität des Films bei und verstärkt die besondere Stimmung immer wieder. Zwischen Psychothriller und Liebesgeschichte entsteht dadurch eine eigenartige Mischung aus Melancholie, Spannung und emotionaler Unruhe, die The Crying Game seinen ganz eigenen Charakter verleiht. Natürlich kann man heute nicht mehr mit derselben Unwissenheit an den Film herangehen wie damals. Wer seine Geschichte kennt, wird sich nicht mehr auf dieselbe Weise hinters Licht führen lassen. Doch das nimmt dem Werk erstaunlich wenig von seiner Faszination. Vielmehr kann man heute beobachten, wie geschickt Neil Jordan sein Publikum damals geführt hat – und genau diese filmische Leistung hat den Film über die Jahrzehnte hinweg lebendig gehalten. The Crying Game bleibt deshalb ein Kult-Klassiker, der qualitativ erstaunlich wenig von seiner Wirkung eingebüßt hat. Ein spannender Thriller mit starken Wendungen, einer hervorragenden Besetzung und einem erstklassigen Soundtrack, der aus seiner ungewöhnlichen Mischung aus Psycho-Thriller und Liebesdrama ein elektrisierendes Filmerlebnis macht. Ein Film, der heute vielleicht nicht mehr auf dieselbe Weise überraschen kann wie damals – dafür aber umso deutlicher zeigt, warum er damals eine solche Wirkung erzielen konnte. In eine gute Filmsammlung gehört er definitiv.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
STUDIOCANAL veröffentlicht den Film erstmals auf High Definition Blu-ray Disc und hat dabei das Bildformat endlich richtig eingestellt. Die Details sind trotz des Alters bemerkenswert, auch wenn nicht immer perfekt. Die Schärfe kommt durchgehend klar daher, die Farbwiedergabe zeigt sich wieder kräftiger und doch natürlich und auch der Kontrast ist mehr als genau abgestimmt. Lediglich der Schwarzwert ist nicht immer ganz so gesättigt.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Die Dialoge stehen hier eindeutig im Vordergrund und erklingen hervorragend dynamisch und ausgewogen. Die relativ wenigen Actionszenen sind da recht plump. Räumliches vermark man nur gelegentlich wahrzunehmen.
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Bonusbewertung: 3 von 5 Sternen.
Zusätzlich gibt es noch einige gute Standardextras, erfreulich weil es früher bei der DVD-Ausgabe von Warner bisher keine gab.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —-
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4006680088983
VÖ-Kauf: 20. Dezember 2018