


Vier Jahre lang hat Kampfsportler Joe unschuldig im Gefängnis gesessen. Nach seiner Freilassung erfährt er, dass sein Sohn eine teure Operation braucht, weil er an einem lebensbedrohlichen Tumor erkrankt ist. Joes einzige Chance, um ihn zu retten: ein brutales All-Styles-Turnier mit 100.000 Dollar Preisgeld. Nach einer harten Ausbildung durch Großmeister Wu betritt Joe den Ring mit einigen der stärksten Fighter der Welt – doch nicht alle seiner Gegner kämpfen mit sauberen Mitteln…
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Wer nach den ersten Minuten von „The Furious“ noch glaubt, hier werde erst einmal gemütlich eine Geschichte aufgebaut, dürfte schnell eines Besseren belehrt werden. Kenji Tanigaki steigt direkt ein und gönnt seinem Publikum kaum Zeit zum Durchatmen. Was folgt, ist ein spektakuläres und rasantes Martial-Arts-Feuerwerk, das seine Energie fast vollständig aus der Action bezieht. Die Frage, ob der Film tatsächlich die nächste Stufe der Action-Evolution darstellt, darf man durchaus stellen. Für den Moment könnte man sie sogar mit einem vorsichtigen Ja beantworten, denn seit „The Raid“ hat es nur wenige vergleichbar hervorragend choreografierte Actionfilme gegeben, die ihre Kämpfe mit einer solchen Konsequenz und handgemachten Wucht auf die Leinwand bringen. Die große Stärke liegt eindeutig in der Arbeit der Stunt- und Kampfchoreografen. Namen wie Kensuke Sonomura stehen für eine Qualität, die man sofort erkennt, sobald die ersten Auseinandersetzungen beginnen. Die Kämpfe besitzen eine ordentliche Wucht und wirken nicht wie beliebig zusammengestellte Bewegungsfolgen, sondern wie präzise inszenierte körperliche Duelle. Lange und übersichtliche Einstellungen geben den Zuschauern die Möglichkeit, Schläge, Tritte und Bewegungen tatsächlich zu verfolgen. Statt eines hektischen Schnittgewitters, in dem jeder Treffer nach zwei Bildern bereits wieder verschwunden ist, bekommt man die Action weitgehend unverfälscht präsentiert. Genau das macht „The Furious“ für Freunde klassischer Martial-Arts-Action so reizvoll. Von einer wirklich schmerzhaften Action-Orgie, wie sie dem Film teilweise nachgesagt wird, würde ich allerdings nicht sprechen. Die Härte und die körperlichen Konsequenzen werden zwar massiv überzeichnet, doch die Inszenierung bleibt eher im Bereich des spektakulären Actionkinos als des wirklich unangenehmen Körperkinos. Einige Szenen wirken physikalisch derart beschleunigt oder absurd, dass man die Realität ohnehin irgendwann an der Kinokasse abgeben muss. Wer bei einem Faustschlag noch darüber nachdenkt, ob ein menschlicher Körper diesen Aufprall tatsächlich überleben könnte, wird vermutlich nicht viel Freude haben. Für den rasanten Sehspaß dürfte das für die meisten Zuschauer allerdings kaum eine Rolle spielen. Die Geschichte hält sich dagegen angenehm minimalistisch und bewegt sich auf vertrautem Terrain. Der stumme Handwerker Wang Wei, gespielt von Xie Miao, zieht los, nachdem seine Tochter Rainy entführt wurde. Weil die Polizei korrupt und untätig ist, bleibt ihm nur der Alleingang gegen ein Syndikat, das im Menschenhandel tätig ist. Viel mehr braucht der Film für seine eigentliche Mission auch nicht. Klassischer Rachethriller trifft auf Rettungsmission, und Wang Wei arbeitet sich mit bemerkenswerter Konsequenz durch seine Gegner. Die emotionale Motivation ist klar, die Fronten sind eindeutig und der Weg zum nächsten Kampf entsprechend vorgezeichnet. Genau hier liegt allerdings auch die Schwäche. Der Verlauf ist vorhersehbar, Überraschungen bleiben rar und die Geschichte entwickelt kaum eine eigene Spannung. Wer wissen möchte, wie der Feldzug endet, muss nicht lange rätseln. Spannung entsteht fast ausschließlich durch die Frage, wie der nächste Kampf aussehen wird und welche choreografische Eskalation als Nächstes wartet. Erzählerisch bleibt „The Furious“ damit deutlich hinter seiner Action zurück. Als Mischung aus kompromissloser Martial-Arts-Action und klassischem Entführungs- beziehungsweise Rachethriller funktioniert das trotzdem erstaunlich gut. „The Furious“ ist im Grunde „96 Hours“ für Erwachsene, nur dass hier nicht Liam Neeson mit seiner besonderen Fähigkeit zur Menschenrettung durch die Gegend zieht, sondern Wang Wei seine Antworten mit Fäusten, Tritten und einer beeindruckenden körperlichen Konsequenz gibt. Die Geschichte mag vertraut sein, doch die Action hebt den Film deutlich über gewöhnliche B-Movie-Kost hinaus. Wer handgemachte Kämpfe, lange Einstellungen und herausragende Choreografien schätzt, bekommt hier ein echtes Martial-Arts-Highlight, das seine nächste Evolutionsstufe zumindest für den Moment überzeugend demonstriert.
Die Blu-ray hält auch dann souverän mit, wenn es auf dem Bildschirm richtig zur Sache geht. Schnelle Bewegungen, hektische Schnitte und die zahlreichen Actionszenen bringen die Bildqualität nicht aus dem Takt: Selbst während der rasantesten Momente bleiben Details sauber erhalten und die Schärfe präsentiert sich durchgehend klar. Der Kontrast ist stimmig abgestimmt und die eher düstere Farbgestaltung passt hervorragend zur Atmosphäre des Films. Lediglich bei den Tageslichtszenen wird etwas zu kräftig aufgedreht, wodurch das Bild stellenweise grell wirkt. Abseits davon liefert die Blu-ray eine überzeugend detailreiche Präsentation, die auch bei ordentlich Bewegung nicht ins Schwimmen gerät.
Der saubere Sound bringt die nötige Dynamik mit und sorgt dafür, dass die Kämpfe nicht nur optisch stattfinden, sondern letztlich auch akustisch spürbar werden. Schläge und Bewegungen besitzen genügend Nachdruck, ohne dass die Tonspur dabei unsauber wird. Auch kleinere Soundeffekte setzen gezielt räumliche Akzente. Regen beispielsweise verteilt sich angenehm im Klangbild und trägt damit zur Atmosphäre bei. Eine dynamische und sauber abgestimmte Tonspur, die vor allem in den Actionmomenten ordentlich aufdreht.
Hier darf man sich tatsächlich über reichlich Zusatzmaterial freuen. Eine ganze Stunde an Einblicken in die Produktion, die Dreharbeiten und insbesondere die aufwendigen Choreografien ist schon eine ziemlich fette Beigabe und liefert deutlich mehr als nur ein paar kurze Werbeinterviews. Ergänzt wird das umfangreiche Paket durch Deleted Scenes und den Trailer. So darf ein Bonusmenü gerne aussehen.