


Drei Geschichten, drei Sichtweisen, ein Krieg: Der idealistische Professor Malley (Robert Redford) versucht an einer Hochschule in Kalifornien einen hochintelligenten, aber desinteressierten Studenten in einer aufreibenden Diskussion zu mehr politischem Engagement zu ermutigen. Zur gleichen Zeit führt in Washington die linksliberale Journalistin Janine Roth (Meryl Streep) mit dem US-Senator Jasper Irving (Tom Cruise) ein kontroverses Interview über Sinn und Unsinn des Afghanistan-Einsatzes der USA. Indessen spielt sich auf einem verschneiten Bergplateau am Hindukusch ein militärisches und menschliches Drama ab: Zwei junge US-Soldaten geraten in einen Hinterhalt, der ihre Friedensmission zum Kampf ums eigene Überleben werden lässt.
Originaltitel: Lions for Lambs
Regie: Robert Redford.
Drehbuch: Matthew Michael Carnahan.
Darsteller: Robert Redford (Der Unbeugsame), Meryl Streep (Familienbande), Tom Cruise (Top Gun), Michael Pena (Ant-Man), Andrew Garfield (Hacksaw Ridge), Peter Berg (Chicago Hope), Kevin Dunn (Warrior).
Genre: Drama / Thriller / Krieg
Land: USA
FSK: 12 Jahre.
Laufzeit: 91 Minuten.
Bildformat: 1.78:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: keine.
Vertrieb: OneGate Media GmbH.
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Filmbewertung: 5 von 5 Filmklappen.
Robert Redford braucht in „Von Löwen und Lämmern“ keine großen Schlachtfelder, um die Absurdität des Krieges sichtbar zu machen. Stattdessen reichen ihm 90 Minuten, drei Handlungsstränge und eine Reihe von Gesprächen, die sich immer wieder um Verantwortung, politische Entscheidungen, Idealismus und die Folgen militärischer Gewalt drehen. Herausgekommen ist für mich eine fesselnde und spannende Abrechnung mit der Bush-Kriegsära, die weit über ihren konkreten politischen Entstehungszeitraum hinaus Wirkung entfaltet. Der Film ist kurz, aber keineswegs klein. Seine Geschichte besitzt eine Eindringlichkeit, die gerade deshalb so stark funktioniert, weil Redford nicht versucht, seine Aussage mit unnötigem Pathos zu überladen. Die große Stärke liegt in den intelligent geschriebenen Dialogen. Hier werden keine Figuren durch endlose Monologe künstlich zu Sprachrohren gemacht, sondern unterschiedliche Sichtweisen aufeinandertreffen gelassen. Politik, Journalismus, militärische Entscheidungen und die persönlichen Konsequenzen solcher Entscheidungen werden miteinander verbunden. Viele der Aussagen wirken vernünftig und nachvollziehbar, weil sie nicht einfach nur eine fertige Antwort liefern, sondern Fragen nach Verantwortung und persönlicher Haltung aufwerfen. Der Film verlangt seinem Publikum dadurch durchaus etwas ab. Wer sich auf die Gespräche einlässt, bekommt kein bequemes politisches Spektakel, sondern ein konzentriertes Drama, das seine Gedanken vor allem über seine Figuren transportiert. Redford selbst übernimmt neben der Regie ebenfalls eine der zentralen Rollen und versammelt mit Meryl Streep, Tom Cruise, Michael Peña, Derek Luke und Andrew Garfield eine Besetzung, die dem Stoff das notwendige Gewicht verleiht. Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg grandios. Niemand wirkt hier wie eine bloße Nebenfigur innerhalb eines politischen Lehrstücks. Jede Figur bringt ihre eigene Perspektive und ihre eigenen Konflikte mit, wodurch die verschiedenen Handlungsebenen miteinander verbunden werden. Besonders stark ist die Art, wie die Schauspieler die Dialoge tragen. Die Wirkung entsteht nicht aus großen Gesten, sondern aus Blicken, Pausen, Gegenargumenten und der Spannung, die innerhalb eines Gesprächs entstehen kann. Die eigentliche Wirkung des Films liegt für mich in seiner ungewöhnlichen Direktheit. Er muss nicht erst spektakulär beweisen, welche Folgen Krieg haben kann. Die Konsequenzen stehen ohnehin im Raum. Hinter politischen Entscheidungen befinden sich Menschen, hinter militärischen Operationen stehen junge Soldaten und hinter öffentlichen Erklärungen stehen persönliche Schicksale. Diese Verbindung zwischen den großen politischen Entscheidungen und den einzelnen Menschen macht die Geschichte so eindringlich. Der Krieg wird nicht als aufregendes Abenteuer oder als stilisierte Actionkulisse präsentiert. Seine Konsequenzen stehen im Vordergrund, und genau dadurch wird die Aussage des Films umso deutlicher. Auch die Kürze von gerade einmal 90 Minuten erweist sich als Stärke. Der Film verliert sich nicht in unnötigen Nebenhandlungen und versucht nicht, seine Gedanken künstlich auf eine Überlänge auszudehnen. Jede der drei Handlungsebenen erfüllt ihren Zweck und trägt ihren Teil zum Gesamtbild bei. Die Konzentration auf wenige Schauplätze und Gespräche verleiht dem Film fast etwas Kammerspielartiges. Trotzdem bleibt die Geschichte spannend, weil sich die verschiedenen Perspektiven zunehmend miteinander verbinden. Aus scheinbar getrennten Situationen entsteht ein gemeinsames Bild, dessen einzelne Teile erst nach und nach ihre volle Bedeutung erhalten. Die politische Einordnung gehört selbstverständlich fest zu diesem Film. „Von Löwen und Lämmern“ entstand im Umfeld des damaligen Irak- und Afghanistan-Krieges und richtet seinen Blick deutlich auf die amerikanische Politik jener Zeit. Redford nutzt diese konkrete Situation jedoch, um größere Fragen zu stellen: Was bedeutet Verantwortung? Was passiert, wenn politische Entscheidungen über das Leben anderer Menschen bestimmen? Welche Rolle trägt die Presse? Und was bleibt von Idealismus übrig, wenn die Realität politische und militärische Entscheidungen einholt? Diese Fragen machen den Film auch über seine Entstehungszeit hinaus interessant. Seine Stärke liegt nicht darin, dem Zuschauer eine möglichst spektakuläre Kriegsgeschichte zu präsentieren, sondern darin, den Krieg aus verschiedenen menschlichen und politischen Perspektiven zu betrachten. Die Geschichte zeigt, wie weit die Konsequenzen einer Entscheidung reichen können und wie unterschiedlich Menschen mit solchen Entscheidungen umgehen. Der Film vermittelt dabei eine klare Haltung gegenüber Krieg und dessen Folgen, ohne seine Wirkung ausschließlich aus Bildern der Zerstörung zu beziehen. Die eigentliche Härte steckt in den Gedanken hinter den Entscheidungen und in dem Wissen, dass die Konsequenzen nicht auf dem Papier stattfinden, sondern Menschen betreffen. Das macht „Von Löwen und Lämmern“ für mich zu einem Film, der auch heute noch erstaunlich aktuell wirkt. Die konkreten politischen Umstände gehören zwar in die Bush-Ära, doch die Fragen nach Verantwortung, Macht, militärischer Gewalt, Journalismus und persönlicher Haltung sind nicht an ein einzelnes Jahr gebunden. Genau deshalb wirkt das Werk nicht wie ein verstaubtes politisches Zeitdokument, sondern wie ein Drama, dessen Grundfragen weiterhin Bestand haben. Redford interessiert sich nicht nur für die damaligen Schlagzeilen, sondern für die Mechanismen und menschlichen Konsequenzen, die dahinterstehen. Wer sich von diesem Film beeindrucken lassen möchte, sollte sich auf seine Dialoge und Gedanken einlassen. „Von Löwen und Lämmern“ ist kein Film, der seine Wirkung über laute Effekte erzwingt. Er setzt auf Aufmerksamkeit, Konzentration und die Bereitschaft, unterschiedliche Argumente und Perspektiven aufzunehmen. Die intelligenten Gespräche sind dabei nicht bloß Mittel zum Zweck, sondern das eigentliche Zentrum des Films. Gerade in einer Laufzeit von nur 90 Minuten ist es beeindruckend, wie viel Inhalt und gedankliches Gewicht Redford unterbringt, ohne dass das Werk völlig überladen wirkt. Was bleibt, ist ein außergewöhnlich konzentriertes Politdrama, das seine Botschaft nicht versteckt und trotzdem genügend Raum lässt, über die einzelnen Figuren und ihre Entscheidungen nachzudenken. Die eindringliche Geschichte, die intelligente Dialogführung und eine herausragende Besetzung machen aus den 90 Minuten weit mehr als einen kurzen Filmabend. Robert Redford verbindet Politik und persönliche Schicksale zu einer Geschichte, die Krieg nicht glorifiziert, sondern seine Konsequenzen sichtbar macht. Für mich ist „Von Löwen und Lämmern“ deshalb nicht einfach nur ein sehenswerter Film über eine bestimmte politische Ära, sondern ein Meisterwerk, das mit erstaunlicher Klarheit daran erinnert, wie falsch Krieg sein kann.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Feine Details bei der Auflösung und eine sehr klare Schärfe. Der Kontrast zeigt sich stimmig und der Schwarzwert kommt recht ordentlich daher. Überdurchschnittlich gut!
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Dynamische und durchgehend klare Dialoge, keine Überraschung bei einem sehr dialoglastigen Film. Sehr sauber und mit einer leichten Atmosphäre die zusätzlich fesselt.
Bonusbewertung: 0 von 5 Sternen.
Eine Enttäuschung ist allerdings das es keinerlei zusätzliche Extras gibt.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —-
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 07. Dezember 2018
www.onegate.de