


Alan Clay, Alter 54, Opfer der Bankenkrise, hat eine letzte Chance. Er soll eine innovative Hologramm-Kommunikationstechnologie an den Mann, besser gesagt den König bringen: König Abdullah von Saudi-Arabien lässt mitten in der arabischen Wüste eine strahlende Wirtschaftsmetropole errichten. Doch der König kommt nicht. Nicht am ersten Tag, nicht am zweiten – und auch nicht in den Tagen danach. In diesen Tagen der Unverbindlichkeit und des Wartens wird der junge Fahrer Yousef Alans Gefährte. Durch ihn erlebt er die Widersprüchlichkeiten eines Landes zwischen Aufbruch und Stillstand, zwischen Tradition und Moderne. Und er lernt die schöne Ärztin Zahra kennen. Anhand dieser Begegnungen und der neuen kulturellen Eindrücke entwickelt sich Alan Clay vom zielstrebigen und erfolgsgetriebenen Salesman zu einer Person, die sich selbst Perspektiven sucht und für sich einen neuen Platz im Leben findet. So gerät für Alan immer mehr zur Nebensache, ob der König nun kommt oder nicht.
Bestellen: >SHOP!<
Zwischen endlosen Wüstenlandschaften, den Verheißungen einer modernen Zukunft und der Unsicherheit eines Mannes, dessen bisheriges Leben zunehmend aus den Fugen gerät, entfaltet sich eine charmant erzählte Geschichte über berufliche Sorgen, persönliche Neuorientierung und die Abstiegsängste der amerikanischen Mittelschicht. Mit „Ein Hologramm für den König“ verbindet Tom Tykwer die Begegnung mit einer fremden Kultur mit dem Porträt eines Menschen, der sich in einer schwierigen Lebensphase befindet und auf eine entscheidende Wendung hofft. Tom Hanks erweist sich in der Hauptrolle als hervorragende Besetzung. Sein Spiel ist spielfreudig, angenehm zurückhaltend und zugleich von jener menschlichen Wärme geprägt, die seiner Figur eine glaubwürdige Präsenz verleiht. Der Schauspieler vermittelt die Unsicherheit und die Hoffnungen seines Protagonisten, ohne dessen Situation unnötig zu dramatisieren. Auch der übrige Cast präsentiert sich in Bestform und trägt dazu bei, dass die Geschichte trotz ihrer überschaubaren dramaturgischen Ausschläge stets angenehm anzusehen bleibt. Ein wesentlicher Reiz liegt in den visuellen Eindrücken der Wüstenkulisse. Die weitläufigen Landschaften verleihen dem Film eine eigene Atmosphäre und bilden einen reizvollen Kontrast zu den beruflichen Verpflichtungen und persönlichen Problemen, mit denen sich die Hauptfigur auseinandersetzen muss. Die fremde Umgebung wird nicht bloß zur hübschen Kulisse, sondern unterstreicht auch das Gefühl, sich in einer unbekannten Welt zurechtfinden zu müssen. Tykwer findet dafür stimmige Bilder, die dem Geschehen eine gewisse Leichtigkeit und visuelle Eleganz verleihen. Inhaltlich setzt der Film auf eine zugängliche Mischung aus Charme, leiser Komik und gesellschaftlicher Beobachtung. Die Angst vor dem sozialen Abstieg bildet einen wichtigen Hintergrund: Hinter den beruflichen Erwartungen und dem Versuch, noch einmal Fuß zu fassen, steht die Sorge, den eigenen Platz im Leben zu verlieren. Diese Thematik verleiht der Geschichte eine nachvollziehbare menschliche Grundlage, ohne dass sie sich in schwere Sozialkritik verwandelt. Der Erzählton bleibt angenehm unaufgeregt und macht es leicht, der Hauptfigur durch ihre Begegnungen und Erfahrungen zu folgen. Wer eine tiefgründige Auseinandersetzung mit diesen Themen oder eine besonders komplexe Charakterstudie erwartet, sollte seine Erwartungen allerdings etwas zurückschrauben. Die Geschichte besitzt durchaus Charme, schöpft ihre Möglichkeiten jedoch nicht vollständig aus. Dramaturgisch bleibt sie vergleichsweise geradlinig und verzichtet weitgehend auf größere Höhen und Tiefen. Das bedeutet keineswegs, dass Langeweile aufkommt. Vielmehr bewegt sich das Geschehen über weite Strecken in einem gleichmäßigen Erzählfluss, der angenehm unterhält, ohne sich zu einem außergewöhnlich mitreißenden Filmerlebnis aufzuschwingen. Die Romanvorlage kann deshalb eine sinnvolle Ergänzung sein. Sie besitzt mehr erzählerische Komplexität und bietet der Geschichte zusätzliche Facetten, die in der filmischen Umsetzung nur begrenzt zum Tragen kommen. Als eigenständiger Film funktioniert „Ein Hologramm für den König“ dennoch sehr gut: Die überzeugenden Darstellerleistungen, die reizvolle Wüstenatmosphäre und die sympathische Erzählweise gleichen manche inhaltliche Vereinfachung aus. Am Ende bleibt ein sehenswerter Film, der seine Themen nicht bis in die letzte Konsequenz auslotet, dafür aber mit einer charmanten Geschichte, schönen Bildern und einem überzeugenden Tom Hanks punktet. Wer eine angenehm erzählte Mischung aus menschlichem Drama, leisem Humor und gesellschaftlichen Beobachtungen sucht, kann hier bedenkenlos zugreifen. Ein Hologramm für den König ist kein besonders tiefschürfendes Werk, aber ein durchweg empfehlenswertes Filmerlebnis.
Die Blu-ray präsentiert den Film im Ansichtsverhältnis von 2,40:1 und liefert eine insgesamt sehr gute Bildqualität, auch wenn kleinere Schwächen nicht vollständig ausbleiben. Die Schärfe bewegt sich überwiegend auf einem überzeugenden Niveau, wird jedoch gelegentlich durch weichere Einstellungen etwas ausgebremst. Die Farben wirken leicht matt und entsättigt, behalten dabei aber eine natürliche Anmutung, die hervorragend zum Schauplatz passt und den trockenen Wüstenlook stimmig unterstreicht. Auch der Kontrast zeigt sich ausgewogen und sorgt für eine weitgehend harmonische Bildwirkung. Bei der Durchzeichnung wäre stellenweise noch etwas mehr Präzision wünschenswert, sie bleibt aber auf einem guten Niveau. Lediglich der Schwarzwert könnte in manchen Szenen kräftiger ausfallen. Die Mischung aus analogem und digitalem Drehmaterial, aufgenommen mit Arri-Alexa- und Arriflex-Kameras, führt zu einer insgesamt gelungenen Präsentation, die sich nur wenige kleinere Schwächen leistet.
Die deutsche und die englische Tonspur liegen verlustfrei komprimiert in DTS-HD Master Audio 5.1 vor. Allerdings sollte man keine ausufernde Surround-Kulisse erwarten, denn die Abmischung konzentriert sich überwiegend auf die Frontkanäle. Die hinteren Lautsprecher kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn die vielseitige Musikauswahl den Raum füllt – von Talking Heads über Chicago bis hin zu Vivaldi. Der Subwoofer hält sich ebenfalls eher zurück, fügt sich damit aber passend in das unaufdringliche Klangbild ein. An Dynamik mangelt es der Tonspur keineswegs, und auch die Balance zwischen den einzelnen Elementen bleibt jederzeit ausgewogen. Das Ergebnis ist ein sehr guter, zweckdienlicher Mix, der seine Aufgabe souverän erfüllt, ohne sich unnötig in den Vordergrund zu drängen. Mehr akustisches Spektakel wäre bei dieser Geschichte ohnehin kaum angebracht gewesen.
Beim Bonusmaterial wurde eher auf eine kleine Auswahl als auf eine umfangreiche Sammlung gesetzt. Den größten Mehrwert bietet ein rund zehnminütiges Making-of, das neben Einblicken in die Produktion auch Interviewaussagen enthält. Zu Wort kommen unter anderem Regisseur und Drehbuchautor Tom Tykwer, Romanvorlage-Autor Dave Eggers sowie Hauptdarsteller Tom Hanks. Der Beitrag liefert einige zusätzliche Informationen zum Film, fällt angesichts seiner kurzen Laufzeit allerdings recht knapp aus. Ergänzt wird das Angebot durch einen kurzen Bericht zur Premiere in Berlin, den Original-Kinotrailer und eine kleine Trailershow. Eine überschaubare Zusammenstellung, die zumindest einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht, aber noch genügend Raum für ausführlicheres Bonusmaterial gelassen hätte.