


Die beiden Chaoten Danny und Wheeler arbeiten als Promoter für Energy-Drinks. Danny hasst seinen Job, sein Leben und sowieso alles. Für Wheeler zählen nur Spaß, Party und Frauen. Als sie bei einer halsbrecherischen Aktion ihren Firmenwagen schrotten, können sie einer Gefängnisstrafe nur entgehen indem sie 150 Sozialstunden leisten. Sie nehmen an einem Mentorenprogramm teil, wo sie jeweils ein Kind mit sozialen Schwierigkeiten unter ihre Fittiche nehmen müssen. Doch der vermeintlich leichte Job entpuppt sich als kompliziert, als sie ihre beiden Schützlinge kennenlernen: den dauerfluchenden Ronnie und den Rollenspiel-Fanatiker Augie. Darüber hinaus taugen der frustrierte Danny und der kiffende Wheeler auch nicht gerade als Vorbilder für die beiden…
Originaltitel: Role Models
Regie: David Wain.
Drehbuch: Paul Rudd, David Wain, Ken Marino, Timothy Dowling.
Darsteller: Seann William Scott (American Pie), Paul Rudd (Ant-Man), Christopher Mintz-Plasse (Kick-Ass), Elizabeth Banks (Pitch Perfect), Jane Lynch (Glee), Bobb’e J. Thompson, Ken Jeong, Ken Marino, Kerri Kenney, A.D. Miles.
Genre: Komödie
Land: USA / Deutschland
FSK: 12 Jahre.
Laufzeit: 95 Minuten.
Bildformat: 1.85:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Keine.
Vertrieb: OneGate Media GmbH.
![]()
![]()
Filmbewertung: 3 von 5 Filmklappen.
Ein Vorbild zu sein klingt auf dem Papier nach einer ziemlich einfachen Angelegenheit. Man muss nur wissen, was richtig und was falsch ist, Verantwortung übernehmen und sich entsprechend verhalten. Im echten Leben sieht das allerdings etwas komplizierter aus. „Vorbilder?!“ von David Wain nimmt genau diesen Gedanken und macht daraus eine Komödie, die ihre Figuren erst einmal kräftig gegen die Wand laufen lässt, bevor sie ihnen überhaupt die Chance gibt, Verantwortung für andere zu übernehmen. Um ein Vorbild zu werden, muss man eben häufig erst einmal selbst erwachsen werden. Oder anders gesagt: Ein Vorbild zu sein ist verdammt schwer. Dafür braucht man Eier, Durchhaltevermögen und vor allem gute Gags. Mit seinen Figuren findet der Film einen angenehmen Weg, diese Idee nicht allzu moralisch aufzublasen. Die Charaktere sind keine perfekten Erwachsenen, die plötzlich als große Lebensberater auftreten könnten. Vielmehr müssen sie selbst erst lernen, mit Verantwortung umzugehen. Genau daraus entsteht ein großer Teil des Humors. Die Situation, plötzlich für jemand anderen ein Vorbild sein zu müssen, funktioniert vor allem deshalb so gut, weil die Figuren dafür zunächst alles andere als perfekt geeignet erscheinen. Ihre eigenen Probleme und ihre unreife Art treffen auf die Erwartungen, die andere an sie stellen. Aus diesem Gegensatz entwickelt sich eine Komödie, die ihren Figuren genügend Raum lässt, sich zu entwickeln, ohne daraus eine sentimentale Lehrstunde zu machen. Nicht jeder Gag landet dabei einen Volltreffer. Einige Witze wirken etwas bemüht oder verpuffen schneller, als man sich wünschen würde. Das gehört bei einer Komödie dieser Art allerdings zum Risiko. „Vorbilder?!“ feuert reichlich Humor ab und nicht jeder Schuss sitzt. Entscheidend ist, dass genügend Treffer dabei sind, um den Film über weite Strecken ausgesprochen unterhaltsam zu machen. Die Grundstimmung bleibt positiv, locker und energiegeladen. Statt sich an seinen weniger gelungenen Pointen aufzuhängen, entwickelt der Streifen einen eigenen Schwung, der einen schnell mitzieht. Einen großen Anteil daran besitzt die motivierte Besetzung. Die Darsteller spielen ihre Figuren mit einer angenehmen Portion Coolness und verleihen selbst den etwas alberneren Situationen genügend Persönlichkeit. Der Humor funktioniert dadurch nicht ausschließlich über einzelne Pointen, sondern auch über das Zusammenspiel der Charaktere. Blicke, Reaktionen und die Dynamik innerhalb der Gruppe tragen ebenso zum Unterhaltungswert bei wie die eigentlichen Gags. Man merkt den Schauspielern an, dass sie Spaß an diesem absurden Szenario haben, und genau diese Spielfreude überträgt sich auf das Publikum. Der Film schafft es zudem, seine Grundidee mit einer überraschend sympathischen Seite zu verbinden. Hinter all dem Blödsinn steckt die Frage, was ein Mensch eigentlich tun muss, um für jemand anderen ein echtes Vorbild zu werden. Perfektion ist dafür offenbar nicht zwingend erforderlich. Viel wichtiger ist die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und sich selbst zu verändern. Die Figuren müssen erkennen, dass Vorbild sein nicht bedeutet, ständig die richtigen Antworten zu kennen. Manchmal besteht die eigentliche Leistung darin, Fehler zu machen, daraus zu lernen und trotzdem für jemanden da zu sein. Natürlich nimmt sich „Vorbilder?!“ diese Erkenntnis nicht allzu schwer zu Herzen. Dafür ist der Film viel zu sehr Komödie. Die Geschichte darf albern sein, ihre Figuren dürfen sich danebenbenehmen und die Situationen dürfen regelmäßig völlig eskalieren. Genau diese Mischung verhindert, dass die durchaus vorhandene Botschaft den Humor erdrückt. Der Film möchte unterhalten und schafft das auch dann, wenn nicht jeder Gag funktioniert. Den absoluten Nerd-Höhepunkt hebt sich der Streifen für das Ende auf. Die große Schlacht entwickelt einen Unterhaltungs- und Nerdfaktor, der kaum größer ausfallen könnte. Hier darf die Komödie noch einmal völlig loslassen und all das zusammenbringen, was zuvor aufgebaut wurde. Die Szene funktioniert nicht nur als großes Finale, sondern auch als liebevolle Spielwiese für all jene, die mit entsprechender Begeisterung für Nerdkultur und überdrehten Fantasy-Spaß an die Sache herangehen. Das Finale besitzt genau jene Mischung aus Absurdität, Action und Humor, die man von einem Film wie diesem sehen möchte. Ein paar leichte Längen verhindern zwar, dass das Tempo durchgehend auf demselben Niveau bleibt, doch sie fallen angesichts der insgesamt positiven Energie kaum schwer ins Gewicht. „Vorbilder?!“ muss nicht jede Minute perfekt sein, um seine Wirkung zu entfalten. Die sympathischen Figuren, die motivierte Besetzung, die lockere Atmosphäre und die zahlreichen gelungenen Gags sorgen dafür, dass man sich gut unterhalten fühlt. Selbst wenn eine Pointe einmal danebenliegt, wartet meist schon die nächste Situation, die wieder deutlich besser funktioniert. Am Ende bleibt eine Komödie, die ihre Botschaft nicht mit erhobenem Zeigefinger vermitteln muss, sondern sie einfach zwischen jeder Menge Blödsinn, Coolness und Nerdtum versteckt. Nicht jeder Gag sitzt, ein paar Längen sind vorhanden, doch die positive Laune des Films ist ansteckend. Die Besetzung bringt genügend Spielfreude und Coolness mit, um auch schwächere Momente aufzufangen, während das Finale mit seiner nerdigen Schlacht noch einmal ordentlich einen draufsetzt. Ein Vorbild zu sein ist schwer – „Vorbilder?!“ macht zumindest eines ziemlich überzeugend: richtig viel Spaß.
![]()
![]()
![]()
Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Bei der Helligkeit des Kontrasts hat man es einen Hauch übertrieben. Doch die Farben sind schön, die Schärfe ist hervorragend glasklar und auch durchgehend klar. Bei einer früheren Ausgabe von Universal lagen immer wieder einige Unschärfen vor. Dies ist hier nicht mehr der Fall.
![]()
![]()
![]()
Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Bei der Komödie sollte man keinen raumfüllenden Klang erwarten. Die Dynamik liegt hauptsächlich bei den Dialogen. Insgesamt präsentiert sich der Sound hervorragend sauber und zeigt sich den Film gegenüber sehr stimmig.
Bonusbewertung: 0 von 5 Sternen.
Im Gegensatz zur früheren Ausgabe sind hier keine zusätzlichen Extras mehr vorhanden.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4052912071681
VÖ-Kauf: 25. September 2020.
www.onegate.de