

Geliebte Aphrodite (1995):
Sportreporter Lenny (Woody Allen) und seine Frau Amanda (Helena Bonham Carter) adoptieren den kleinen Max – und stellen bald fest, dass er ein wahres Genie ist. Lenny lässt das keine Ruhe: Wer sind Max’ leibliche Eltern? Die Spur führt ihn zu Linda Ash (Mira Sorvino – Oscar® für die beste Nebendarstellerin), einer liebenswürdig-chaotischen Pornodarstellerin mit großem Herz und wenig Filter. Was als neugierige Recherche beginnt, wird schnell zur emotionalen Gratwanderung – mit überraschenden Gefühlen, Ehekrisen und einem guten Schuss Großstadtneurose.
Alle sagen: I love you (1996):
Schriftsteller Joe Berlin (Woody Allen) sucht nach der großen Liebe und reist mit seiner Tochter nach Italien – wo er sich in die Kunsthistorikerin Von (Julia Roberts) verliebt. Währenddessen gerät auch das Familienleben seiner Ex-Frau Steffi (Goldie Hawn) und ihres neuen Mannes Bob (Alan Alda) in Bewegung: Ihre Töchter Laura (Natalie Portman) und Lane (Gaby Hoffmann) verlieben sich in denselben Jungen, und Bobs Tochter Skylar (Drew Barrymore) plant ihre Hochzeit mit dem sensiblen Holden (Edward Norton). Eine federleichte Musicalkomödie, die von New York über Paris bis nach Venedig führt.
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> Originaltitel: Mighty Aphrodite, Everyone Says I Love You
> Regie: Woody Allen (Midnight in Paris).
> Drehbuch: Woody Allen (Scoop).
> Darsteller: Woody Allen, Mira Sorvino, Pamela Blair, Rene Ceballos, Denise Faye, George De La Pena, Elie Chaib, Goldie Hawn, Julia Roberts, Edward Norton, Drew Barrymore, Diva Gray, Ami Almendral, Natasha Lyonne, Alan Alda, Gaby Hoffman.
> Genre: Komödie / Fantasy / Liebesfilm / Musical
> Land: USA / Italien
> FSK: 12 Jahren.
> Laufzeit: 186 Minuten.
> Bildformat: 1.78:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
> Sprachen: Deutsch, Englisch.
> Tonformat: DTS-HD MA 2.0 Stereo, DTS-HD MA 2.0 Stereo
> Untertitel: deutsch.
> Extras: keine.
> Vertrieb: © OneGate Media GmbH.
> Filmbewertung: 4 von 5 Clapperboards.
„Geliebte Aphrodite“ ist einer jener Filme von Woody Allen, die auf den ersten Blick leicht und verspielt wirken, darunter aber ein erstaunlich präzises Gespür für Struktur, Timing und klassische Motive tragen. Der Film ist niedlich, charmant und von einer fast unbekümmerten Lust am Erzählen geprägt – zugleich aber auch ausgesprochen wortreich. Das berühmte F-Wort dürfte hier tatsächlich häufiger fallen als in vielen anderen Werken Allens, was dem Film eine zusätzliche, leicht respektlose Note verleiht.
Im Zentrum steht weniger eine klassische Handlung als vielmehr ein Spiel mit Ideen: Zufall, Schicksal, Herkunft und Selbsttäuschung. Allen verbindet diese Themen mit Elementen der griechischen Tragödie, die kommentierend und ironisch in das Geschehen eingreifen. Der Chor, die Masken, die antiken Anspielungen – all das wird nicht ehrfürchtig ausgestellt, sondern humorvoll gebrochen. Es entsteht eine „griechische Tragödie“, die eigentlich keine sein will und gerade dadurch ihren Reiz entfaltet.
Ein wesentlicher Grund für die nachhaltige Wirkung des Films ist Mira Sorvino, die ihre Rolle mit einer Mischung aus Naivität, Direktheit und unerschütterlichem Selbstbewusstsein spielt. Ihr Auftritt ist nicht nur komödiantisch präzise, sondern auch emotional überraschend ehrlich. Der Oscar für die beste Nebendarstellerin wirkt hier vollkommen gerechtfertigt, da Sorvino dem Film eine Energie verleiht, die ihn weit über eine reine Dialogkomödie hinaushebt.
Visuell und atmosphärisch lebt Geliebte Aphrodite von seinen klassischen Momenten und den griechischen Elementen, die dem Film eine zeitlose Leichtigkeit geben. Diese antike Rahmung steht in bewusstem Kontrast zu den neurotischen Alltagsproblemen der Figuren und verstärkt den humoristischen Effekt, ohne ins Lächerliche abzurutschen.
Woody Allen selbst bleibt dabei ganz in seinem vertrauten Terrain: Er redet viel, oft zu viel, verliert sich in endlosen Gedankenschleifen und Wortkaskaden. Das ist zugleich seine größte Stärke und das einzige wirkliche Manko des Films. Nicht jeder wird Freude an dieser permanenten Selbstreflexion und verbalen Überforderung haben. Wer sich darauf einlässt, findet darin jedoch einen zentralen Bestandteil des Charmes.
Insgesamt ist „Geliebte Aphrodite“ ein wunderbar unterhaltsamer Film, getragen von sympathisch skurrilen Einfällen, klassischem Humor und einer unerwartet warmherzigen Grundstimmung. Er nimmt sich selbst nie ganz ernst, spielt mit großen Themen und bleibt dabei leichtfüßig und verspielt. Eine Tragödie ohne Tragik, eine Komödie mit Tiefgang – und vor allem ein Film, der gute Laune macht, ohne banal zu sein.
„Alle sagen: I Love You“ ist Woody Allens vielleicht unbeschwertestes Experiment – ein Musical, das gar nicht erst versucht, das Genre neu zu erfinden, sondern es mit Charme, Witz und erstaunlicher Selbstverständlichkeit umarmt. Schon die schiere Starbesetzung wirkt fast überambitioniert, als hätte Allen sein gesamtes Ensemble-Universum zu einem einzigen, leichten Tanz verabredet. Und doch funktioniert es: nichts wirkt eitel, nichts bemüht.
Der Film ist großartig geschrieben und mit bekannten Songs so selbstverständlich verwoben, dass Musik und Handlung kaum voneinander zu trennen sind. Die Lieder dienen nicht als Showeinlagen, sondern als emotionale Abkürzungen – sie sagen das, was die Figuren fühlen, ohne es zerreden zu müssen. Gerade darin liegt eine schöne Ironie, denn ausgerechnet Woody Allen, sonst berüchtigt für endlose Dialoge, vertraut hier dem Gesang.
Atmosphärisch ist Alle sagen: I Love You ein Film voller Leichtigkeit und echter Wohlfühlmomente. Paris, New York, elegante Wohnungen, romantische Zufälle – alles scheint von einer sanften Heiterkeit getragen, die nie ins Kitschige kippt. Der Film gleitet von Szene zu Szene, fast schwerelos, und erlaubt sich dabei immer wieder kleine, liebevolle Albernheiten.
Inhaltlich ist es die Erkundung der vielen Möglichkeiten, Liebe zu erleben, zu verfehlen, zu verpassen oder überraschend zu finden. Keine große Wahrheit wird verkündet, kein endgültiges Modell vorgeschlagen. Stattdessen zeigt der Film Beziehungen als etwas Bewegliches, Widersprüchliches und dennoch zutiefst Menschliches. Genau diese Offenheit macht ihn so sympathisch.
Am Ende ist „Alle sagen: I Love You“ ein Film mit Humor und Gefühl, der sein Publikum nicht beeindrucken, sondern einladen möchte. Ein leichtes, musikalisches Lächeln über die Liebe – verspielt, warm und erstaunlich zeitlos.
> Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Zwei Filme auf einer einzigen Blu-ray Disc lassen zunächst Skepsis aufkommen – doch überraschenderweise schlagen sich beide Titel ordentlich. Die Kontrastwerte sind solide, die Details ausreichend ausgeprägt und die Bildschärfe durchweg klar. Auch die Farbwiedergabe wirkt angenehm natürlich. Einzig der Schwarzwert bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück und zeigt leichte Schwächen. Insgesamt jedoch eine durchaus respektable Präsentation.
> Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Klanglich präsentieren sich beide Filme sauber und klar verständlich, mit einer soliden, wenn auch zurückhaltenden Dynamik. Große räumliche Effekte bleiben aus – was bei einem dialogorientierten Woody-Allen-Film allerdings kaum ins Gewicht fällt. Der Fokus liegt hier eindeutig auf Sprache und Atmosphäre, und genau das erfüllt die Tonspur zuverlässig.
> Bonusbewertung: 0 von 5 Sternen.
Bonusmaterial sucht man vergeblich. Bei zwei Filmen auf einer Disc ist dafür schlicht kein Platz vorgesehen – wobei man fairerweise sagen muss, dass Veröffentlichungen von Woody-Allen-Filmen traditionell ohnehin kaum mit Extras ausgestattet sind. Über Trailer hinaus gab es auch in der Vergangenheit selten zusätzliche Inhalte.
> Abspann: Nein! Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
> Zusätzliche Infos: —
> Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
> EAN: 4052912690271
> VÖ-Kauf: 13.02.2026